Geht es um die Resistenz von Bakterien gegen bestimmte Antibiotika, gibt es nicht nur die beiden Kategorien »resistent« und »sensibel«. Dazwischen existiert ein relativ großer Graubereich, in dem durch eine Modifikation der Therapie oft noch eine Wirksamkeit erreicht werden kann.

»Antibiotika-Resistenz ist ein globales Problem, das sich in den letzten Jahren verschärft hat und voraussichtlich noch weiter zunehmen wird«, sagte Professor Dr. Matthias Willmann vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Tübingen beim Pharmacon-Kongress in Schladming. Derzeit forderten Infektionen mit resistenten Erregern jährlich etwa 700.000 Todesopfer. Setze sich die Entwicklung so fort wie bisher, sei damit zu rechnen, dass im Jahr 2050 ungefähr 10 Millionen Menschen an den Folgen solcher Infektionen sterben – mehr als an Krebs.

Dabei seien nicht Resistenzen gegen einzelne Antibiotika das Problem, sondern Multiresistenzen. Deren Ausmaß sei jedoch schwierig zu quantifizieren, da international verschiedene Definitionen existierten. In Deutschland teile das Robert-Koch-Institut die multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) anhand der Empfindlichkeit gegen die vier Leitsubstanzen Piperacillin, Cefotaxim beziehungsweise Ceftazidim, Imipenem und / oder Meropenem sowie Ciprofloxacin ein. 3MRGN bedeute, dass der Erreger nur gegen einen dieser Wirkstoffe empfindlich ist, 4MRGN, dass er gegen alle resistent ist…hier weiterlesen!

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 21.02.2020