50 Jahre pharmazeutische Fortbildung auf Spitzenniveau

Schladming (24.01.2020) – Im 50. Jahr seines Bestehens setzte der pharmacon Schladming einmal mehr Maßstäbe für die Qualität der pharmazeutischen Fortbildung von Apothekern im deutschsprachigen Raum. Die internationale Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer zog erneut mehr als 700 Teilnehmer in das Kongresszentrum Schladming. Im Fokus standen im Jubiläumsjahr die Prophylaxe und die Therapie von Infektionskrankheiten.

Thomas Benkert, Vize-Präsident der Bundesapothekerkammer, führt den nachhaltigen Erfolg des pharmacon unter anderem auf die für den Kongress typische Mischung aus praxisnahem Wissen und kollegialem Austausch zurück. „Zudem gelingt es dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesapothekerkammer immer wieder Themen zu setzen, die den Fortbildungsbedarf in den Apotheken treffen. Gekoppelt mit den erstklassigen Referenten zieht das nicht nur langjährig treue Teilnehmer, sondern auch viele junge und angehende Apotheker nach Schladming. In diesem Jahr kamen beispielsweise Pharmaziestudierende der Universitäten Frankfurt, Tübingen sowie – über die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung – aus Würzburg, München, Regensburg und Erlangen in die Steiermark. Der pharmacon verbindet so auch die verschiedenen Generationen unseres Berufes“, so Benkert. Speziell für Studierende wurde ein Bewerbungs- und Prüfungstraining angeboten, welches auf großen Zuspruch bei den angehenden Apothekerinnen und Apothekern gestoßen ist.

Und natürlich stand auch das spannende Rahmenprogramm für die Attraktivität des Kongresses. Beim Bankabend beschäftigte sich der österreichische Arzt und Mitbegründer der CliniClowns, Dr. Roman Szeliga, mit einem Trend-Thema unserer Zeit: dem Morbus Digitalis. In seinem ebenso interaktiven wie humorvollen Auftritt erfuhren die Zuhörer, warum die Technik zwar den Fortschritt macht, der Mensch aber den Unterschied. „Wir haben auch bei unseren Angeboten für das Rahmenprogramm die unterschiedlichen Altersgruppen und Interessenlagen unserer Teilnehmer berücksichtigt“, erläutert Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa Mediengruppe, die den pharmacon im Auftrag der Bundesapothekerkammer ausrichtet. Neben der beliebten Hüttenparty mit der Möglichkeit zum Nachtrodeln standen auch Jausentermine auf der Schafalm auf dem Programm. Neu angeboten wurden ein regelmäßiger Shuttle in die Ramsau, ein Ausflug nach Salzburg sowie Kochkurse, die in die Speisenvielfalt der Steiermark entführten. „Bewertungen unserer Teilnehmer helfen uns dabei, diese Angebote permanent weiter zu entwickeln“, erklärt Ergül. Rege Gespräche zwischen Apothekern und ihren Geschäftspartnern gab es schließlich bei der auch in diesem Jahr wieder ausgebuchten begleitenden Ausstellung.

Damit zeigt sich, dass die pharmacon-Kongresse den Spitzenplatz in der Apothekerfortbildung einnehmen. Der nächste pharmacon findet vom 7. bis 12. Juni 2020 im Meraner Jugendstilkurhaus statt. Unter der Moderation von Prof. Dr. Ruth und Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz werden die Themen Blut, Stoffwechsel und Geriatrie behandelt.

Pressekontakt:
Elmar Esser
E-Mail: presse@avoxa.de

Freitag, 24. Januar 2020|News Schladming, Presse, TOP News|

Herpes Zoster – Neues zur Gürtelrose

Herpes Zoster, die Gürtelrose, ist der Klassiker unter den Hautinfektionen des älteren Menschen. Erkranken Jüngere, kann das auf eine zurundeliegene Immunschwäche hindeuten. Mit dem unverzüglichen Beginn einer Therapie sollen Komplikationen verhindert werden.

»Niemals geht man so ganz.« Diese Zeile eines alten Schlagers trifft im medizinischen Kontext auf das Varizella-zoster-Virus (VZV) zu. Bei Kindern löst eine Infektion mit VZV Windpocken aus. Nachdem diese abgeklungen sind, zieht sich der zu den Herpesviren gehörende Erreger in die Ganglien der sensiblen Nerven zurück und bleibt dort.

Ist das Immunsystem aus irgendeinem Grund nicht mehr stark genug, um das VZV in Schach zu halten, kann es sich erneut deutlich vermehren. Diese endogene Rezidivinfektion des VZV ist der Herpes Zoster. Der ebenfalls gebräuchliche Namen Gürtelrose illustriert, dass sich der schmerzhafte Hautausschlag mit Bläschenbildung streifenförmig – wie ein Gürtel – entlang des betroffenen Nervs zeigt. Auch Gesichtsnerven wie der Trigeminusnerv können betroffen sein; man spricht in diesem Fall von einer Gesichtsrose.

»Da die Immunabwehr im Alter nachlässt, sind vor allem ältere Menschen von Gürtelrose betroffen«, sagte Professor Dr. Helmut Schöfer von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Die Inzidenz steige von 3,2 Fällen pro 1000 Personenjahre in der Allgemeinbevölkerung auf sieben bis acht bei den 50- bis 80-Jährigen, zehn bei den Über-80-Jährigen und elf bei den Über-90-Jährigen…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 22.01.2020

Freitag, 24. Januar 2020|News Schladming|

Antibiotika – Neue Wege gegen Resistenzen

Geht es um die Resistenz von Bakterien gegen bestimmte Antibiotika, gibt es nicht nur die beiden Kategorien »resistent« und »sensibel«. Dazwischen existiert ein relativ großer Graubereich, in dem durch eine Modifikation der Therapie oft noch eine Wirksamkeit erreicht werden kann.

