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Digitale Live-Vorträge anstelle des pharmacon Meran

Bundesapothekerkammer präsentiert pharmacon@home: Digitale Live-Vorträge anstelle des pharmacon Meran

Eschborn / Berlin (25.05.2020) – Der diesjährige pharmacon Meran ist aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden. Nun bietet die Bundesapothekerkammer in der ursprünglich geplanten Kongresswoche ein digitales Fortbildungsprogramm an, das aktueller kaum sein könnte: An fünf Abenden berichten hochkarätige Referenten live um 20 Uhr über die Pandemie, COVID-19 und neue Arzneistoffe. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesapothekerkammer hat das attraktive Online-Programm als „Ersatz“ für den abgesagten Kongress zusammengestellt. Der Name des neuen Veranstaltungsformats: pharmacon@home.

„Wir wollen die Tradition des pharmacon Meran nicht abbrechen lassen und haben einen neuen Weg gesucht – und gefunden! Dieses Jahr fahren die Apothekerinnen und Apotheker nicht nach Meran, sondern der pharmacon kommt zu ihnen“, erklärt Professor Dr. Ulrike Holzgrabe, Sprecherin des Wissenschaftlichen Beirats. „Wir freuen uns sehr, dass es mit vereinten Kräften gelungen ist, in kurzer Zeit ein attraktives Programm in gewohnter Qualität zusammenzustellen.“

Wie immer beim pharmacon geht es darum, wissenschaftlich fundierte Informationen zu vermitteln und die Apothekerinnen und Apotheker damit in der täglichen Beratung zu unterstützen. Viele Menschen sind von den zahlreichen und zum Teil widersprüchlichen Meldungen zur Pandemie verunsichert und suchen Rat in der Apotheke. Gerade die sogenannten Risikogruppen, wie alte Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder eingeschränktem Immunsystem, vertrauen auf die pharmazeutische Beratung.

Die Forschung über das neuartige Coronavirus läuft auf Hochtouren. Die Flut an Ergebnissen wird selbst für Fachleute bisweilen unübersichtlich. Apothekerinnen und Apotheker haben bei ihrer aktuellen Beanspruchung kaum noch Zeit, selbst nach wissenschaftlichen Informationen zu recherchieren. Bei pharmacon@home nehmen erstklassige Fachleute ihnen diese Arbeit ab und präsentieren den aktuellen Wissensstand.

Konkret wird es darum gehen, das Pandemiegeschehen aus epidemiologischer Sicht zu betrachten und die verschiedenen Testsysteme zu bewerten. Auch die Erkrankung selbst wird in ihren vielen Facetten erläutert. In einem weiteren Vortrag wird über Studien mit den möglichen Impfstoffen berichtet. Und wie sieht es mit potenziellen Arzneistoffen gegen COVID-19 aus? Neben dem Ebola-Arzneistoff Remdesevir werden derzeit Wirkstoffe aus der HIV- und Malaria-Therapie getestet.

Wie es langjährige Tradition des pharmacon Meran ist, erwartet die Teilnehmer zudem ein Vortrag über die wichtigsten neu zugelassenen Arzneistoffe des vergangenen Jahres. Denn COVID-19 ist nicht die einzige Erkrankung, mit der sich die Arzneimittelforschung intensiv beschäftigt.

„Wir wissen, dass viele Kolleginnen und Kollegen gerne nach Meran gekommen wären. Auf den persönlich-kollegialen Austausch müssen wir dieses Jahr leider verzichten, auf hochwertige Fortbildung aber nicht“, erklärt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. „Die bisherige Resonanz auf unser online-Angebot ist riesig. Bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung haben sich bis zu 500 Teilnehmer bei einzelnen Veranstaltungen angemeldet. Dieses hervorragende Angebot at home sollte sich kein Pharmazeut entgehen lassen.“

Die Teilnahme an pharmacon@home ist kostenlos. Jeder kann bequem von zu Hause aus an den Vorträgen und der anschließenden Diskussion teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt über www.pharmacon.de für jeden gewünschten Vortrag separat. Wer dies wünscht, erhält eine Teilnahmebescheinigung mit Fortbildungspunkten.

