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Migräneattacken: Bald Antikörper zur Prophylaxe?

Vier humanisierte monoklonale Antikörper zum Einsatz in der Migräneprophylaxe befinden sich derzeit in der klinischen Prüfung. Ihre Zielstruktur ist das Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP). Galcanezumab, Fremanezumab und Eptinezumab hemmen CGRP direkt, Erenumab blockiert dessen Rezeptor.

Der entzündungsfördernde Neurotransmitter CGRP wird während eines Migräne-Anfalls freigesetzt. Nach Bindung an seinen Rezeptor bewirkt er eine starke Erweiterung arterieller Blutgefäße im Gehirn. Die Ärzte Zeitung berichtete kürzlich, dass Erenumab inzwischen zur Zulassung eingereicht sei, und auch für Fremanezumab erwarte man im kommenden Jahr die Zulassung.

CGRP war bereits vor einigen Jahren Zielstruktur für die Wirkstoffentwicklung. So zeigte Telcagepant eine gute Wirksamkeit gegen akute Migräneattacken. Es wurde jedoch nicht zugelassen, da es in einigen Fällen zu einer Erhöhung der Leberwerte geführt hatte. Im Vergleich zu Telcagepant weisen die neuen Wirkstoffe eine längere Wirkdauer auf. Dadurch eignen sie sich zur Vorbeugung von Migräne-Attacken und erlauben gleichzeitig eine komfortable Anwendung: Je nach Arzneimittel erfolgt die Gabe monatlich oder vierteljährlich.

Über akuten und chronischen Kopfschmerz referiert auf dem pharmacon in Schladming PD Dr. Charly Gaul, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft am Dienstag, den 16. Januar 2018 ab 16.30 Uhr.

Migräneattacken: Bald Antikörper zur Prophylaxe? 2017-11-21T10:55:00+00:00

Psyche und Nerven im Blick

Neurologische und psychiatrische Erkrankungen auf dem pharmacon Schladming 2018

Eschborn (15. November 2018) Mit ihrem niedrigschwelligen Zugang sind Apotheken oft die ersten Einrichtungen im Gesundheitssystem, die Menschen auch mit psychiatrischen oder neurologischen Erkrankungen aufsuchen. Und deren Zahl wächst. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes sind rund 10 Prozent der Deutschen allein von depressiver Symptomatik betroffen. Die Volkserkrankung Depression steht auch deshalb neben anderen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen im Mittelpunkt der 48. Internationalen Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer, die vom 14. bis 19. Januar 2018 in Schladming stattfindet.

Hochkarätige Referenten erläutern u.a. am Beispiel von Depression, Angst- und Schlafstörungen, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Epilepsie, was geschieht, wenn das Zusammenspiel zwischen Gehirn, Nerven und Körper nicht mehr funktioniert, welchen oft langen Leidensweg die Diagnosen für die betroffenen Patienten bedeuten und welche Hilfestellung die Apotheken geben können.

Eine wesentliche Rolle nehmen dabei auch die aktuellen Therapieansätze ein, bei denen sich in den vergangenen Jahren immer wieder auch Biologika bewährt haben. Sie werden insbesondere bei Patienten mit stark bis sehr stark ausgeprägten Symptomen eingesetzt. Bei Depressionen bieten sie sogar möglicherweise einen neuen Therapieansatz. Daneben steht aber auch der nicht bestimmungsgemäße Gebrauch von Arzneimitteln im Fokus, der bei mindestens 1,3 Millionen Menschen in Deutschland bereits zu einer iatrogenen Sucht geführt hat. Denn hier sind die Grenzen zwischen der verordneten Therapie und einer daraus entstehenden Abhängigkeit fließend. Oft ist eine dauerhafte Abstinenz für die Betroffenen unerreichbar, so dass bereits eine dauerhafte Dosisreduktion als Erfolg gewertet werden kann. Auch hier ist das koordinierte Zusammenspiel von Ärzten und Apothekern im Sinne der Patienten besonders wichtig. Es gilt für beide Heilberufe, die Psyche und die Nerven im Blick zu haben.

Zum pharmacon Schladming 2018 werden erneut weit mehr als 700 Apothekerinnen und Apotheker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet, unter denen sich auch zahlreiche junge PharmazeutInnen und Pharmaziestudierende befinden werden. Sie erwarten neben einem exzellenten Programm im top-modernen Congress Schladming eine atemberaubende winterliche Berglandschaft und die schon sprichwörtliche Gastfreundschaft der Schladminger, die ihren Gästen beispielsweise auch familienfreundliche Unterkünfte für jedes Budget anbieten. Der pharmacon ist im Rahmen des Fortbildungszertifikates der Landesapothekerkammern sowie in Österreich und der Schweiz akkreditiert.

Mehr Informationen über das Kongress- und Rahmenprogramm finden Interessierte im Internet unter www.pharmacon.de. Hier können sie sich auch direkt anmelden und Hilfe bei der Buchung einer Unterkunft erhalten.