»Antibiotika-Resistenz ist ein globales Problem, das sich in den letzten Jahren verschärft hat und voraussichtlich noch weiter zunehmen wird«, sagte Professor Dr. Matthias Willmann vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Tübingen beim Pharmacon-Kongress in Schladming. Derzeit forderten Infektionen mit resistenten Erregern jährlich etwa 700.000 Todesopfer. Setze sich die Entwicklung so fort wie bisher, sei damit zu rechnen, dass im Jahr 2050 ungefähr 10 Millionen Menschen an den Folgen solcher Infektionen sterben – mehr als an Krebs.

Dabei seien nicht Resistenzen gegen einzelne Antibiotika das Problem, sondern Multiresistenzen. Deren Ausmaß sei jedoch schwierig zu quantifizieren, da international verschiedene Definitionen existierten. In Deutschland teile das Robert-Koch-Institut die multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) anhand der Empfindlichkeit gegen die vier Leitsubstanzen Piperacillin, Cefotaxim beziehungsweise Ceftazidim, Imipenem und / oder Meropenem sowie Ciprofloxacin ein. 3MRGN bedeute, dass der Erreger nur gegen einen dieser Wirkstoffe empfindlich ist, 4MRGN, dass er gegen alle resistent ist…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 21.02.2020

Freitag, 24. Januar 2020|News Schladming|

Mensch als Metaorganismus – Das Mikrobiom bestimmt unser Selbst

Der Mensch beherbergt mehr Mikroben als er eigene Körperzellen hat und wird stark von diesem Mikrobiom beeinflusst. Er muss daher immer als eine Lebensgemeinschaft – als ein Metaorganismus – angesehen werden, machte Professor Dr. Thomas Bosch auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming deutlich.

»Alle höheren Organismen wie Pflanzen, Tiere und damit auch der Mensch sind auf einem mikrobiellen Biofilm entstanden, der schon lange vor ihnen existierte«, sagte der Evolutionsbiologe von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Sie haben sich in einer Koevolution mit den Mikroben entwickelt. Es verwundert daher nicht, dass alle Oberflächen wie Haut und Schleimhäute, die der Mensch besitzt, und auch einige Organe mit einer Unzahl von Bakterien, Viren und Pilzen besiedelt sind. Die Gesamtheit der Mikroorganismen, die beim Menschen vorkommt, wird als Mikrobiota bezeichnet, die Gesamtheit der Gene  als Mikrobiom. »Wir brauchen das Mikrobiom wie unsere eigenen Organe«, sagte Bosch. »Wenn es fehlt, werden wir krank.«

Man beginne erst jetzt, die vielen Funktionen zu verstehen, die das Mikrobiom erfüllt. Es interagiert mit dem Immunsystem und kommuniziert auch mit dem zentralen Nervensystem. So helfe es zum Beispiel auch, Pathogene zu verdrängen, was unter anderem daran zu erkennen sei, dass Mundsoor entsteht, wenn lokale Antibiotika im Mund angewendet werden. Außerdem schützt eine gesunde Hautflora zum Beispiel vor Infektionen mit Haemophilus ducreyi, dem Erreger der Geschlechtskrankheit Ulcus molle (weicher Schanker). In Tieruntersuchungen habe man jetzt auch gezeigt, dass ein natürliches Mikrobiom vor der Entstehung von Tumoren schützen kann, berichtete der Biologe. Bei allen Erkrankungen müsse man metaorganistisch denken und das Mikrobiom miteinbeziehen, forderte er…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Freitag, 24. Januar 2020|Messe, News Schladming|

Influenza-Prävention | Ein klares Ja zum Impfen in Apotheken

In der Apothekerschaft ist das Thema Impfen in der Apotheke umstritten. Auf dem Pharmacon Schladming sprach sich der Mediziner Professor Dr. Thomas Weinke eindeutig dafür aus: Um die Grippeimpfquoten zu erhöhen, sei dies eine sehr sinnvolle Maßnahme.

Durch keine Impfung können so viele Todesfälle verhindert werden wie durch die Grippeimpfung, betonte der Referent. / Foto: PZ/Alois Müller

Impfungen sind die effektivste Präventionsmaßnahme, um Erkrankungen und Todesfälle von Infektionskrankheiten zu verhindern. Und mit keiner Impfung ließen sich so viele Todesfälle in Deutschland verhindern wie mit der Grippeimpfung, machte Weinke, ärztlicher Direktor des Ernst-von-Bergmann-Klinikums in Potsdam deutlich. Auch wenn die Effektivität der Impfung mäßig sei, liege die Krankheitslast doch sehr hoch. In der schweren Grippesaison 2017/2018 habe die Influenza etwa 9 Millionen Arztbesuche und etwa 25.000 Todesfälle verursacht. Das ergab die Übersterblichkeits-Abschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Auch wenn nicht jede Saison so schwer verläuft, seien über die vergangenen Jahre gemittelt in jeder Grippesaison etwa 10.000 grippebedingte Todesfälle in Deutschland aufgetreten. »Bei einer Impfstoffeffektivität von 50 bis 70 Prozent sind dies 5000 bis 7000 verhinderte Todesfälle«, sagte Weinke…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Donnerstag, 23. Januar 2020|News Schladming|

Torte und gute Vorsätze

Der 50. Pharmacon-Winterkongress hat im österreichischen Schladming begonnen. Zur Begrüßung gab es Sachertorte für alle, eine kurze Rückschau auf die Inhalte der vergangenen Fortbildungskongresse und einen Überblick über die aktuellen berufspolitischen Baustellen.