Die Durchführung von pharmacon@home liegt bei der Avoxa Mediengruppe Deutscher Apotheker. Die Avoxa-Tochter pharma4u, Betreiberin einer der größten deutschen Webplattformen für pharmazeutische Fachkräfte, übernimmt die technische Realisation.

pharmacon@home läuft
Das attraktive Rahmenprogramm des pharmacon Meran ist nicht digital abzubilden. Auf den beliebten traditionellen Lauftreff braucht dennoch niemand zu verzichten. Er wird  – unter veränderten Voraussetzungen – stattfinden! Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von pharmacon@home sind herzlich eingeladen, sich in der Veranstaltungswoche besonders sportlich zu betätigen. Und das Mitmachen wird belohnt, denn am Ende werden unter allen Teilnehmern attraktive Preise verlost. Neben Joggen und Walken sind auch andere sportliche Disziplinen möglich. Das Gemeinschaftsgefühl steht im Vordergrund – nicht der Wettbewerb. Weitere Informationen gibt es unter www.pharmacon.de.

Hintergrund
Die pharmacon-Kongresse der Bundesapothekerkammer gehören zu den bedeutendsten pharmazeutischen Fortbildungsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Seit rund 50 Jahren kommen alljährlich Apothekerinnen und Apotheker im Frühsommer nach Meran, um sich über neue Erkenntnisse der pharmazeutischen Wissenschaft zu informieren. In den letzten Jahren zählte der pharmacon Meran jeweils rund 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer  – darunter viele Studierende und Berufsstarter.

Pressekontakt:
E-Mail: presse@avoxa.de

Der pharmacon kommt dieses Jahr zu Ihnen nach Hause

Aufgrund von Coronavirus SARS-CoV-2 und zum Schutze aller, mussten wir vor einigen Wochen mit großem Bedauern den diesjährigen pharmacon Meran absagen. Nun möchten wir Ihnen gerne eine Alternative anbieten und laden Sie herzlich ein an unserem kostenlosen pharmacon@home-Webinar teilzunehmen. In der Woche vom 07. – 13. Juni, in der eigentlich der pharmacon in Meran stattgefunden hätte, werden erstklassige Referenten rund um das Thema SARS-CoV-2 informieren und wichtige Schwerpunkte für die Apothekenpraxis setzen. Um die langjährige Tradition des pharmacon zu wahren, erwartet Sie zusätzlich ein Vortrag über die wichtigsten neu zugelassenen Arzneistoffe des vergangenen Jahres.

Schnuppern Sie ein wenig pharmacon-Luft ganz bequem von jedem beliebigen Ort aus und lassen Sie sich dieses hervorragende und kostenfreie Fortbildungsangebot nicht entgehen. Mehr Informationen zum Programm des pharmacon@home-Webinar und zur Anmeldung erhalten Sie hier.

Absage aufgrund von Corona-Virus Sars-CoV-2 pharmacon Meran vom 7. – 13. Juni 2020

Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Apothekerschaft auf Bundesebene ihre internen und externen Veranstaltungen abgesagt hat, vorläufig bis Anfang Juni 2020. „Apotheker sind essentiell für die Versorgung der Patienten – wegen Coronaviren in der nächsten Zeit noch mehr als sonst. Deshalb müssen wir vermeiden, dass sich möglicherweise Heilberufler auf Apotheker-internen Veranstaltungen infizieren. Dies könnte die flächendeckende Versorgung durch die wohnortnahen Apotheken gefährden – das dürfen wir nicht riskieren“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Von der Absage betroffen sind der Managementkongress der Pharmazeutischen Zeitung in Mallorca (geplant für 1. bis 4. April), das Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbands in Berlin (geplant für 22./23. April) und der Fortbildungskongress pharmacon der Bundesapothekerkammer in Meran/Italien (geplant für 7. bis 12. Juni 2020).