 

Psyche und Nerven im Blick 2017-11-21T10:56:29+00:00

Erwachsene mit Schlafstörungen hatten oft schon als Kinder Schlafprobleme

Wer als Kind schlecht schläft, leidet oft auch als Erwachsener an Schlafstörungen. Darauf wies Professor Dr. Angelika Schlarb, Universität Bielefeld, anlässlich der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Münster hin, wie die Pharmazeutische Zeitung online unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Demnach leiden 60 Prozent der Kinder mit Schlafstörungen auch im späteren Erwachsenenalter an Schwierigkeiten ein- und/oder durchzuschlafen.

Laut einer repräsentativen Studie haben 19,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren allgemeine Schlafprobleme, 13 Prozent haben Einschlaf- und 8,8 Prozent Durchschlaf-Schwierigkeiten. „Die Kinder können dann quengelig, aggressiv und unkonzentriert sein“, sagte Schlarb. Aufmerksamkeits- und Lernstörungen seien weitere mögliche Beeinträchtigungen, erläuterte Alfred Wiater, Vorsitzender der DGSM. Auch für Erwachsene kann anhaltend schlechter Schlaf Folgen haben: Bei ihnen steige unter anderem das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen, so Schlarb.

Über die Ursachen und Behandlung von Schlafstörungen referiert auf dem pharmacon in Schladming Professor Dr. H. Förstl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München: Dienstag, den 16.01.2018 ab 8.45 Uhr.

Erwachsene mit Schlafstörungen hatten oft schon als Kinder Schlafprobleme 2017-11-15T12:06:53+00:00

Suizidgefahr: Ältere Männer besonders gefährdet

Alte Menschen sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) besonders stark selbstmordgefährdet. Das berichtete die Pharmazeutische Zeitung (PZ) online unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur (dpa). Danach nehmen sich jährlich rund 10.000 Menschen in Deutschland das Leben. 35 Prozent der Selbsttötungen werden nach Angaben der DGS von über 65-Jährigen verübt. Die Altersgruppe macht einen Anteil von 21 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. Besonders gefährdet sind Männer im hohen Alter. Im Jahr 2015 setzten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1065 Frauen und 2715 Männer über 65 Jahren ihrem Leben ein Ende.

Hochbetagte Männer seien besonders gefährdet, weil sie nicht den Weg in helfende Strukturen fänden, sagte PD Dr. Reinhard Lindner am Rande der DGS-Jahrestagung. „Wenn sie darüber nachdenken, ihrem Leben ein Ende zu setzen, sind gerade die alten Männer eine Gruppe, die kaum Hilfe sucht. Die gehen noch nicht einmal zum Hausarzt.“ Das Risiko ist nach Angaben der DGS besonders groß, wenn die Senioren vereinsamt sind oder auch alkoholabhängig.

Dabei könne Hilfe bereits in einfachen Dingen bestehen, etwa in sogenannter Awareness. Im Albertinen-Haus, Hamburg, sei es üblich, Patienten mit Selbstmordneigung nach ihrer Entlassung in regelmäßigen Abständen wieder anzurufen. Er mache das auch selbst, sagte Lindner. Dabei könne er etwa noch eine Therapie vermitteln oder dem Patienten deutlich machen, dass er mit seinen Schwierigkeiten Anerkennung gefunden habe. „Keiner der Angerufenen hat bisher aufgelegt.“

Chronische Krankheiten – nicht zuletzt neurologische und/oder psychiatrische Erkrankungen – können hierbei eine Rolle spielen. Umso wichtiger ist daher eine einfühlsame Beratung und Betreuung der Betroffenen, etwa mit Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder Depressionen. Neurologische und psychiatrische Erkrankungen sind Thema des Winter-pharmacon, der im Januar in Schladming stattfindet.

Suizidgefahr: Ältere Männer besonders gefährdet 2017-11-13T16:18:00+00:00

Kopfschmerz und Migräne: Viele Patienten greifen zur Selbstmedikation

Nur die Hälfte der Patienten mit Kopfschmerz oder Migräne wendet sich sich mit ihren Beschwerden an einen Arzt. Dies ist das Ergebnis der Befragung einer repräsentativen Patienten-Stichprobe durch die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), die im Oktober beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim vorgestellt wurde. Die meisten Menschen vertrauten demnach auf Hausmittel oder rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel, 10 Prozent wendeten sich an einen Heilpraktiker, erläuterte PD Dr. Stefanie Förderreuther, Klinikum Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München die Ergebnisse in einer Presseinformation. Bei der Informationssuche setzten die Befragten jedoch wider Erwarten kaum auf das Internet. Auch hinsichtlich der Qualität der Informationen standen bei ihnen Ärzte und Apotheker an erster Stelle.

Die Befragung zeigte außerdem, dass Migränepatienten, die durch einen Facharzt betreut werden, häufiger eine Migräneprophylaxe angeboten wird als anderen. Jedoch nahmen nur etwa 20 Prozent dieser Patienten, die an 4 bis 14 Kopfschmerztagen pro Monat litten, ihre Arzneimittel auch tatsächlich ein. Wenig bekannt sind außerdem nicht-medikamentöse Verfahren wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Biofeedback-Verfahren.

