Faustregeln zur Antibiotika-Einnahme sind zu einfach und veraltet! Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) in einer Pressemitteilung hin. Demnach sei vielen Menschen die Regel geläufig, ein Antibiotikum sollte auch nach dem Verschwinden der Symptome und stets bis zum Ende der Packung eingenommen werden. Bei vielen Infektionen reicht jedoch auch eine kurze Einnahmezeit aus, um die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen. DGI-Experten empfehlen: Der Arzt sollte idealerweise eine individuelle Einnahmedauer vorgeben, die gezielt auf die jeweilige Infektion und den zu erwartenden Verlauf abgestimmt ist. Sind die Symptome frühzeitig ausgeheilt, sollte der Patient den Arzt kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.

Nicht Menschen werden gegen Antibiotika resistent! In einer Befragung im Jahr 2018 gaben rund 63 Prozent der Teilnehmer an, dass ihrer Ansicht nach Menschen gegen Antibiotika resistent werden können. Richtig ist: Nur Bakterien werden gegen Antibiotika resistent. Diesen Abwehrmechanismus haben Bakterien im Laufe der Evolution gebildet. Resistente Bakterien können sich ausbreiten und auch für Menschen ein Risiko darstellen, die noch nie ein Antibiotikum eingenommen haben.

Antibiotika wirken nicht gegen Erkältung oder Grippe! Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK zufolge erwarten 72 Prozent der Patienten, dass ihr Arzt bei einer Erkältung ein Antibiotikum verschreibt, wenn die Beschwerden nicht von selbst besser werden. Aber: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nie gegen Viren. Nur wenn eine Virusinfektion von einer bakteriellen Infektion begleitet wird, ist mitunter ein Antibiotikum erforderlich.

Mehr zum Thema Infektionskrankheiten, Antibiotika und Resistenzen gibt es in den Vorträgen des pharmacon, dessen Programm bereits jetzt hier eingesehen werden kann.