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50 Jahre BAK-Winterkongress – Innovationen über fünf Jahrzehnte

Theo Dingermann

Verschiedene Gründe lassen sich finden, 50 Jahre Pharmacon-Winterkongresse zu feiern. Ein Grund ist, dass diese Kongressreihe fast die gesamte Zeit der »pharmazeutischen Revolution« begleitet hat.

Kongresszentrum Davos / Foto: PZ Archiv (1992)

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war mit Acetylsalicylsäure, Aminophenazon, Arsphenamin, Diethylbarbitursäure, einem Diphtherieserum, Morphin, Procain, Strophanthin und zahlreichen Phytopharmaka nur diese kleine Gruppe von Arzneimitteln verfügbar.

Zwar wurden bis zu den 1950er-Jahren bemerkenswerte Erfindungen gemacht, darunter die Entdeckung der Vitamine durch Sir Frederick Gowland Hopkins im Jahre 1912, die Einführung wichtiger Impfstoffe gegen Diphtherie (1923), Pertussis (1926), Tuberkulose und Tetanus (1927), die Demonstration des großen Nutzens einer Insulintherapie (1922) durch Banting und Best und natürlich die Entdeckung des Penicillins 1928 durch Sir Alexander Fleming, das allerdings erst zehn Jahre später systematisch studiert wurde. Tatsächlich aber sollte es noch einmal 50 Jahre dauern, bis der Arzneimittelschatz, den wir heute kennen und an dem wir uns so selbstverständlich bedienen, fast explosionsartig zu wachsen begann. Es waren die frühen 1950er-Jahre, die den Beginn der »pharmazeutischen Revolution« markieren.

Seien wir mal ehrlich: Können wir uns vorstellen, dass es beispielsweise Erythromycin und Metformin vor 1950 nicht gab? Dass das Breitbandantibiotikum Ampicillin, der Betablocker Propranolol und das Parkinsonmittel Levodopa erst in den 1960er-Jahren verfügbar wurden? Und dann begann im Jahre 1971 die Reihe der Pharmacon-Winterkongresse, über die wir in den kommenden Wochen rückblickend berichten werden.

Vielzahl neuer Wirkstoffe

Eine Vielzahl neuer Wirkstoffe wurde in schneller Taktfolge verfügbar, darunter in den 1970er-Jahren Diclofenac, Clotrimazol, Nifedipin, Cisplatin und Tamoxifen. Highlights der 1980er-Jahre waren die ACE-Hemmer Captopril und Enalapril, der H2-Blocker Ranitidin, der selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer Fluoxetin und die Naturstoffe Artemisinin als bis heute wichtiges Malaria-Medikament und Ciclosporin als Wegbereiter der Organtransplantationen.

Die Entwicklung beschleunigte sich in den 1990er-Jahren. Beispiele aus diesem Jahrzehnt sind Ondansetron, Sumatriptan, Paclitaxel und ein rekombinant hergestelltes Interferon β-1b, das die Behandlung der Multiplen Sklerose revolutionierte. Weitere Highlights waren der ATII-Antagonist Losartan, die HIV-Proteasehemmer Saquinavir, Ritonavir und Indinavir sowie Infliximab, ein rekombinanter monoklonaler Antikörper als Wegweiser für eine ganze Gruppe von TNF-Inhibitoren.

Nach der Jahrtausendwende machte dann Imatinib als Kinasehemmer mit sensationeller Wirksamkeit bei der Behandlung einer chronisch-myeloischen Leukämie (CML) Schlagzeilen. Mit ihm etablierte sich dann auch endgültig das Konzept der stratifizierten Arzneimitteltherapie. Weitere bemerkenswerte Innovationen in den ersten Jahren nach dem Millennium waren Bosentan, Aprepitant, Ximelagatran, der Proteasom-Hemmer Bortezomib sowie Bevacizumab, ein Blockbuster basierend auf dem Prinzip der Angiogenese-Hemmung.