Abgesagt wurden auch interne Veranstaltungen wie die Mitgliederversammlungen des Deutschen Apothekerverbands und der Bundesapothekerkammer.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis in dieser besonderen Situation und hoffen sehr,  dass wir uns beim nächsten pharmacon 2021 in Meran wiedersehen werden. Die Veranstaltung ist geplant im Zeitraum vom 30. Mai bis 4. Juni 2021.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus Covid-19

Die Sicherheit und Gesundheit unserer Teilnehmer, Aussteller und Partner ist unsere höchste Priorität. Wir nehmen die Entwicklung des Coronavirus Covid-19 sehr ernst und daher ist es uns ein Anliegen, Sie regelmässig über diese zur informieren.

Der Landeshauptmann Arno Kampatscher hat eine neue Verordnung unterzeichnet, die Präventions- und Verhaltensmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus beinhaltet.
Er bekräftigt in diesem Zusammenhang, dass „Südtirol nicht zu den Gebieten mit Infektionsherden gehört, für die äußerst strenge Maßnahmen vorgesehen sind“
(Quelle: Auszug aus Online Artikel der Südtiroler Landesverwaltung, 26.02.2020)

Hier finden Sie den vollständigen Artikel.

Täglich aktualisierte Informationen aus Südtirol zum Thema Coronavirus können Sie hier nachlesen.

pharmacon Meran: Themenvielfalt von der Forschung bis zur Praxis

Blut, Stoffwechsel und die Besonderheiten der Pharmakotherapie beim älteren Menschen bilden die Schwerpunktthemen des kommenden 58. pharmacon in Meran. Das Programm verspricht einen interessanten und praxisnahen Kongress zu vielen aktuellen Fragen.

Blut

Eine funktionierende Blutgerinnung ist lebenswichtig. Was tun, wenn sie nicht (mehr) funktioniert? Wie können Betroffene damit leben? Bei anderen Patienten wiederum ist es erforderlich, die Blutgerinnung aktiv zu drosseln, um Herzinfarkt und Schlaganfall zu verhindern. Auch das ist nicht ohne Risiko.

Stoffwechsel

Wie immer bringt pharmacon in Meran eine Vielfalt aktueller Themen zusammen: vom Gehirn als Mastermind des Stoffwechsels über neue Therapieoptionen bei Leukämie bis zur Digitalisierung in der Pharmazie. Klassiker beim Meraner pharmacon sind die Vorträge zur Bewertung neuer Arzneimittel. Höchst interessant dürfte auch der Blick in die Pipeline der Anti-Aging-Forschung sein. Lassen sich Alterungsprozesse in absehbarer Zeit stoppen?

Geriatrie

Alte Menschen sind die häufigsten Kunden in der Apotheke. Sie bedürfen der besonderen pharmazeutischen Aufmerksamkeit, denn aufgrund der vielfach erforderlichen Polymedikation kommt es oft zu relevanten Interaktionen. Wie können Apotheker ihrer Verantwortung gerecht werden? Welchen Nutzen haben Listen, wie PRISCUS & Co.? Ein besonderer Beratungsbedarf ergibt sich, wenn alte Menschen aufgrund funktioneller Einschränkungen mit einer Arzneiform nicht zurechtkommen. Und dann gibt es im Alter natürlich auch noch die leichten Gesundheitsbeschwerden. Ein Seminar bei pharmacon in Meran beschäftigt sich mit „Evidenzbasierter Selbstmedikation in der Geriatrie“.

Seminare & Exkursionen

Abgerundet wird das Programm durch ein Seminar zur Blutanalyse in der Apotheke und – wie es guter Brauch ist in Meran – mit botanisch-wissenschaftlichen Exkursionen zu den Highlights der südtiroler Pflanzenwelt.

50 Jahre pharmazeutische Fortbildung auf Spitzenniveau

Schladming (24.01.2020) – Im 50. Jahr seines Bestehens setzte der pharmacon Schladming einmal mehr Maßstäbe für die Qualität der pharmazeutischen Fortbildung von Apothekern im deutschsprachigen Raum. Die internationale Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer zog erneut mehr als 700 Teilnehmer in das Kongresszentrum Schladming. Im Fokus standen im Jubiläumsjahr die Prophylaxe und die Therapie von Infektionskrankheiten.

