Eine mögliche neue Klasse synthetischer Antibiotika haben Wissenschaftler um Anatol Luther vom Pharmaunternehmen Polyphor AG und Matthias Urfer von der Universität Zürich (beide Schweiz) entwickelt. Das meldet die Universität Zürich in einer Pressemitteilung. Die Antibiotika wirken demnach gegen diverse gramnegative Erreger wie Escherichia coli, Klebsiella oder Pseudomonas.

„Die Antibiotika interagieren mit Proteinen der Außenmembran von gramnegativen Bakterien“, erläutert  Urfers Kollege John Robinson. „Nach unseren Ergebnissen binden sie einerseits an fettähnliche Membrankomponenten, den sogenannten Lipopolysacchariden, und andererseits an das Membranprotein BamA.“ BamA ist der Hauptbestandteil des sogenannten Beta-Faltkomplexes (BAM), der für die Synthese der bakteriellen Außenmembran unerlässlich ist. Nachdem die Antibiotika an dieses Protein binden, wird die Membran zerstört. Dass diese Strategie wirkungsvoll ist, bestätigten Untersuchungen mit Zellkulturen und mit von Bakterien infizierten Mäusen. Ein erstes Leitmolekül befindet sich derzeit in der präklinischen Entwicklung.

Die Ergebnisse wurden in Nature (Link: https://www.nature.com/articles/s41586-019-1665-6) veröffentlicht.