Paradigmenwechsel

Seit einigen Jahren deutet sich ein Paradigmenwechsel an. Waren die Arzneimittel bisher vor allem in der Lage, Krankheiten zu managen und zu lindern, so war Heilung mithilfe von Arzneimittel nur in Ausnahmefällen möglich. Dies ändert sich jetzt. Paradigmatisch zu nennen ist die Gruppe der Hepatitis-C-Therapeutika, die tatsächlich in der Lage sind, binnen 12 bis 24 Wochen in vielen Fällen eine bis dato unheilbare Hepatitis komplett auszuheilen.

Und wir werden immer öfter mit einem völlig neuen Arzneimitteltyp, »Arzneimittel für neuartige Therapien« (Advanced Therapy Medicinal Products; ATMP) konfrontiert. Grund genug, um auch nach 50 Jahren Pharmacon-Winterkongress weiterhin eng am Ball zu bleiben.

Erschienen am 15.11.2019 auf www.pharmazeutische-zeitung.de

50 Jahre BAK-Winterkongress – Innovationen über fünf Jahrzehnte2019-11-19T11:36:10+02:00

Grippe: Möglicher neuer Ansatzpunkt für Impfschutz

Forscher am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) haben gezeigt, dass der Antikörper-unabhängige zelluläre Arm des Immunsystems ebenfalls einen Immunschutz gegen Influenza vermitteln kann. Dafür integrierten sie ein Influenza-Antigen in Zytomegalieviren (CMV) und lösten im Mausmodell eine starke Reaktion der T-Lymphozyten aus. Die Besonderheit dabei: Die Hybridviren locken, wenn sie über die Nase verabreicht werden, T-Zellen aus dem Blutkreislauf in die Schleimhäute der Atemwege. Diese Immunzellen werden bei Kontakt mit Influenzaviren schnell aktiviert und dienen als Wächter, die den Viren den häufigsten Eintrittsort in den Körper versperren. „Kein anderes Virus löst solch eine starke Immunreaktion der T-Zellen aus wie das Zytomegalievirus (CMV)“, erläutert Prof. Luka Čičin-Šain, Leiter der Forschungsgruppe Immunalterung und Chronische Infektionen am HZI in einer Pressemitteilung.

Die Darreichungsform der Impfung hatte dabei einen Einfluss auf die Schutzwirkung. Obwohl über die Nase verabreichte Zytomegalieviren im Blut eine geringere T-Zell-Aktivierung auslösten als solche, die mit einer Spritze injiziert wurden, ergab sich bei der nasalen Impfung ein besserer Schutz vor einer Influenza-Infektion. Der entscheidende Faktor dafür sind die in der Schleimhaut ansässigen zytotoxischen T-Zellen. Durch die Impfung verlassen die Immunzellen den Blutkreislauf und siedeln sich im Zielgewebe an. Dort können die Abwehrzellen über lange Zeit verbleiben. Bei Kontakt mit Influenzaviren produzieren sie Botenstoffe und locken weitere Immunzellen an den Ort der Infektion.

In weiteren Experimenten konnten die Forscher nachweisen, dass die Immunität ausschließlich auf dem zellulären Arm des Immunsystems basiert. Eine Beteiligung von Antikörpern konnten sie ausschließen. „Wir müssen in der Infektionsforschung unseren Blick auf das gesamte System richten. Alle Gewebe – nicht nur das Blut – sind am Infektionsverlauf und dem Aufbau von Immunität beteiligt“, sagte Čičin-Šain. „Der Grippeimpfstoff der Zukunft könnte daher auf eine kombinierte Immunität durch im Blut zirkulierende Antikörper und T-Zellen, die die Schleimhäute ‚bewachen‘, abzielen.“

Die Ergebnisse wurden in PLoS Pathogens veröffentlicht.