Welche berufspolitischen Anliegen die Apotheker derzeit haben, führte Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, zur Eröffnung des Fortbildungskongresses Pharmacon in Schladming aus. / Foto: PZ/Alois Müller

Vor 50 Jahren wurde das Konzept eines einwöchigen Winter-Fortbildungskongresses für Apotheker aus der Taufe gehoben. »Der Grund war, dass sich die Inhalte des Pharmaziestudiums geändert hatten: Medizin und Pharmakologie hatten einen größeren Stellenwert erhalten. Mit dem Fortbildungskongress wollte man die älteren Apotheker in den neuen Fächern fit machen«, sagte Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer (BAK), in Schladming. In 50 Jahren hat sich der Winter-Pharmacon einen festen Platz im Fortbildungskalender erobert. Viele Teilnehmer sind »Wiederholungstäter«, aber es kommen auch jedes Jahr viele Kollegen das erste Mal nach Schladming. In diesem Jahr ist der Kongress mit etwa 700 Teilnehmern wieder gut besucht. Anlässlich des Jubiläums bekamen sie von den Gastgebern des Tourismusverbands Schladming eine große Sachertorte spendiert…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Donnerstag, 23. Januar 2020|News Schladming|

Augenblicke, Stimmungen und Impressionen der pharmacon Kongresse

Die pharmacon Kongresse sind ein einzigartiges Fortbildungsformat: Seit über 50 Jahren ist die Mischung aus praxisnahem Wissen und Austausch auf Augenhöhe ein fester Termin im Fortbildungskalender. Hier erwarten Sie Vorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Themen und Seminare mit starkem Praxisbezug. Die Fortbildungswoche bietet Ihnen viel Raum für den wissenschaftlichen und kollegialen Austausch

Augenblicke, Stimmungen und Impressionen der pharmacon Kongresse – Verschaffen Sie sich hier einen Eindruck von den bedeutendsten pharmazeutischen Fortbildungsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.

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Dienstag, 21. Januar 2020|News Meran, News Schladming, TOP News|

STI: Prophylaxe mit Antibiotika?

Die Häufigkeit sexuell übertragbarer Krankheit (STI) nimmt bereits seit einiger Zeit wieder zu. Lassen sich Antibiotika nicht nur zu ihrer Therapie, sondern auch zur Prophylaxe, etwa einer Chlamydien-Infektion, Gonorrhö oder Syphilis, einsetzen?  Dies wird aktuell in Studien untersucht, wie die Pharmazeutische Zeitung in ihrer Ausgabe 03/2020 berichtet. Der Beitrag ist vollständig online verfügbar.

Untersucht wurde beispielsweise die Effektivität zweier Doxycyclin-Dosierungsschemata: die kontinuierliche Einnahme von 100 mg pro Tag (PrEP analog zur Malaria-Prophylaxe) versus einer Einnahme bei Bedarf mit einmalig 200 mg innerhalb von 24 bis maximal 72 Stunden nach kondomlosem beziehungsweise risikoreichem Sex maximal dreimal pro Woche (Postexpositionsprophylaxe, PEP). Die Effektivitätsraten zur Verhinderung einer Chlamydien-Infektion und einer Syphilis lagen bei circa 70 Prozent. Weitere Studien laufen, denn es sind noch viele Fragen offen: Welche Antibiotika eignen sich und welche ist die effektivste Dosis? Mit welchen Nebenwirkungen und Resistenzen muss gerechnet werden?

Mehr zum Thema Infektionskrankheiten, Antiinfektiva und Resistenzen gibt es in den Vorträgen des pharmacon. (Link: https://pharmacon.de/schladming/kongressprogramm/)

Mittwoch, 15. Januar 2020|News Schladming|

Antibiotikaforschung: Mögliche neue Wirkstoffklasse

Eine mögliche neue Klasse synthetischer Antibiotika haben Wissenschaftler um Anatol Luther vom Pharmaunternehmen Polyphor AG und Matthias Urfer von der Universität Zürich (beide Schweiz) entwickelt. Das meldet die Universität Zürich in einer Pressemitteilung. Die Antibiotika wirken demnach gegen diverse gramnegative Erreger wie Escherichia coli, Klebsiella oder Pseudomonas.

„Die Antibiotika interagieren mit Proteinen der Außenmembran von gramnegativen Bakterien“, erläutert  Urfers Kollege John Robinson. „Nach unseren Ergebnissen binden sie einerseits an fettähnliche Membrankomponenten, den sogenannten Lipopolysacchariden, und andererseits an das Membranprotein BamA.“ BamA ist der Hauptbestandteil des sogenannten Beta-Faltkomplexes (BAM), der für die Synthese der bakteriellen Außenmembran unerlässlich ist. Nachdem die Antibiotika an dieses Protein binden, wird die Membran zerstört. Dass diese Strategie wirkungsvoll ist, bestätigten Untersuchungen mit Zellkulturen und mit von Bakterien infizierten Mäusen. Ein erstes Leitmolekül befindet sich derzeit in der präklinischen Entwicklung.

Die Ergebnisse wurden in Nature (Link: https://www.nature.com/articles/s41586-019-1665-6) veröffentlicht.

Montag, 13. Januar 2020|News Schladming|

Die Website des pharmacon-Kongresses erfährt umfassenden Relaunch

Eschborn (11.12.2019) – Im nächsten Jahr findet zum 50. Mal der pharmacon im Winter statt und präsentiert passend zu diesem Jubiläum eine neu konzipierte Internetpräsenz.

