Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Meran 2019053030. Mai 2019 20190530Do 07:30 Uhr 18:30 Uhr Exkursion

Die Passerschlucht verläuft entlang der nördlichen Grenze des Naturparks Texelgruppe. Erst seit 2015 ist sie durchgängig begehbar.
Dies wurde durch aufwändige Konstruktionen von Stahlgitterrosten entlang der teils senkrechten felsigen Stellen und den Bau von Brücken, die die Schlucht überspannen, ermöglicht. Diese geben den Blick auch nach unten frei, auf die tosende Passer und wunderbare Steinformationen, herrlich geschliffene Blöcke und Becken, die die Kraft des Wassers aus verschiedensten Gesteinsarten (erklärlich mit der besonderen Geologie) geschaffen hat.

Durch diesen Weg bietet sich die Möglichkeit verschiedene Vegetationszonen zu durchwandern:

  • SCHOTTERFLUREN und Schwemmlandinseln mit Pionierpflanzen und wasserassoziierten Pflanzen.
    Verschiedene Weidenarten und Erlen, Pestwurz und Goldruten nutzen die angeschwemmten Nährstoffe und als Besonderheit finden wir das lichtliebende Rosmarinweidenröschen und Fleischers Weidenröschen. Auch der Neophyt Schmetterlingsflieder, Buddleja davidii konnte hier Fuß fassen. Er stammt aus China, Tibet und wird dort traditionell nach Feng-Shui eingesetzt und ist Bestandteil der TCM, es gibt sogar eine Species B. officinalis.
  • WALD
    Es ist ein artenreicher Mischwald mit einzelnen Linden und Esskastanien, verschiedene Holunderarten blühen am Rand. Der Unterwuchs besteht aus Schattenkräutern, wie Springkraut, Milzkraut, Schattenblümchen, vierblättriger Einbeere, Christophskraut, Geißfuß.
    Auch die Schlinggewächse Hopfen, Waldrebe, Schmerwurz sowie Farne, darunter einige Asplenium-Arten, finden beste Wuchsbedingungen. Ab und zu und weitet sich der Wald auf zu satten…
  • WIESEN
    Wir finden die schwarze Akelei (!) und ausgesprochen schön ausgebildete Exemplare der Kratzdistel Cirsium heterophyllum, deren hoher samtiger Stängel mit einem einzelnen, prächtigen, leuchtend violetten Kopf gekrönt ist.
    Immer wieder werden Blicke frei auf die hohen Berge am Talende Richtung Timmelsjoch und hinaus Richtung Sarntal, der Stulser Wasserfall ergießt sich in nächster Nähe von der anderen Talseite.
    Die anfänglich breite Talsohle verengt sich zusehends, wir passieren Steinblöcke und Felsen auf denen sich als erster Bewuchs Flechten und Moose ansiedeln. Edel leuchtet am Wegrand die Graslilie inmitten von Salomonsiegel. Die Passagen auf den Rosten werden länger und zahlreicher, die Felswände mächtiger, die Blöcke im Fluss krasser. Wo sich die Passer besonders tief eingegraben hat, überqueren wir die Schlucht. Gegen Ende geht es steil aus der Schlucht heraus, ein bittersüßer Nachtschatten grüßt am Wege und verschiedene Vaccinium Arten begleiten uns am Anstieg fast auf Augenhöhe. Eine luftige Brücke direkt über der Staumauer bringt uns mit einem Schlag an die komplett gegensätzliche…
  • SUBMEDITERRANE FLORA am sonnseitigen Fels
    in den ein alter Fuhrweg “eingekerbt“ ist auf dem wir in wenigen Minuten vollends hinauf nach Moos gelangen. In der am Hang gestauten Wärme wetteifern die charakteristische Mannaesche, Traubeneiche, Felsenbirne, Schwalbenwurz, Edel-Gamander, kugelköpfiger Lauch, die schwarzwerdende Platterbse und -mit Glück- eine Feuerlilie.

In Moos befindet sich das Naturparkhaus „Mooseum“, in einem in den Fels gebauten Bunker von 1940 und mit einem Freigehege für Steinböcke. Im vorgebauten frei zugänglichen futuristischen Glasturm gibt es ein Geländemodell und einen Überblick über Flora und Fauna.
Hier holt uns der Bus wieder ab.
So schlängeln wir uns den ganzen Tag der Passer entlang.
Zu Fuß hier im engen Hinterpasseier, das in West-Ost Richtung verläuft.
Kulturhistorisch gesehen kommen wir an Resten eines früheren Kalkbrennofens vorbei, der mit Marmorfundstücken aus der Passer bestückt wurde und an einem kleinen alten Poltwerk zur Energiegewinnung.
Auf unserer Busfahrt durchs Vorderpasseier, ab der rechtwinkligen Abbiegung der Passer direkt nach Süden nach Meran passieren wir die 4 Ortschaften:

  • St Leonhard
    Geburtshaus von Andreas Hofer im „Sandwirt“
    Museum Passeir im typischen Haufenhof mit Bauerngarten und zwei Hofer-Gedächtniskapellen
    Schildhöfe
    Trainingsort unserer Fußballnationalelf vor der WM 2014
  • St Martin
    Sitz der Malerschule St Martin 1719-1845 die einige bekannte Künstler hervorbrachte
    Entsprechend viele bemalte Häuser im traditionellen, engen Dorfkern, der für Autos unpassierbar ist
  • Riffian und Kuens

Schwierigkeit: Mittelschwierig, am Ende anstrengende Serpentinen und Treppen. Es besteht zu keiner Zeit Absturzgefahr, aber absolute Schwindelfreiheit ist die Voraussetzung für das Begehen der „luftigen“ Gitterroste und Brücken .Gut befestigte Wege, zunächst wenig ansteigend, aber am Ende längerer steiler Ausstieg aus der Schlucht.
Gehzeit: 4-5 h
Strecke: 7,5 km
Höhenunterschied: 400 Hm (mit kaum merklichen Zwischenabstiegen von 60 m) zwischen 640-980 m Meereshöhe
Einkehrmöglichkeiten: „Hofschank Hinterbrugg“ im ersten Drittel, bevor die enge Schlucht beginnt
Wanderkarten TABACCO 039 Passeiertal; 1:25 000 TABACCO 043 Naturpark Texelgruppe; 1:25 000 KOMPASS WK 044 Passeiertal, 1:25 000
Verschiedene interaktive Karten und Wegbeurteilungen, zum Beispiel unter www.meranerland.org, www.bergwelten.com/t/w/15422, www.roterrucksack.com, www.almenrausch.at
Ausrüstung: Wetterschutz, feste Schuhe, Getränk
Abfahrt: 7.30 Uhr in Meran, Rückkehr gegen 18.30 Uhr

 

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