Herpes Zoster, die Gürtelrose, ist der Klassiker unter den Hautinfektionen des älteren Menschen. Erkranken Jüngere, kann das auf eine zurundeliegene Immunschwäche hindeuten. Mit dem unverzüglichen Beginn einer Therapie sollen Komplikationen verhindert werden.

»Niemals geht man so ganz.« Diese Zeile eines alten Schlagers trifft im medizinischen Kontext auf das Varizella-zoster-Virus (VZV) zu. Bei Kindern löst eine Infektion mit VZV Windpocken aus. Nachdem diese abgeklungen sind, zieht sich der zu den Herpesviren gehörende Erreger in die Ganglien der sensiblen Nerven zurück und bleibt dort.

Ist das Immunsystem aus irgendeinem Grund nicht mehr stark genug, um das VZV in Schach zu halten, kann es sich erneut deutlich vermehren. Diese endogene Rezidivinfektion des VZV ist der Herpes Zoster. Der ebenfalls gebräuchliche Namen Gürtelrose illustriert, dass sich der schmerzhafte Hautausschlag mit Bläschenbildung streifenförmig – wie ein Gürtel – entlang des betroffenen Nervs zeigt. Auch Gesichtsnerven wie der Trigeminusnerv können betroffen sein; man spricht in diesem Fall von einer Gesichtsrose.

»Da die Immunabwehr im Alter nachlässt, sind vor allem ältere Menschen von Gürtelrose betroffen«, sagte Professor Dr. Helmut Schöfer von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Die Inzidenz steige von 3,2 Fällen pro 1000 Personenjahre in der Allgemeinbevölkerung auf sieben bis acht bei den 50- bis 80-Jährigen, zehn bei den Über-80-Jährigen und elf bei den Über-90-Jährigen…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 22.01.2020