Ein modernes Design und eine nutzerfreundliche Struktur stehen hierbei im Fokus der Neugestaltung von pharmacon.de. Über die Webseite können sich Apothekerinnen und Apotheker vorab über die Inhalte und Services zur Fortbildungsveranstaltung informieren.

Die neue Navigation ermöglicht dabei eine gute Orientierung und ein verbessertes Bedienerlebnis. Der Nutzer wird in der neuen Struktur zu den Informationen für Besucher, für Aussteller, zum Kongressprogramm, zum Rahmenprogramm und zu den Kongressorten Schladming und Meran geführt. Aus der Mobile-First-Strategie ist eine responsive Website entstanden, die über alle Inhalte bis hin zu den Funktionalitäten für die Nutzung auf mobilen Geräten optimiert wurde.

Der Auftritt ist nach dem OnePager-Prinzip konzipiert, so dass der Nutzer sich intuitiv orientieren kann und schnellen Zugang zu allen vertiefenden Angeboten findet. Eine garantiert kurze Benutzerführung führt in maximal drei Klicks zum Ziel. Weiterhin wurde das Programm in der Darstellung deutlich verbessert. Die Möglichkeit der Mehrfachselektion passt die Veranstaltungsangebotsanzeige individuell auf den Besucher an.

Das beste Wissen der Zeit: die pharmacon-Kongresse.

Die pharmacon-Kongresse zählen zu den bedeutendsten pharmazeutischen Fortbildungsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Zweimal im Jahr präsentieren hier erstklassige Referenten aus Wissenschaft und Praxis die neuesten Erkenntnisse in spannenden Vorträgen und praxisgerechten Seminaren, perfekt abgerundet von einem exklusiven Rahmenprogramm.

Termine 2020:

pharmacon in Schladming: 19.01. – 24.01.2020

pharmacon in Meran: 07.06. – 12.06.2020

Pressekontakt:
Elmar Esser
E-Mail: presse@avoxa.de

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

Mittwoch, 11. Dezember 2019|News Schladming, Presse, TOP News|

Antibiotika und Resistenzen: Irrtümer weit verbreitet

Faustregeln zur Antibiotika-Einnahme sind zu einfach und veraltet! Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) in einer Pressemitteilung hin. Demnach sei vielen Menschen die Regel geläufig, ein Antibiotikum sollte auch nach dem Verschwinden der Symptome und stets bis zum Ende der Packung eingenommen werden. Bei vielen Infektionen reicht jedoch auch eine kurze Einnahmezeit aus, um die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. DGI-Experten empfehlen: Der Arzt sollte idealerweise eine individuelle Einnahmedauer vorgeben, die gezielt auf die jeweilige Infektion und den zu erwartenden Verlauf abgestimmt ist. Sind die Symptome frühzeitig ausgeheilt, sollte der Patient den Arzt kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.

Nicht Menschen werden gegen Antibiotika resistent! In einer Befragung im Jahr 2018 gaben rund 63 Prozent der Teilnehmer an, dass ihrer Ansicht nach Menschen gegen Antibiotika resistent werden können. Richtig ist: Nur Bakterien werden gegen Antibiotika resistent. Diesen Abwehrmechanismus haben Bakterien im Laufe der Evolution gebildet. Resistente Bakterien können sich ausbreiten und auch für Menschen ein Risiko darstellen, die noch nie ein Antibiotikum eingenommen haben.

Antibiotika wirken nicht gegen Erkältung oder Grippe! Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK zufolge erwarten 72 Prozent der Patienten, dass ihr Arzt bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschreibt, wenn die Beschwerden nicht von selbst besser werden. Aber: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nie gegen Viren. Nur wenn eine Virusinfektion von einer bakteriellen Infektion begleitet wird, ist mitunter ein Antibiotikum erforderlich.

Mehr zum Thema Infektionskrankheiten, Antibiotika und Resistenzen gibt es in den Vorträgen des pharmacon, dessen Programm bereits jetzt hier eingesehen werden kann.

Dienstag, 10. Dezember 2019|Messe, News Schladming|

Beruf und Fortbildung Hand in Hand

1971 begann in Davos ein neues Kapitel der pharmazeutischen Fortbildung. Die neue Approbationsordnung, die in diesem Jahr in Kraft trat, erforderte es, neben den klassischen pharmazeutischen Themen, auch pharmakologische Aspekte des Arzneimittels in den Vordergrund zu stellen.

Es fehlte bisher die systematische Fortbildung, die es der Kollegenschaft ermöglichte, ihre aufgrund der alten Studienordnung unzureichenden Kenntnisse in Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie und Pharmakologie zu erlangen. Wenn sich der Apotheker als Arzneimittelfachmann etablieren beziehungsweise stärken wollte, dann waren diese Kenntnisse zusätzlich zu dem pharmazeutisch-chemischen, -biologischen und -technologischen Wissen unbedingte Voraussetzung. Wie in Meran, wurden aber auch im ersten Jahr in Davos wieder sehr verschiedene, nicht miteinander zusammenhängende Themen diskutiert.

Die Bundesapothekerkammer beschloss im Februar 1971 die Gründung eines Wissenschaftlichen Beirats, dem aktive Hochschullehrer der pharmazeutischen Disziplinen ebenso wie Kollegen aus der Praxis angehören sollten. Die Durchführung der beruflichen Fortbildung durch Programmgestaltung und wissenschaftliche Leitung der Fortbildungskurse der Bundesapothekerkammer war eine ihrer zentralen Aufgaben und ist es bis heute… Hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 09.12.2019

Montag, 9. Dezember 2019|News Schladming|

Blick zurück in die Zukunft

»Vorhersagen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen«, sagt ein Sprichwort. Zweifellos gilt das auch für Ausblicke auf die Arzneimittelforschung, wie sie beim Davoser Kongress um 1985 von prominenter Stelle gewagt wurden. Die Prognosen waren indes, wie wir heute wissen, in den Grundzügen richtig.