Thomas Benkert, Vize-Präsident der Bundesapothekerkammer, führt den nachhaltigen Erfolg des pharmacon unter anderem auf die für den Kongress typische Mischung aus praxisnahem Wissen und kollegialem Austausch zurück. „Zudem gelingt es dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesapothekerkammer immer wieder Themen zu setzen, die den Fortbildungsbedarf in den Apotheken treffen. Gekoppelt mit den erstklassigen Referenten zieht das nicht nur langjährig treue Teilnehmer, sondern auch viele junge und angehende Apotheker nach Schladming. In diesem Jahr kamen beispielsweise Pharmaziestudierende der Universitäten Frankfurt, Tübingen sowie – über die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung – aus Würzburg, München, Regensburg und Erlangen in die Steiermark. Der pharmacon verbindet so auch die verschiedenen Generationen unseres Berufes“, so Benkert. Speziell für Studierende wurde ein Bewerbungs- und Prüfungstraining angeboten, welches auf großen Zuspruch bei den angehenden Apothekerinnen und Apothekern gestoßen ist.

Und natürlich stand auch das spannende Rahmenprogramm für die Attraktivität des Kongresses. Beim Bankabend beschäftigte sich der österreichische Arzt und Mitbegründer der CliniClowns, Dr. Roman Szeliga, mit einem Trend-Thema unserer Zeit: dem Morbus Digitalis. In seinem ebenso interaktiven wie humorvollen Auftritt erfuhren die Zuhörer, warum die Technik zwar den Fortschritt macht, der Mensch aber den Unterschied. „Wir haben auch bei unseren Angeboten für das Rahmenprogramm die unterschiedlichen Altersgruppen und Interessenlagen unserer Teilnehmer berücksichtigt“, erläutert Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa Mediengruppe, die den pharmacon im Auftrag der Bundesapothekerkammer ausrichtet. Neben der beliebten Hüttenparty mit der Möglichkeit zum Nachtrodeln standen auch Jausentermine auf der Schafalm auf dem Programm. Neu angeboten wurden ein regelmäßiger Shuttle in die Ramsau, ein Ausflug nach Salzburg sowie Kochkurse, die in die Speisenvielfalt der Steiermark entführten. „Bewertungen unserer Teilnehmer helfen uns dabei, diese Angebote permanent weiter zu entwickeln“, erklärt Ergül. Rege Gespräche zwischen Apothekern und ihren Geschäftspartnern gab es schließlich bei der auch in diesem Jahr wieder ausgebuchten begleitenden Ausstellung.

Damit zeigt sich, dass die pharmacon-Kongresse den Spitzenplatz in der Apothekerfortbildung einnehmen. Der nächste pharmacon findet vom 7. bis 12. Juni 2020 im Meraner Jugendstilkurhaus statt. Unter der Moderation von Prof. Dr. Ruth und Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz werden die Themen Blut, Stoffwechsel und Geriatrie behandelt.

Pressekontakt:
Elmar Esser
E-Mail: presse@avoxa.de

Lungenentzündung – Wenn Atemwegsinfektionen gefährlich werden

Lungenerkrankungen sind nicht nur ausgesprochen häufig, sie sind auch eine der häufigsten Todesursachen. Das machte Professor Dr. Robert Bals beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming deutlich.

Im Winter haben Viren Hochzeit. »Gerade jetzt ist die richtige Zeit für banale virale Atemwegsinfekte«, sagte der Mediziner vom Universitätsklinikum des Saarlandes beim Winterkongress Pharmacon in Schladming. Eine ganze Reihe von Viren können diese klassischen grippalen Infekte auslösen: Neben Influenza A und B nannte der Referent Adenoviren, Parainfluenzaviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und Rhinoviren. Gerade die letzten drei seien für einen großen Teil der akuten Atemwegsinfekte verantwortlich. Die typischen Symptome sind Schnupfen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und eventuell Fieber. In den allermeisten Fällen heilen die Infektionen von selbst wieder aus, berichtete Bals.