 

 

Grippe: Möglicher neuer Ansatzpunkt für Impfschutz2019-10-28T11:02:48+02:00

Fortbildung sichert Qualität der Arzneimittelversorgung

Mehr als 900 Teilnehmer beim pharmacon Meran

Eschborn/Meran (31.05.2019) – Während in Berlin um den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken gerungen wird, legten in dieser Woche Apothekerinnen und Apotheker aller Altersgruppen ein überzeugendes Zeugnis dafür ab, wie engagiert sie sich für die pharmazeutische Qualität der flächendeckenden Arzneimittelversorgung rund um die Uhr einsetzen. Mehr als 900 Teilnehmer – darunter viele Studierende und junge Apothekerinnen und Apotheker – kamen nach Meran, um sich dort beim pharmacon über die neuesten Erkenntnisse der pharmazeutischen Wissenschaft zu informieren. In diesem Jahr standen die Schwerpunktthemen „Haut, Urogenitaltrakt und Hormone“ im Zentrum des Kongresses, der am heutigen Freitag zu Ende ging.

„Die Attraktivität des einwöchigen internationalen Fortbildungskurses der Bundesapothekerkammer liegt unter anderem darin, dass hier von hochkarätigen Referenten gleichermaßen Informationen über wissenschaftliche Innovationen sowie Kenntnisse für die pharmazeutische Praxis vermittelt werden“, erklärte Dr. Andreas Kiefer. Neben den Vorträgen standen bei den ergänzenden Seminaren die Themen „Wunden – gut verbunden“ und „Antiseptika, Antibiotika und Farbstoffe für die dermale Applikation – ein Update für die Apothekenpraxis“ auf dem Programm.

Der direkte Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten ist der Bundesapothekerkammer besonders wichtig. Zusätzlich zur Diskussion direkt im Anschluss der Vorträge wurde in diesem Jahr erstmals ein Speaker’s Corner angeboten. Viele Interessierte nutzten diesen persönlichen Austausch mit dem Referenten und konnten auch individuelle Fragen aus der eigenen Apotheke klären und mit den frisch gewonnen Erkenntnissen abstimmen.

Dem Austausch und dem Networking dienten zudem die Veranstaltungen des Rahmenprogrammes, die von den Teilnehmern des pharmacon ebenso positiv bewertet wurden wie die Vorträge des Kongresses. „Insgesamt haben wir auch das begleitende Angebot an die sich seit Jahren verjüngende Teilnehmerschaft angepasst“, erklärte Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa Mediengruppe, die den pharmacon im Auftrag der Bundesapothekerkammer ausrichtet. „Neben dem klassischen Konzert sowie dem Ausflug am Donnerstag haben wir daher auch wieder Rafting-Touren angeboten, die hervorragend angenommen wurden. Ganz neu wurde ein Networking-Event für junge Apotheker ausgerichtet, zu dem sehr viele Teilnehmer kamen. Das Highlight war jedoch auch in diesem Jahr wieder die komplett ausgebuchte pharmacon Dance Night.“

Die Mischung aus Fortbildung, Rahmenprogramm und Networking mit Referenten und Kollegen hat die Teilnehmer des pharmacon Meran 2019 einmal mehr überzeugt. Viele haben sich daher schon jetzt entschieden, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Der Winter-pharmacon findet vom 19. – 24.01.2020 in Schladming statt. Der Sommer-Kongress lädt vom 07. – 12.06.2019 wieder in das Meraner Jugendstilkurhaus ein.

 

Pressekontakt:
Elmar Esser
E-Mail: presse@avoxa.de

Fortbildung sichert Qualität der Arzneimittelversorgung2019-05-29T14:50:15+02:00

Apalutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen

Männer, die an einem nicht metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom erkrankt sind und ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen, können von einer Therapie mit Apalutamid profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und vergibt in der Nutzenbewertung einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen. Apalutamid wurde im Januar 2019 zur Hormonentzugstherapie des Prostatakarzinoms zugelassen.