Professor Ernst Mutschler, Davos 1975 / Foto: Foto: PZ-Archiv

1971 startete der Winterkongress der Bundesapothekerkammer mit dem Anspruch, den Kolleginnen und Kollegen aktuelle pharmakologische Themen für den Berufsalltag nahezubringen. Das ist während der 50-jährigen Geschichte der Tagung immer so gewesen und ist bis heute das Ziel. Hierzu gehört auch, ab und zu über den Tellerrand hinauszuschauen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Wie aus erhalten gebliebenen Vortragsmanuskripten hervorgeht, wagte Professor Ernst Mutschler in den 1980er-Jahren bei Vorträgen, unter anderem in Davos, die folgende Prophezeiung, die er Aussagen amerikanischer Wissenschaftler entlehnt hatte: 

»Natürlich vorkommende Stoffe werden zukünftig in ihrer Bedeutung als Pharmaka abnehmen. Sie werden in zunehmendem Maße durch ›maßgeschneiderte‹ Peptide und mit dem Computer entwickelte Synthetika ersetzt werden. Dies wird das große Finale der synthetischen Pharmaka sein, die letztendlich durch Genkontrolle abgelöst werden.« Schauen wir, was daraus geworden ist.

Vom Naturstoff zur Gentherapie

Tatsächlich hat die Bedeutung der Naturstoffe nicht nennenswert abgenommen. Die amerikanischen Wissenschaftler David J. Newman und Gordon M. Cragg erheben in Fünfjahresrhythmen die Herkunft der neu zugelassenen Arzneimittel. Die letzte, 2016 im »Journal of Natural Products« veröffentlichte Analyse zeigt, dass Naturstoffe oder davon abgeleitete Derivate nach wie vor einen signifikanten Anteil am innovativen Arzneischatz haben. Der Anteil naturstoffverwandter Stoffe an der Zahl der Neuzulassungen ist seit 35 Jahren mehr oder weniger konstant geblieben. Er liegt zwischen 20 und 40 Prozent… Hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 02.12.2019

Donnerstag, 5. Dezember 2019|News Schladming|

Die Idee hinter einer Erfolgsgeschichte

Im nächsten Jahr findet zum 50. Mal der »Winter-Pharmacon« statt. Damals noch unter dem Namen »Internationale Pharmazeutische Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer« in Davos ins Leben gerufen, entwickelte sich dieser Kongress zu einer der beliebtesten Fortbildungsveranstaltungen der Apothekerschaft. Der Name »Pharmacon« wurde erst 1990 für die Kongresse geprägt.

Ihre Ursprünge hat diese Erfolgsgeschichte bereits im Südtiroler Kongressort Meran. Hier fanden seit 1963 die »Internationalen Pharmazeutischen Fortbildungswochen der Bundesapothekerkammer« statt. Initiiert und organisiert von Professor Dr. Ferdinand Schlemmer, der wegbereitend für die zentrale Fortbildung der Bundesapothekerkammer war, entwickelten sich diese Veranstaltungen so erfolgreich, dass die stetig steigenden Teilnehmerzahlen in Meran fast nicht mehr zu bewältigen waren.

Beim 8. Meraner Kongress im Mai 1970 stellte Schlemmer daher dem Auditorium seine Idee vor, einen weiteren Winter-Fortbildungskongress im Schweizer Ski- und Kurort Davos zu veranstalten. Ein begeisterter Applaus der Apotheker bestärkte ihn, diese Idee gemeinsam mit Hans-Dieter Wendt, mit dem er auch die Kongresse in Meran organisierte, innerhalb von nur sechs Monaten umzusetzen. Der erste Winterkongress in Davos öffnete am 10. Januar 1971 seine Tore, und der Zustrom an Teilnehmern übertraf die kühnsten Erwartungen der Organisatoren. Sogar Absagen mussten erteilt werden, denn mit mehr als 1000 Teilnehmern kamen deutlich mehr als die ursprünglich erwarteten 400 bis 500 Teilnehmer in den Schweizer Ski- und Kurort.

Da das Kongresshaus nur am ersten Tag zur Verfügung stand, bat Schlemmer die Apotheker sogar, zu den weiteren Vorlesungen nicht ganz so zahlreich zu erscheinen. Die Fortbildung fand anschließend in dem zwar großen, aber für die Teilnehmerzahl zu engen Saal des Hotels Europe statt. Trotz stickiger Luft, mangelhafter Akustik und schlechter Sicht ließen sich die Fortbildungswilligen nicht abhalten, und der Kongress wurde zu einem vollen Erfolg… Hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 28.11.2019

Donnerstag, 28. November 2019|News Schladming|

50 Jahre BAK-Winterkongress – Innovationen über fünf Jahrzehnte

Verschiedene Gründe lassen sich finden, 50 Jahre Pharmacon-Winterkongresse zu feiern. Ein Grund ist, dass diese Kongressreihe fast die gesamte Zeit der »pharmazeutischen Revolution« begleitet hat.

Kongresszentrum Davos / Foto: PZ Archiv (1992)

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war mit Acetylsalicylsäure, Aminophenazon, Arsphenamin, Diethylbarbitursäure, einem Diphtherieserum, Morphin, Procain, Strophanthin und zahlreichen Phytopharmaka nur diese kleine Gruppe von Arzneimitteln verfügbar.

