Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Meran 201506022. Jun 2015 20150602Di 17:00 Uhr 18:15 Uhr Vortrag

Die Ätiologie des akuten Tinnitus ist wie die des Hörsturzes in der überwiegenden Mehrzahl als idiopathisch anzusehen; wesentlich seltener sind infektiöse oder vaskuläre Ursachen. In dem Vortrag werden Studien und Metaanalysen zur Pharmakotherapie referiert: Für den chronischen Tinnitus sind medikamentöse Therapien nicht indiziert, allenfalls werden begleitende, etwa psychosomatische Komorbidiäten mit Psychopharmaka behandelt. Beim akuten Tinnitus wird analog der Hörsturzbehandlung trotz schwacher Evidenz nach ausbleibender Spontanerholung eine Behandlung mit Glukokortikoiden hochdosiert empfohlen. Als Reservetherapie eignet sich, jedenfalls bei starkem Hörverlust und akutem Tinnitus, eine intratympanale Steroidbehandlung.
Obwohl Tinnitus zumeist durch Schädigung der Strukturen des Innenohres primär peripher generiert wird, entstehen Belastung und Leiden erst durch die zentrale Verarbeitung und Vernetzung im Kortex. Neuere Therapieansätze versuchen daher, diese Strukturen direkt zu beeinflussen, sei es durch magnetische Bestrahlung oder direkte und indirekte elektrische Stimulation. Auch akustische Stimulationen sind vorgestellt worden, mit Tönen oder veränderter Musik, sie müssen aber den oft bestehenden Hörverlust einbeziehen. Wirksame Habituationstherapienarbeiten mit Hörtherapie, einem Ausgleich des Hörverlustes durch Hörgeräte und psychischer Stabilisierung.

 

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