Vor allem bei einem wichtigen patientenrelevanten Endpunkt zeigen sich laut einer Pressemitteilung des IQWiG deutliche Vorteile: bei der symptomatischen Progression. Dies ist ein aus mehreren Komponenten zusammengesetzter Endpunkt, der in der Nutzenbewertung zugrunde liegenden Studie zu Apalutamid explizit erhoben wurde. Berücksichtigt wurden dabei verschiedene Beschwerden, die bei fortschreitendem Prostatakarzinom neu auftreten oder sich verschlimmern können. Dazu gehören Knochenbrüche und Schmerzen. Bei den Männern, die Apalutamid einnahmen, führte der fortschreitende Krebs bei etwa 8 von 100 Männern zu Beschwerden oder zu einer weiteren Behandlung. In der Vergleichsgruppe war dies dagegen bei etwa 16 von 100 Männern der Fall.

„In der Vergangenheit haben wir die Art und Weise, wie Progression in onkologischen Studien definiert und erhoben wurde, oft kritisiert“, sagte Stefan Lange, stellvertretender Leiter des IQWiG. „Hier sind die Studienautoren ganz anders vorgegangen: Anstelle bloßer Messwerte, etwa eines Tumorwachstums um soundsoviel Millimeter, wurden pathologische Frakturen und Kompressionen des Rückenmarks ermittelt sowie Symptome, die einen chirurgischen Eingriff, eine neue systemische Krebstherapie oder eine Strahlentherapie nötig machten. Das ist eindeutig patientenrelevant.“

Mehr zum Thema Prostatakarzinom gibt es im Vortrag von Professor Dr. Arnulf Stenzel, Universitätsklinik Tübingen. Das vollständige Programm des Kongresses gibt es hier.

Apalutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen2019-05-15T14:42:07+02:00

Melanom: Muttermale an Armen und Beinen zählen

Wer viele Muttermale an den Armen oder Beinen aufweist, hat ein erhöhtes Risiko, an einem malignen Melanom oder einem Basalzellkarzinom zu erkranken. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlicht wurde, wie die Deutsche Krebsgesellschaft online berichtet.

Personen mit mindestens 15 Muttermalen erkrankten demnach fast dreimal häufiger an einem Melanom und knapp eineinhalbmal häufiger an einem Basalzellkarzinom als Personen, die kein Muttermal aufwiesen. Die Melanome traten dabei nicht nur an den Gliedmaßen auf, sondern auch in anderen Körperregionen. Für das Plattenepithelkarzinom fand sich ein solcher Zusammenhang nicht.

Da die Zahl der Muttermale auf Angaben der Teilnehmer beruht und nicht auf einer medizinischen Untersuchung, raten die Autoren der Studie bei der Interpretation der Ergebnisse zu Zurückhaltung. Dennoch könne – auch im Zusammenhang mit den Ergebnissen früherer Studien – davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Muttermale ein aussagekräftiger und klinisch leicht zu bestimmender Parameter für das Basalzellkarzinom- und das Melanomrisiko in allen Körperregionen darstelle.

Über die Fortschritte in der Behandlung von Präkanzerosen, Melanom und Basaliom informiert in ihrem Vortrag Professor Dr. Dorothee Nashan auf dem pharmacon in Meran. Das Programm des Kongresses ist bereits jetzt hier einsehbar.

Der Link zur Studie: Wei EX et al. Extremity nevus count is an independent risk factor for basal cell carcinoma and melanoma, but not squamous cell carcinoma. Journal of the American Academy of Dermatology 2019, 80(4):970-8

Melanom: Muttermale an Armen und Beinen zählen2019-05-15T13:07:50+02:00

Neurodermitis:  H4-Rezeptor-Blocker erfolgreich getestet

Einen neuen Wirkstoff zur Behandlung der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) in einer kleinen Studie mit 98 Teilnehmern erfolgreich getestet. Der neue Wirkstoff mit dem dem Kürzel ZPL-3893787 reduzierte demnach innerhalb von acht Wochen den Anteil veränderter Hautstellen – unter anderem mit Rötungen, Bläschen und Kratzspuren – um durchschnittlich 50 Prozent.