Zwar wurden bis zu den 1950er-Jahren bemerkenswerte Erfindungen gemacht, darunter die Entdeckung der Vitamine durch Sir Frederick Gowland Hopkins im Jahre 1912, die Einführung wichtiger Impfstoffe gegen Diphtherie (1923), Pertussis (1926), Tuberkulose und Tetanus (1927), die Demonstration des großen Nutzens einer Insulintherapie (1922) durch Banting und Best und natürlich die Entdeckung des Penicillins 1928 durch Sir Alexander Fleming, das allerdings erst zehn Jahre später systematisch studiert wurde. Tatsächlich aber sollte es noch einmal 50 Jahre dauern, bis der Arzneimittelschatz, den wir heute kennen und an dem wir uns so selbstverständlich bedienen, fast explosionsartig zu wachsen begann. Es waren die frühen 1950er-Jahre, die den Beginn der »pharmazeutischen Revolution« markieren.

Seien wir mal ehrlich: Können wir uns vorstellen, dass es beispielsweise Erythromycin und Metformin vor 1950 nicht gab? Dass das Breitbandantibiotikum Ampicillin, der Betablocker Propranolol und das Parkinsonmittel Levodopa erst in den 1960er-Jahren verfügbar wurden? Und dann begann im Jahre 1971 die Reihe der Pharmacon-Winterkongresse, über die wir in den kommenden Wochen rückblickend berichten werden… Hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 15.11.2019

Freitag, 15. November 2019|News Schladming|

Grippe: Möglicher neuer Ansatzpunkt für Impfschutz

Forscher am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) haben gezeigt, dass der Antikörper-unabhängige zelluläre Arm des Immunsystems ebenfalls einen Immunschutz gegen Influenza vermitteln kann. Dafür integrierten sie ein Influenza-Antigen in Zytomegalieviren (CMV) und lösten im Mausmodell eine starke Reaktion der T-Lymphozyten aus. Die Besonderheit dabei: Die Hybridviren locken, wenn sie über die Nase verabreicht werden, T-Zellen aus dem Blutkreislauf in die Schleimhäute der Atemwege. Diese Immunzellen werden bei Kontakt mit Influenzaviren schnell aktiviert und dienen als Wächter, die den Viren den häufigsten Eintrittsort in den Körper versperren. „Kein anderes Virus löst solch eine starke Immunreaktion der T-Zellen aus wie das Zytomegalievirus (CMV)“, erläutert Prof. Luka Čičin-Šain, Leiter der Forschungsgruppe Immunalterung und Chronische Infektionen am HZI in einer Pressemitteilung.

Die Darreichungsform der Impfung hatte dabei einen Einfluss auf die Schutzwirkung. Obwohl über die Nase verabreichte Zytomegalieviren im Blut eine geringere T-Zell-Aktivierung auslösten als solche, die mit einer Spritze injiziert wurden, ergab sich bei der nasalen Impfung ein besserer Schutz vor einer Influenza-Infektion. Der entscheidende Faktor dafür sind die in der Schleimhaut ansässigen zytotoxischen T-Zellen. Durch die Impfung verlassen die Immunzellen den Blutkreislauf und siedeln sich im Zielgewebe an. Dort können die Abwehrzellen über lange Zeit verbleiben. Bei Kontakt mit Influenzaviren produzieren sie Botenstoffe und locken weitere Immunzellen an den Ort der Infektion.

In weiteren Experimenten konnten die Forscher nachweisen, dass die Immunität ausschließlich auf dem zellulären Arm des Immunsystems basiert. Eine Beteiligung von Antikörpern konnten sie ausschließen. „Wir müssen in der Infektionsforschung unseren Blick auf das gesamte System richten. Alle Gewebe – nicht nur das Blut – sind am Infektionsverlauf und dem Aufbau von Immunität beteiligt“, sagte Čičin-Šain. „Der Grippeimpfstoff der Zukunft könnte daher auf eine kombinierte Immunität durch im Blut zirkulierende Antikörper und T-Zellen, die die Schleimhäute ‚bewachen‘, abzielen.“

Die Ergebnisse wurden in PLoS Pathogens veröffentlicht.

Montag, 28. Oktober 2019|News Schladming|

Erfahrungsbericht pharmacon Schladming 2019 – Berge, Sonne, Schnee…

Bestes Winterwetter auch bei meinem zweiten Besuch des pharmacons in Schladming. In dieser Atmosphäre ergänzen sich Fortbildung und Erholung perfekt. Zwischen Vorträgen, Disskussionen und Seminaren, die bekanntes Wissen auffrischen, aber auch neue Aspekte aufzeigen, bleibt Zeit für tolle Gespräche mit Kollegen und Bekannten, Ausflüge auf die Pisten rund um Schladming, eine Wanderung durch die winterliche Talbachklamm oder mit Schneeschuhen über verschneite Hügel in Rohrmoss und nicht zu vergessen die Hüttenparty auf der Tauernalm.

Es war sicherlich nicht der letzte pharmacon in Schladming für mich.

Autor: E. Hucke (29)

Dienstag, 12. Februar 2019|News Schladming|

Erfahrungsbericht pharmacon Schladming 2019 – Fortbildung mit Winterflair

Der pharmacon 2019 (Pharmakotherapie kardiovaskulärer Erkrankungen) war (wieder) eine Reise in das verschneite Schladming wert. Spannende Vorträge über Hypertonie, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und vieles mehr erwartete uns in einer wunderschönen Skikulisse.

