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Lungenentzündung – Wenn Atemwegsinfektionen gefährlich werden

Lungenerkrankungen sind nicht nur ausgesprochen häufig, sie sind auch eine der häufigsten Todesursachen. Das machte Professor Dr. Robert Bals beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming deutlich.

Im Winter haben Viren Hochzeit. »Gerade jetzt ist die richtige Zeit für banale virale Atemwegsinfekte«, sagte der Mediziner vom Universitätsklinikum des Saarlandes beim Winterkongress Pharmacon in Schladming. Eine ganze Reihe von Viren können diese klassischen grippalen Infekte auslösen: Neben Influenza A und B nannte der Referent Adenoviren, Parainfluenzaviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und Rhinoviren. Gerade die letzten drei seien für einen großen Teil der akuten Atemwegsinfekte verantwortlich. Die typischen Symptome sind Schnupfen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen und eventuell Fieber. In den allermeisten Fällen heilen die Infektionen von selbst wieder aus, berichtete Bals.

In den Medien deutlich mehr Aufmerksamkeit als die Erkältungsviren erhalten die Influenzaviren, die Erreger der echten Grippe. Diese Erkrankung kann deutlich schlechtere Verläufe nehmen. Gefürchtet ist eine Grippeerkrankung auch deswegen, weil als Komplikation eine bakterielle Superinfektion der Lunge, eine Pneumonie, hinzukommen kann. Influenzaviren sind hochansteckend, weshalb im stationären Bereich bei Aufnahme der Patienten rasch abgeklärt werden muss, ob sie mit Grippeviren infiziert sind, da sie isoliert werden müssen, berichtete Bals. Hierfür stehen inzwischen Schnelltests in Krankenhäusern zur Verfügung, die das Erreger-Erbgut mittels PCR innerhalb einer Stunde nachweisen könnten…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 23.01.2020

Freitag, 24. Januar 2020|Messe|

Mensch als Metaorganismus – Das Mikrobiom bestimmt unser Selbst

Der Mensch beherbergt mehr Mikroben als er eigene Körperzellen hat und wird stark von diesem Mikrobiom beeinflusst. Er muss daher immer als eine Lebensgemeinschaft – als ein Metaorganismus – angesehen werden, machte Professor Dr. Thomas Bosch auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming deutlich.

»Alle höheren Organismen wie Pflanzen, Tiere und damit auch der Mensch sind auf einem mikrobiellen Biofilm entstanden, der schon lange vor ihnen existierte«, sagte der Evolutionsbiologe von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Sie haben sich in einer Koevolution mit den Mikroben entwickelt. Es verwundert daher nicht, dass alle Oberflächen wie Haut und Schleimhäute, die der Mensch besitzt, und auch einige Organe mit einer Unzahl von Bakterien, Viren und Pilzen besiedelt sind. Die Gesamtheit der Mikroorganismen, die beim Menschen vorkommt, wird als Mikrobiota bezeichnet, die Gesamtheit der Gene  als Mikrobiom. »Wir brauchen das Mikrobiom wie unsere eigenen Organe«, sagte Bosch. »Wenn es fehlt, werden wir krank.«

Man beginne erst jetzt, die vielen Funktionen zu verstehen, die das Mikrobiom erfüllt. Es interagiert mit dem Immunsystem und kommuniziert auch mit dem zentralen Nervensystem. So helfe es zum Beispiel auch, Pathogene zu verdrängen, was unter anderem daran zu erkennen sei, dass Mundsoor entsteht, wenn lokale Antibiotika im Mund angewendet werden. Außerdem schützt eine gesunde Hautflora zum Beispiel vor Infektionen mit Haemophilus ducreyi, dem Erreger der Geschlechtskrankheit Ulcus molle (weicher Schanker). In Tieruntersuchungen habe man jetzt auch gezeigt, dass ein natürliches Mikrobiom vor der Entstehung von Tumoren schützen kann, berichtete der Biologe. Bei allen Erkrankungen müsse man metaorganistisch denken und das Mikrobiom miteinbeziehen, forderte er…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 20.01.2020

Freitag, 24. Januar 2020|Messe, News Schladming|

Antibiotika und Resistenzen: Irrtümer weit verbreitet

Faustregeln zur Antibiotika-Einnahme sind zu einfach und veraltet! Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) in einer Pressemitteilung hin. Demnach sei vielen Menschen die Regel geläufig, ein Antibiotikum sollte auch nach dem Verschwinden der Symptome und stets bis zum Ende der Packung eingenommen werden. Bei vielen Infektionen reicht jedoch auch eine kurze Einnahmezeit aus, um die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. DGI-Experten empfehlen: Der Arzt sollte idealerweise eine individuelle Einnahmedauer vorgeben, die gezielt auf die jeweilige Infektion und den zu erwartenden Verlauf abgestimmt ist. Sind die Symptome frühzeitig ausgeheilt, sollte der Patient den Arzt kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.

Nicht Menschen werden gegen Antibiotika resistent! In einer Befragung im Jahr 2018 gaben rund 63 Prozent der Teilnehmer an, dass ihrer Ansicht nach Menschen gegen Antibiotika resistent werden können. Richtig ist: Nur Bakterien werden gegen Antibiotika resistent. Diesen Abwehrmechanismus haben Bakterien im Laufe der Evolution gebildet. Resistente Bakterien können sich ausbreiten und auch für Menschen ein Risiko darstellen, die noch nie ein Antibiotikum eingenommen haben.

Antibiotika wirken nicht gegen Erkältung oder Grippe! Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK zufolge erwarten 72 Prozent der Patienten, dass ihr Arzt bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschreibt, wenn die Beschwerden nicht von selbst besser werden. Aber: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nie gegen Viren. Nur wenn eine Virusinfektion von einer bakteriellen Infektion begleitet wird, ist mitunter ein Antibiotikum erforderlich.

Mehr zum Thema Infektionskrankheiten, Antibiotika und Resistenzen gibt es in den Vorträgen des pharmacon, dessen Programm bereits jetzt hier eingesehen werden kann.

Dienstag, 10. Dezember 2019|Messe, News Schladming|