Bei dem getesteten Wirkstoff handelt es sich um einen Histamin-H4-Rezeptor-Blocker. H4-Rezeptoren wurden erstmals im Jahr 2000 beschrieben. Sie finden sich vor allem auf Zellen des blutbildenden Systems und des Immunsystems und sind an allergischen Reaktionen beteiligt. „Labor- und In-vivo-Ergebnisse im Mausmodell, die wir seit 2005 kontinuierlich veröffentlichen, sprachen dafür, dass der H4-Rezeptor eine interessante Zielstruktur für die Behandlung der Neurodermitis ist“, berichtet Professor Dr. Thomas Werfel, MHH-Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, in einer einer Pressemitteilung der MHH. In einem nächsten Schritt soll ZPL-3893787 in weiteren Studien untersucht werden.

Welche therapeutischen Optionen zur Behandlung von Patienten mit atopischer Dermatitis bereits heute zur Verfügung stehen, erfahren die Teilnehmer des pharmacon Meran im Vortrag „Update atopische Dermatitis“ von Professor Dr. Jens-Malte Baron. Das Programm des pharmacon ist bereits jetzt hier einsehbar.

Der Link zur Studie: Werfel, Thomas et al., Efficacy and safety of the histamine H4 receptor antagonist ZPL-3893787 in patients with atopic dermatitis

Neurodermitis:  H4-Rezeptor-Blocker erfolgreich getestet2019-04-16T13:15:06+02:00

Abwechslung ist Programm

Der Fortbildungskongress Pharmacon in Meran lässt sich auf folgende kurze Formel bringen: 4 plus 1 plus 1 – vier Tage strammes Vortragsprogramm, ein Tag für besondere Themen und ein Tag für Fortbildung im Freien. Doch damit ist längst nicht alles erfasst.

Drei Schwerpunktthemen gibt es beim diesjährigen 57. Pharmacon in Meran: Erkrankungen der Haut und deren Behandlung, häufige Erkrankungen des Urogenitaltrakts und deren Therapien — ein Vortrag zum Thema eingeschränkte Nierenfunktion und Arzneimitteltherapiesicherheit darf hier nicht fehlen — und der große Bereich der Hormone. Insgesamt können 18 Vorträge und zwei Seminare besucht werden.

Der Fortbildungskongress Pharmacon in Meran bietet seinen Teilnehmern jedoch stets auch eine erweiterte Perspektive. Um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) geht es in der Eröffnungsveranstaltung. Als Keynote-Speaker konnte Professor Dr. Rüdiger Buchkremer, Direktor des Instituts für IT-Management und Digitalisierung (ifid) an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management, gewonnen werden. Künstliche Intelligenz eröffnet vielfältige Möglichkeiten, aber auch Fragen: Was können wir aus der Systemmedizin lernen? Wie kann KI die Kommunikation zwischen Patienten, Ärzten und Apothekern verändern? Nicht zuletzt muss auch über ethische Aspekte und Datenschutz gesprochen werden.

Des Weiteren erhalten die Kongressteilnehmer neben den Schwerpunktvorträgen aktuelle Informationen zu innovativen Arzneistoffen, Wirkstoffkandidaten in der Pipeline, Versorgungsforschung in der Dermatologie und zur Arbeitsweise der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Fortbildung in wunderschöner Umgebung, aber nur den Kongresssaal gesehen? Abhilfe schaffen drei Veranstaltungen am vortragsfreien Donnerstag. Unter fachkundiger Führung geht es bei zwei botanisch-wissenschaftlichen Exkursionen wahlweise auf den Schlandersberg oder in die Passerschlucht. Festes Schuhwerk und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht. Gemütlicher geht es beim Tagesausflug »Passeiertal, Sterzing & Brixen« zu. Für Mutige gibt es je eine geführte Rafting-Tour für Einsteiger und für Fortgeschrittene. Doch nicht nur Mut und Abenteuerlust sind hier gefragt, denn Teamgeist steht an erster Stelle.