In den Medien deutlich mehr Aufmerksamkeit als die Erkältungsviren erhalten die Influenzaviren, die Erreger der echten Grippe. Diese Erkrankung kann deutlich schlechtere Verläufe nehmen. Gefürchtet ist eine Grippeerkrankung auch deswegen, weil als Komplikation eine bakterielle Superinfektion der Lunge, eine Pneumonie, hinzukommen kann. Influenzaviren sind hochansteckend, weshalb im stationären Bereich bei Aufnahme der Patienten rasch abgeklärt werden muss, ob sie mit Grippeviren infiziert sind, da sie isoliert werden müssen, berichtete Bals. Hierfür stehen inzwischen Schnelltests in Krankenhäusern zur Verfügung, die das Erreger-Erbgut mittels PCR innerhalb einer Stunde nachweisen könnten…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 23.01.2020

Herpes Zoster – Neues zur Gürtelrose

Herpes Zoster, die Gürtelrose, ist der Klassiker unter den Hautinfektionen des älteren Menschen. Erkranken Jüngere, kann das auf eine zurundeliegene Immunschwäche hindeuten. Mit dem unverzüglichen Beginn einer Therapie sollen Komplikationen verhindert werden.

»Niemals geht man so ganz.« Diese Zeile eines alten Schlagers trifft im medizinischen Kontext auf das Varizella-zoster-Virus (VZV) zu. Bei Kindern löst eine Infektion mit VZV Windpocken aus. Nachdem diese abgeklungen sind, zieht sich der zu den Herpesviren gehörende Erreger in die Ganglien der sensiblen Nerven zurück und bleibt dort.

Ist das Immunsystem aus irgendeinem Grund nicht mehr stark genug, um das VZV in Schach zu halten, kann es sich erneut deutlich vermehren. Diese endogene Rezidivinfektion des VZV ist der Herpes Zoster. Der ebenfalls gebräuchliche Namen Gürtelrose illustriert, dass sich der schmerzhafte Hautausschlag mit Bläschenbildung streifenförmig – wie ein Gürtel – entlang des betroffenen Nervs zeigt. Auch Gesichtsnerven wie der Trigeminusnerv können betroffen sein; man spricht in diesem Fall von einer Gesichtsrose.

»Da die Immunabwehr im Alter nachlässt, sind vor allem ältere Menschen von Gürtelrose betroffen«, sagte Professor Dr. Helmut Schöfer von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Die Inzidenz steige von 3,2 Fällen pro 1000 Personenjahre in der Allgemeinbevölkerung auf sieben bis acht bei den 50- bis 80-Jährigen, zehn bei den Über-80-Jährigen und elf bei den Über-90-Jährigen…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 22.01.2020

Antibiotika – Neue Wege gegen Resistenzen

Geht es um die Resistenz von Bakterien gegen bestimmte Antibiotika, gibt es nicht nur die beiden Kategorien »resistent« und »sensibel«. Dazwischen existiert ein relativ großer Graubereich, in dem durch eine Modifikation der Therapie oft noch eine Wirksamkeit erreicht werden kann.

»Antibiotika-Resistenz ist ein globales Problem, das sich in den letzten Jahren verschärft hat und voraussichtlich noch weiter zunehmen wird«, sagte Professor Dr. Matthias Willmann vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Tübingen beim Pharmacon-Kongress in Schladming. Derzeit forderten Infektionen mit resistenten Erregern jährlich etwa 700.000 Todesopfer. Setze sich die Entwicklung so fort wie bisher, sei damit zu rechnen, dass im Jahr 2050 ungefähr 10 Millionen Menschen an den Folgen solcher Infektionen sterben – mehr als an Krebs.