Der AMTS Vortrag von Frau Dr. von der Gathen und Herrn Schmidt, als auch die Präsentation von Frau Dr. Griese-Mammen über Interaktionen in diesem Bereich waren sehr praxisrelevant und gaben gute Hilfestellungen für den Apothekenalltag.

Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm wie der Bildervortrag von Herbert Raffalt, der Bankenabend mit beeindruckenden Einblicken eines Arztes in der JVA Joe Bausch, sowie die legendäre Hüttenparty ergänzte das interessante Fortbildungsprogramm.

Auch aus technischer Sicht präsentierte sich der Kongress seit diesem Jahr sehr innovativ – QR Codes zum Scannen zur Testierung und zur Bewertung der Referenten.
Wir hatten eine lehrreiche Woche hier in Schladming und bedanken uns bei der Pharmazeutischen Zeitung, dass sie uns diese interessante „Reise ins Herz“ ermöglicht hat.

Autoren und Foto: Carolin Böhm-Guter und Stefanie Röschert

Donnerstag, 31. Januar 2019|News Schladming|

Pharmazeutische Fortbildung in turbulenten Zeiten

Ganz im Zeichen von pharmazeutischer Wissenschaft und Arzneimitteltherapiesicherheit stand die 49. Internationale Pharmazeutische Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer, die heute im Congress Schladming zu Ende gegangen ist. Mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotzten den aktuellen politischen Turbulenzen, um sich beim Winter-pharmacon insbesondere über neueste Erkenntnisse bei der Pharmakotherapie kardiovaskulärer Erkrankungen zu informieren. Neben der wissenschaftlichen Einführung in die entsprechenden Krankheitsbilder thematisierten die Vorträge und Seminare leitliniengerechte Therapien, innovative Arzneimittel, Therapiemanagement und den Einsatz von Gesundheits-Apps zur Unterstützung der Arzneimitteltherapie.

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, freute sich nicht nur über die hohe Teilnehmerzahl: „Einmal mehr kamen neben Apothekerinnen und Apothekern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch wieder zahlreiche Pharmazie-Studierende aus Frankfurt, Tübingen und Würzburg zum pharmacon. Die angehenden Kolleginnen und Kollegen setzten damit gerade in diesem Jahr ein Zeichen dafür, worum es bei der Apothekerausbildung geht. Wir sind verantwortlich für die Arzneimitteltherapiesicherheit sowie für die pharmazeutische Beratung und Betreuung unserer Kunden.“ Die derzeit in der Politik diskutierte Höhe der rein auf Marketing ausgerichteten Boni bei Rezeptarzneimitteln gehört dagegen nicht zu der von der Gesellschaft erwarteten Berufsauffassung des Apothekers. Dies wurde auch bei der berufspolitischen Veranstaltung am Donnerstag deutlich, bei der Spitzenvertreter der Apotheker über die Ergebnisse der ABDA-Mitgliederversammlung und die Strategie der geplanten weiteren Gespräche mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informierten.

Ein Wechsel im Wissenschaftlichen Beirat (WB) der Bundesapothekerkammer gab den Kongressteilnehmern die Möglichkeit, sich für die Arbeit dieses Gremiums zu bedanken, das unter anderem für die Zusammenstellung des Programms und die Auswahl der Referenten verantwortlich zeichnet. Neben den langjährigen Mitgliedern Dr. Eric Martin und Dr. Hiltrud von der Gathen schied zum Jahreswechsel auch dessen Sprecher, Prof. Dr. Theodor Dingermann, aus dem WB aus. Die geleistete Arbeit der drei verdienten Pharmazeuten würdigte der pharmacon 2019 mit Standing Ovations.

Zur Attraktivität des pharmacon trug neben dem exzellenten Kongressprogramm auch in diesem Jahr wieder ein spannendes Rahmenprogramm bei, das auf durchweg hervorragende Resonanz stieß. Für Begeisterung sorgten sowohl die Erzählungen des Arztes und Tatort-Schauspielers Joe Bausch beim Bankabend der Deutschen Apotheker- und Ärztebank als auch ein Bildvortrag des Bergsteigers und Fotografen Herbert Raffalt. „Unsere Teilnehmer erwarten neben erstklassiger Fortbildung auch die Möglichkeit, sich mit Kollegen und Apothekenpartnern auszutauschen“, erklärte Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa, die den pharmacon im Auftrag der Bundesapothekerkammer ausrichtet. „Beste Gelegenheit bot dafür die Hüttenparty auf der Tauernalm. Der Garant für Networking und tolle Stimmung war in diesem Jahr wieder restlos ausverkauft.“ Viel Raum für gute Gespräche mit Apothekenpartner gab es in den Kongresspausen auch bei der ebenfalls ausgebuchten begleitenden Ausstellung. Auf besondere Zustimmung der Studierenden stieß zudem ein erstmals angebotenes kostenloses Seminar zum Thema „Bewerbungs- und Prüfungstraining“ mit Aktiv-Workshop, das von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank unterstützt wurde. „Es ist diese teilnehmerorientierte Mischung, die den pharmacon zu einer festen Größe im Fortbildungsjahr der Apotheker macht“, so Ergül.

Schon jetzt freuen sich die Apothekerinnen und Apotheker auf den pharmacon Meran, der mit den Schwerpunktthemen „Haut, Urogenitaltrakt, Hormone“ vom 26. bis 31. Mai 2019 im Kurhaus am Fuße der Dolomiten stattfinden wird. Der nächste pharmacon Schladming wird vom 19. bis 24. Januar 2020 erneut zahlreiche Apotheker und Pharmaziestudierende in die Steiermark ziehen.