Klassische Musik gibt es am Montagabend. Dann gehört die Bühne des Kurhauses begabten jungen Künstlern: dem Violin-Duo Clara Shen und Katharina Strepp und dem Klavier-Duo Ilia Antoniadis und Levent Geiger. Für ausgelassene Unterhaltung ist am Donnerstag gesorgt: Dann geht es mit der Seilbahn zur Pharmacon Dance Night auf 2000 Meter Höhe, zu Networking, landestypischen Speisen und Getränken, toller Musik und jeder Menge gute Laune.

Was den Pharmacon Jahr für Jahr zu etwas Besonderem macht, sind nicht zuletzt seine Besucher. Denn in Meran treffen sich Pharmazeuten vieler Generationen: von Noch-Studierenden über Jung-Apotheker und Apotheker mit jahrelanger Berufserfahrung bis hin zu Apothekern im Ruhestand. Sie alle vereint die Liebe zu einem aspektreichen und anspruchsvollen Beruf, zu wissenschaftlicher Fortbildung und zum kollegialen Austausch. Erfahrungswissen aus der Apothekenpraxis und aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft kommen in Meran zusammen.

Kommen lohnt sich
Der Fortbildungskongress Pharmacon Meran findet vom 26. bis 31. Mai 2019 statt. Tickets, Informationen und das vollständige Programm sind zu finden unter www.pharmacon.de. Der Vorverkaufspreis für die Ticketbuchung gilt noch bis zum 26. April 2019.

Beitrag erschienen in Pharmazeutischer Zeitung / 04.04.2019
Foto: PZ/Alois Müller

Abwechslung ist Programm2019-04-10T17:10:06+02:00

Die perfekte Kombination für neue Kontakte: pharmacon und PZ Pharmastellen

Apothekenleiter, die neue Mitarbeiter suchen oder Apotheker und PTA, die sich beruflich verändern möchten, können ihr Anliegen wieder auf dem pharmacon in Meran präsentieren. Das mittlerweile bewährte Portal PZ-Pharmastellen, der Stellenmarkt der Pharmazeutischen Zeitung (PZ), ist dort erneut mit einem Stand vertreten.

Wer einen neuen Mitarbeiter, eine Urlaubsvertretung oder eine neue Stelle sucht, kann seine Anzeige sowohl im Vorfeld des pharmacon bis  21. Mai in PZ 21 bei der Anzeigenabteilung – Telefon 06196/928-220-  als auch auf dem pharmacon direkt am Stand der Pharmastellen aufgeben. Sie erhalten 15% Sonderrabatt und zusätzlich wird Ihre Anzeige am Schwarzen Brett des Standes zu finden sein.

Die perfekte Kombination für neue Kontakte: pharmacon und PZ Pharmastellen2019-04-08T11:20:45+02:00

Neue Arzneimittel vor der Zulassung

Mindestens 30 neue Arzneistoffe könnten 2019 in Deutschland zugelassen werden. Das gab der Verband forschender Pharma-Unternehmen Anfang des Jahres in einer Pressmitteilung bekannt. In seinem Vortrag auf dem pharmacon in Meran stellt Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt am Main, wichtige Wirkstoffe vor.

Professor Schubert-Zsilavecz, welches der möglichen neuen Arzneimittel könnte für die Beratung in der Apotheke besonders wichtig beziehungsweise erklärungsbedürftig werden?