Dabei seien nicht Resistenzen gegen einzelne Antibiotika das Problem, sondern Multiresistenzen. Deren Ausmaß sei jedoch schwierig zu quantifizieren, da international verschiedene Definitionen existierten. In Deutschland teile das Robert-Koch-Institut die multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) anhand der Empfindlichkeit gegen die vier Leitsubstanzen Piperacillin, Cefotaxim beziehungsweise Ceftazidim, Imipenem und / oder Meropenem sowie Ciprofloxacin ein. 3MRGN bedeute, dass der Erreger nur gegen einen dieser Wirkstoffe empfindlich ist, 4MRGN, dass er gegen alle resistent ist…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 21.02.2020

Mensch als Metaorganismus – Das Mikrobiom bestimmt unser Selbst

Der Mensch beherbergt mehr Mikroben als er eigene Körperzellen hat und wird stark von diesem Mikrobiom beeinflusst. Er muss daher immer als eine Lebensgemeinschaft – als ein Metaorganismus – angesehen werden, machte Professor Dr. Thomas Bosch auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming deutlich.

»Alle höheren Organismen wie Pflanzen, Tiere und damit auch der Mensch sind auf einem mikrobiellen Biofilm entstanden, der schon lange vor ihnen existierte«, sagte der Evolutionsbiologe von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Sie haben sich in einer Koevolution mit den Mikroben entwickelt. Es verwundert daher nicht, dass alle Oberflächen wie Haut und Schleimhäute, die der Mensch besitzt, und auch einige Organe mit einer Unzahl von Bakterien, Viren und Pilzen besiedelt sind. Die Gesamtheit der Mikroorganismen, die beim Menschen vorkommt, wird als Mikrobiota bezeichnet, die Gesamtheit der Gene  als Mikrobiom. »Wir brauchen das Mikrobiom wie unsere eigenen Organe«, sagte Bosch. »Wenn es fehlt, werden wir krank.«

Man beginne erst jetzt, die vielen Funktionen zu verstehen, die das Mikrobiom erfüllt. Es interagiert mit dem Immunsystem und kommuniziert auch mit dem zentralen Nervensystem. So helfe es zum Beispiel auch, Pathogene zu verdrängen, was unter anderem daran zu erkennen sei, dass Mundsoor entsteht, wenn lokale Antibiotika im Mund angewendet werden. Außerdem schützt eine gesunde Hautflora zum Beispiel vor Infektionen mit Haemophilus ducreyi, dem Erreger der Geschlechtskrankheit Ulcus molle (weicher Schanker). In Tieruntersuchungen habe man jetzt auch gezeigt, dass ein natürliches Mikrobiom vor der Entstehung von Tumoren schützen kann, berichtete der Biologe. Bei allen Erkrankungen müsse man metaorganistisch denken und das Mikrobiom miteinbeziehen, forderte er…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Influenza-Prävention | Ein klares Ja zum Impfen in Apotheken

In der Apothekerschaft ist das Thema Impfen in der Apotheke umstritten. Auf dem Pharmacon Schladming sprach sich der Mediziner Professor Dr. Thomas Weinke eindeutig dafür aus: Um die Grippeimpfquoten zu erhöhen, sei dies eine sehr sinnvolle Maßnahme.

Durch keine Impfung können so viele Todesfälle verhindert werden wie durch die Grippeimpfung, betonte der Referent. / Foto: PZ/Alois Müller

Impfungen sind die effektivste Präventionsmaßnahme, um Erkrankungen und Todesfälle von Infektionskrankheiten zu verhindern. Und mit keiner Impfung ließen sich so viele Todesfälle in Deutschland verhindern wie mit der Grippeimpfung, machte Weinke, ärztlicher Direktor des Ernst-von-Bergmann-Klinikums in Potsdam deutlich. Auch wenn die Effektivität der Impfung mäßig sei, liege die Krankheitslast doch sehr hoch. In der schweren Grippesaison 2017/2018 habe die Influenza etwa 9 Millionen Arztbesuche und etwa 25.000 Todesfälle verursacht. Das ergab die Übersterblichkeits-Abschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Auch wenn nicht jede Saison so schwer verläuft, seien über die vergangenen Jahre gemittelt in jeder Grippesaison etwa 10.000 grippebedingte Todesfälle in Deutschland aufgetreten. »Bei einer Impfstoffeffektivität von 50 bis 70 Prozent sind dies 5000 bis 7000 verhinderte Todesfälle«, sagte Weinke…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Torte und gute Vorsätze

Der 50. Pharmacon-Winterkongress hat im österreichischen Schladming begonnen. Zur Begrüßung gab es Sachertorte für alle, eine kurze Rückschau auf die Inhalte der vergangenen Fortbildungskongresse und einen Überblick über die aktuellen berufspolitischen Baustellen.

