Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Meran 2017052424. Mai 2017 20170524Mi 17:00 Uhr 18:15 Uhr Vortrag

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Die meisten Ursachen für Krankheiten und Sterblichkeit in den Entwicklungsländern können mit sicheren, wirksamen und kostengünstigen Arzneimitteln behandelt werden. Dennoch haben Hunderte von Millionen Menschen keinen gesicherten Zugang zu essentiellen Arzneimitteln guter Qualität. Eine zentrale Herausforderung in den Entwicklungsländern besteht im Aufbau leistungsfähiger logistische Systeme, die dafür sorgen, dass essentielle Medikamente dem Patienten zugänglich werden. Solche logistischen Systeme sind auch für die Katastrophenhilfe von zentraler Bedeutung.

Minderwertige und gefälschte Medikamente stellen gerade in den Entwicklungsländern eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Die weltweite Verbreitung von gefälschten Arzneimitteln wurde als „globale Pandemie“ bezeichnet. Ein Übersichtsartikel über Studien aus 21 Ländern in Subsahara-Afrika kam zu dem Schluss, dass 35 % der Medikamente dort nicht den erforderlichen Qualitätsstandards entsprachen und 20 % gefälscht waren. Mehr als 120.000 Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren könnten jedes Jahr allein in Afrika mit dem Gebrauch von minderwertigen oder gefälschten Malariamitteln zusammenhängen (Am J Trop Med Hyg 2015: 92 Suppl., 119-126). In Zusammenarbeit mit dem Pharmazeutischen Institut der Universität von Malawi und dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM) in Tübingen führt die Arbeitsgruppe von Prof. Heide Forschungen zum Vorkommen gefälschter und minderwertigen Arzneimitteln in Afrika durch, über die in diesem Vortrag berichtet wird.

Die Apothekerausbildung in Entwicklungsländern muss mit engen Beschränkungen bei der Infrastruktur, dem Zugang zu den Geräten und Chemikalien, dem verfügbaren akademischen Personal und der Forschungskapazität fertig werden. Lutz Heide hat 2014/15 zwei Jahre am Pharmazeutischen Institut der Universität von Malawi gelehrt und geforscht und ist nun an der Entwicklung und Umsetzung von pharmazeutischen Ausbildungsprojekten in Afrika beteiligt. Mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes wurde kürzlich eine vierjährige (2017-2020)  Universitätspartnerschaft zum „Capacity Building in der akademischen pharmazeutischen Ausbildung“ zwischen den Pharmazeutischen Instituten, der Universität Malawi und der der Universität Tübingen eingerichtet. Diese Aktivitäten werden im Rahmen dieses Vortrages vorgestellt.

Das Pharmazeutische Institut der Universität Tübingen bietet seit 2016 einen Weiterbildungskurs für Apotheker zu dem Thema „Pharmazie in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe“ an. Auch zu diesem Kurs wird im Rahmen des Vortrages berichtet.

 

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