Pressekontakt:
Elmar Esser
E-Mail: presse@expopharm.de

Freitag, 25. Januar 2019|News Schladming|

Herzinfarkt: Die Big Five der Sekundärprophylaxe

Foto: PZ/Alois Müller

Nach einem Herzinfarkt ist das Risiko für einen weiteren Infarkt stark erhöht. Eine Pharmakotherapie mit fünf Arzneistoff(klass)en senkt es: Acetylsalicylsäure (ASS), ADP-Rezeptor-Antagonist, Betablocker, Lipidsenker und ACE-Hemmer.

Ein akuter Myokardinfarkt beruht in 95 Prozent der Fälle auf einer Atherosklerose der Koronararterien. »Im Laufe des Lebens kommt es in den Gefäßen zur Ablagerung von Plaques. Aus diesen kann sich durch Scherkräfte ein Thrombus lösen, der dann an einer Verengung in einem Herzkranzgefäß hängenbleibt«, sagte Privatdozent Dr. Klaus Bonaventura vom Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Häufig weisen die Arterien nicht nur eine starke Verengung auf, sondern viele kleine Einbuchtungen. Der Thrombus kann daher zunächst hängenbleiben, sich dann wieder lösen, nur um weiter hinten dann endgültig steckenzubleiben. Die Patienten bemerken in diesen Fällen eine vorübergehende Besserung der Symptome gefolgt von einer erneuten Verschlechterung, berichtete der Kardiologe.

Untypische Symptome bei Frauen
Außer dem klassischen Symptom – Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen – können folgende Beschwerden Anzeichen eines Herzinfarkts sein: Kurzatmigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Angst, Schweißausbrüche und Schwindel. Bei Frauen sind die letztgenannten Symptome häufiger als bei Männern, teilweise sogar gänzlich ohne den typischen Brustschmerz.

Pauschal von einem Herzinfarkt zu sprechen, ist heutzutage jedoch nicht mehr medizinisch korrekt. Der Fachbegriff lautet »akutes Koronarsyndrom« und fasst die beiden Herzinfarkt-Formen mit oder ohne Hebung der ST-Strecke im EKG (STEMI und NSTEMI) sowie die instabile Angina pectoris zusammen. Bei einem Herzinfarkt, ob mit oder ohne ST-Hebung, gehen Herzmuskelzellen zugrunde und setzen dabei den Proteinkomplex Troponin ins Blut frei. »Troponin ist der sensitivste Marker für eine Schädigung des Herzmuskelgewebes. Er ist circa drei bis vier Stunden nach Infarktbeginn nachweisbar«, sagte Bonaventura.

Bei einem STEMI und in den meisten Fällen auch bei einem NSTEMI muss das verstopfte Gefäß schnellstmöglich per Ballonkatheter eröffnet werden. »Spätestens innerhalb von 120 Minuten muss der Patient auf dem Kathetertisch liegen«, sagte Bonaventura. Da es beim Zugang über die Armvene (radial) seltener zu Nachblutungen an der Einstichstelle kommt, wird diesem mittlerweile der Vorzug vor dem Zugang über die Leiste (femoral) gegeben. Um einen Wiederverschluss zu verhindern, setzt der Kardiologe einen Stent an die Engstelle. Vom Ansaugen des Thrombus durch den Katheter, wie es früher üblich war, hat man heute Abstand genommen, weil sich durch die Prozedur häufig Gerinnselstücke lösen, die dann einen Schlaganfall verursachen können.

Nach der Akutversorgung im Krankenhaus erhält der Patient eine Pharmakotherapie, um einen erneuten Infarkt zu verhindern. Diese besteht aus den »Big Five«, so Bonaventura, also fünf wichtigen Arzneistoffgruppen. Alle Patienten erhalten ASS in niedriger Dosierung von 70 bis 100 mg täglich. Bei Unverträglichkeit kann auf den ADP-Rezeptor-Antagonist Clopidogrel ausgewichen werden. Zusätzlich zu ASS wird über mehrere Monate – der genaue Zeitraum hängt unter anderem von der Art des verwendeten Stents ab – ein ADP-Rezeptor-Antagonist gegeben, und zwar bevorzugt Prasugrel oder Ticagrelor.

Die drei weiteren Säulen der Therapie sind Betablocker (Bisoprolol, Metoprolol oder Nebivolol), Lipidsenker (Statine, gegebenenfalls in Kombination mit Ezetimib, oder PCSK9-Hemmer) sowie ACE-Hemmer (Ramipril oder Enalapril) beziehungsweise Sartane (Candesartan, Valsartan, Losartan oder Olmesartan). Bonaventura betonte, dass die lipidsenkende Therapie so optimiert werden muss, dass der LDL-Cholesterolwert unter 70 mg/dl liegt. Dies entspricht dem Zielwert für Hochrisikopatienten.

ASS ein Leben lang
Ein Jahr nach dem Infarkt ist es unter Umständen möglich, einen Teil dieser Medikation wieder abzusetzen. ASS jedoch nicht: »Das bleibt ein Leben lang«, sagte Bonaventura. Auch der Cholesterolspiegel muss zwingend weiter medikamentös kontrolliert werden. Ob die doppelte Plättchenhemmung mit ASS plus ADP-Rezeptor-Antagonist weiter fortgeführt wird, hängt vom individuellen Blutungs- sowie Reinfarktrisiko ab. Über die Weitergabe von Betablocker und ACE-Hemmer entscheiden ebenso individuelle Risikofaktoren. Bonaventura betonte, dass bei aller Konzentration auf die Medikation auch die Motivation des Patienten zu einem gesünderen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung nicht vergessen werden darf.

Beitrag erschienen in Pharmazeutischer Zeitung / 24.01.2019

Freitag, 25. Januar 2019|News Schladming|