Welche berufspolitischen Anliegen die Apotheker derzeit haben, führte Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, zur Eröffnung des Fortbildungskongresses Pharmacon in Schladming aus. / Foto: PZ/Alois Müller

Vor 50 Jahren wurde das Konzept eines einwöchigen Winter-Fortbildungskongresses für Apotheker aus der Taufe gehoben. »Der Grund war, dass sich die Inhalte des Pharmaziestudiums geändert hatten: Medizin und Pharmakologie hatten einen größeren Stellenwert erhalten. Mit dem Fortbildungskongress wollte man die älteren Apotheker in den neuen Fächern fit machen«, sagte Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer (BAK), in Schladming. In 50 Jahren hat sich der Winter-Pharmacon einen festen Platz im Fortbildungskalender erobert. Viele Teilnehmer sind »Wiederholungstäter«, aber es kommen auch jedes Jahr viele Kollegen das erste Mal nach Schladming. In diesem Jahr ist der Kongress mit etwa 700 Teilnehmern wieder gut besucht. Anlässlich des Jubiläums bekamen sie von den Gastgebern des Tourismusverbands Schladming eine große Sachertorte spendiert…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Augenblicke, Stimmungen und Impressionen der pharmacon Kongresse

Die pharmacon Kongresse sind ein einzigartiges Fortbildungsformat: Seit über 50 Jahren ist die Mischung aus praxisnahem Wissen und Austausch auf Augenhöhe ein fester Termin im Fortbildungskalender. Hier erwarten Sie Vorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Themen und Seminare mit starkem Praxisbezug. Die Fortbildungswoche bietet Ihnen viel Raum für den wissenschaftlichen und kollegialen Austausch

Augenblicke, Stimmungen und Impressionen der pharmacon Kongresse – Verschaffen Sie sich hier einen Eindruck von den bedeutendsten pharmazeutischen Fortbildungsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.

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STI: Prophylaxe mit Antibiotika?

Die Häufigkeit sexuell übertragbarer Krankheit (STI) nimmt bereits seit einiger Zeit wieder zu. Lassen sich Antibiotika nicht nur zu ihrer Therapie, sondern auch zur Prophylaxe, etwa einer Chlamydien-Infektion, Gonorrhö oder Syphilis, einsetzen?  Dies wird aktuell in Studien untersucht, wie die Pharmazeutische Zeitung in ihrer Ausgabe 03/2020 berichtet. Der Beitrag ist vollständig online verfügbar.

Untersucht wurde beispielsweise die Effektivität zweier Doxycyclin-Dosierungsschemata: die kontinuierliche Einnahme von 100 mg pro Tag (PrEP analog zur Malaria-Prophylaxe) versus einer Einnahme bei Bedarf mit einmalig 200 mg innerhalb von 24 bis maximal 72 Stunden nach kondomlosem beziehungsweise risikoreichem Sex maximal dreimal pro Woche (Postexpositionsprophylaxe, PEP). Die Effektivitätsraten zur Verhinderung einer Chlamydien-Infektion und einer Syphilis lagen bei circa 70 Prozent. Weitere Studien laufen, denn es sind noch viele Fragen offen: Welche Antibiotika eignen sich und welche ist die effektivste Dosis? Mit welchen Nebenwirkungen und Resistenzen muss gerechnet werden?

Mehr zum Thema Infektionskrankheiten, Antiinfektiva und Resistenzen gibt es in den Vorträgen des pharmacon. (Link: https://pharmacon.de/schladming/kongressprogramm/)

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