Im Jahr 2019 werden wir die Zulassung neuer Antibiotika sehen. Nach Jahren der Stagnation in diesem Bereich ist das eine sehr erfreuliche Botschaft, die es zu kommunizieren gilt. Die optimierte Anwendung dieser neuen Antibiotika setzt eine profunde Beratung in der Apotheke voraus, weshalb es sich lohnt, sich mit den neuen Wirkstoffen auseinanderzusetzen.

Und welcher Wirkstoff könnte aus wissenschaftlicher Sicht der interessanteste werden?

Mit der zu erwartenden Zulassung von Larotrectinib etablieren wir ein innovatives Konzept zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Bei diesem Arzneistoff handelt es sich um einen TRK(Tropomyosin-Rezeptor-Kinase)-Inhibitor, der auf die Behandlung von Krebserkrankungen mit einer sogenannten NTRK-Genfusion abzielt, einem insgesamt seltenen Treiber für Krebs, der jedoch bei vielen verschiedenen Tumorarten auftreten kann. Mit diesem Wirkstoff werden Tumore zukünftig nach ihrem genetischen Profil und nicht nach ihrer Lokalisation im Körper behandelt werden.

Ist auch ein Blick in die fernere Zukunft möglich? Wo lassen erste Studienergebnisse auf spannende Neuerungen hoffen?

Schon heute zeichnet sich ab, dass Zell- und Gentherapeutika zukünftig einen festen Platz in der Therapie finden werden. Im Rahmen meines Vortrages werde ich ein in Deutschland entwickeltes Arzneimittel (Obnitix®) vorstellen, das auf mesenchymalen Stammzellen beruht und für die Behandlung von Patienten mit akuter Abstoßungsreaktion nach allogener Stammzelltransplantation (steroid-refraktäre aGVHD oder therapierefraktäre aGVHD ) eingesetzt wird.

 

 

 

Neue Arzneimittel vor der Zulassung2019-03-06T15:39:12+02:00

Meran 2019: Die drei Themenschwerpunkte

Erkrankungen der Haut bilden in diesem Jahr den Schwerpunkt der ersten beiden Kongresstage des pharmacon in Meran – und das aus gutem Grund, denn auch in der Apotheke nimmt die Beratung von Patienten mit Hauterkrankungen einen breiten Raum ein. Das liegt nicht nur an der großen Zahl der Betroffenen und ihrem häufig hohen Leidensdruck. „Das größte Organ des menschlichen Körpers verändert sich mit den Lebensjahren – auch dies gilt es in der Therapie zu berücksichtigen“, erläutert Professor Dr. Rolf Daniels, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesapothekerkammer und Moderator des Kongresses. „Neben häufigen und wichtigen Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis, chronischem Pruritus und Hautkrebs geht es daher auch um Kinderdermatologie und um pharmazeutisch-technologische Fragen.“

Verschiedene Erkrankungen des Urogenitaltraktes stehen im Mittelpunkt der Vorträge am Kongress-Dienstag: An diesem Tag geht es um Harnwegsinfektionen und Antibiotika, um Erkrankungen der Prostata und ihre Behandlung, aber auch um die Anpassung von Therapien bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Auch diese Themen decken ein breites Beratungsspektrum in der Apotheke ab: von der Information zu Erkrankungen über die Möglichkeiten der Selbstmedikation bis hin zu diffizilen Medikationsfragen.

Hormone als wichtige Botenstoffe des Körpers bilden beim diesjährigen pharmacon in Meran den dritten Kongress-Schwerpunkt. Auf dem Programm stehen dabei unter anderem eine Neubewertung der Hormontherapie in den Wechseljahren, die Bedeutung der Gestagene bei der Kontrazeption und „das verkannte Hormon“ Vitamin D – allesamt Themen, die derzeit sowohl in der Fachwelt als auch unter medizinischen Laien intensiv und mitunter kontrovers diskutiert werden.

Meran 2019: Die drei Themenschwerpunkte2019-04-10T17:23:07+02:00