Ort Datum Tag Von Bis Veranstaltungsart
Meran 2017052121. Mai 2017 20170521So 17:00 Uhr 18:15 Uhr Vortrag

Die Prognose von Herzkreislauf-Erkrankungen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Aktuelle Leitlinien bilden diesen Fortschritt durch komplexe Therapieschemata für den akuten Herzinfarkt, Vorhofflimmern, Hypertonie und die Herzinsuffizienz ab. Die Zahl von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz nimmt zwar weiterhin zu, aber die Prognose bessert sich seit einigen Jahren durch leitliniengetreue Pharmakotherapie. Im Rahmen dieses Vortrags sollen etablierte und neue Pharmaka sowie innovative Zielmoleküle zur Therapie der Herzinsuffizienz vorgestellt werden.

Die Arzneitherapie der chronischen Herzinsuffizienz besteht – abhängig vom Krankheitsstadium – aus einer Kombinationstherapie verschiedener Pharmaka. Diuretika werden zur Ausschwemmung von Ödemen gegeben. Bei guter oder geringgradig beeinträchtigter Nierenfunktion stehen Thiazide im Vordergrund, bei stärkerer Niereninsuffizienz werden Schleifendiuretika gegeben. Die Aktivierung des Sympathikus und des Renin-Angiotensin-Systems bei Herzinsuffizienz wird durch Hemmstoffe dieser Systeme gebremst. Um die chronischen Umbauprozesse im Herz durch erhöhte Katecholamine zu mindern, kommen vor allem b1-Rezeptor-selektive Betablocker zum Einsatz. Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System wird vor allem durch ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten und Aldosteron-Antagonisten gehemmt. Seit 2016 steht außerdem die Kombination aus dem Neprilysin-Inhibitor Sacubitril und dem Angiotensin AT1-Rezeptorantagonisten Valsartan zur Verfügung. Betablocker, ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten, Aldosteron-Antagonisten, Valsartan/Sacubitril und auch der Schrittmacherkanalinhibitor Ivabradin verbessern die Prognose der Herzinsuffizienz und können das Überleben verlängern. Neben den pathophysiologischen Mechanismen und den Wirkprofilen der Pharmaka sollen die Therapieprinzipien aus medizinischer und pharmazeutisch-praktischer Sicht vorgestellt werden.

Zahlreiche neue Wirkprinzipien zur Therapie der chronischen Herzinsuffizienz befinden sich in den präklinischen und klinischen Entwicklungsphasen. Dabei wird der Bogen der vorgestellten Beispiele von neuen Inotropika und microRNAs bis hin zu epigenetischen Mechanismen reichen. Dies illustriert, wie den Herausforderungen der Herzinsuffizienz aktuell und in der Zukunft mit einem breiten Spektrum von Zielmolekülen und innovativen Wirkstoffen pharmakologisch begegnet werden soll.

 

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