In der Apothekenberatung spielen Fragen zu Kopfschmerz und Migräne eine große Rolle. Über akuten und chronischen Kopfschmerz referiert auf dem pharmacon in Schladming PD Dr. Charly Gaul, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft am Dienstag, den 16. Januar 2018 ab 16.30 Uhr.

Kopfschmerz und Migräne: Viele Patienten greifen zur Selbstmedikation 2017-11-20T15:35:42+00:00

Multiple Sklerose: „Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern“

„Multiple Sklerose (MS) ist nicht ansteckend, nicht zwangsläufig tödlich, kein Muskelschwund und keine psychische Erkrankung. Auch die häufig verbreiteten Vorurteile, dass MS in jedem Fall zu einem Leben im Rollstuhl führt, sind so nicht richtig.“ Darauf weist die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) auf ihrer Homepage hin. Dass sich so viele Mythen und Irrtümer um die Erkrankung ranken, hat einen Grund darin, dass sie sich von Patient zu Patient sehr unterschiedlich zeigt. Nicht umsonst nennt man sie daher auch die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“. Dass sich ihr Verlauf so schwer vorhersagen lässt, belastet viele Patienten zusätzlich.

Welche Pathomechanismen hinter der Multiplen Sklerose stecken und welche Therapiemöglichkeiten es heute gibt, ist Gegenstand zweier Vorträge auf dem pharmacon in Schladming. Am Mittwoch, den 17.01.2018 ab 16.30 Uhr referiert Professor Dr. Stefanie Kürten, Würzburg, über die autoimmune Pathogenese der MS. Die Therapie der MS erläutert Professor Dr. Gerd Bendas, Bonn, im anschließenden Vortrag ab 17.45 Uhr.

Multiple Sklerose: „Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ 2017-10-23T14:13:31+00:00

pharmacon 2018: Die Themen

Die pharmacon Kongresse zählen seit über 50 Jahren zu den bedeutendsten Fortbildungsveranstaltungen für die Offizin, und das aus gutem Grund: Die Vorträge und Seminare vermitteln aktuelles medizinisches und pharmazeutisches Grundlagenwissen ebenso wie handfestes Praxiswissen für die tägliche Arbeit in den Apotheken.

Für die kommende Kongresse in Schladming vom 14. bis 19. Januar 2018 und in Meran vom 27. Mai bis 1. Juni 2018 stehen bereits jetzt die Schwerpunktthemen fest. So wird es in Schladming um das breite Spektrum neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen gehen, unter anderem um Morbus Parkinson und Multiple Sklerose, aber auch um Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen bei Erwachsenen und Kindern oder Schlafstörungen. In Meran werden Autoimmunerkrankungen, Atemwegserkrankungen und Leber auf dem Programm stehen.

Neurologische und psychiatrische Erkrankungen stellen in verschiedener Hinsicht Herausforderungen dar:

  • für den Patienten und seine Angehörigen, die eine solche Diagnose meist sehr ängstigt,
  • für die Therapie, zum Beispiel durch Compliance-Probleme bei Patienten mit Depressionen oder durch motorische Schwierigkeiten, bestimmte Arzneimittel anwenden zu können, zum Beispiel für Patienten mit Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose,
  • durch Beschwerden, von denen sich zunächst nicht sagen lässt, ob es sich um Nebenwirkungen der Therapie oder Symptome der Erkrankung handelt,
  • für die Wirkstoffentwicklung und pharmazeutische Technologie, wenn Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke überwinden müssen,
  • und nicht zuletzt für die Apothekerinnen und Apotheker, die die Patienten beraten und für sie nicht selten individuelle Lösungen finden, um sie in der Therapie zu unterstützen.

Für den Schladminger pharmacon ist bereits jetzt das vorläufige Kongressprogramm einsehbar.
Weitere Informationen gibt es außerdem  hier. Auch anmelden kann man sich schon: bis 15.12.2017 zum Vorzugspreis. Tipps zu Hotels gibt es hier.

pharmacon 2018: Die Themen 2017-10-17T13:59:42+00:00

Starkes Bekenntnis zu heilberuflicher Kompetenz

Erneut mehr und jüngere Teilnehmer beim pharmacon Meran

Eschborn/Meran (26. Mai 2017) – Der bereits seit einigen Jahren bestehende Aufwärtstrend des pharmacon Meran bleibt weiterhin ungebrochen. Mit 860 Teilnehmern kamen vom 21. bis 26. Mai erneut mehr Apothekerinnen und Apotheker  als im Vorjahr in den Kongressort am Fuß der Dolomiten, um sich unter anderem über aktuelle Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse  in den Therapiegebieten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gastrointestinaltrakt und Tumortherapie zu informieren. Noch einmal gewachsen ist zudem der Anteil junger und angehender Pharmazeuten. Neben vielen jungen Apothekerinnen und Apothekern kamen auch Pharmaziestudierende oder Pharmazeuten im Praktikum aus Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Mainz, Münster sowie aus Tübingen nach Meran.

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, wertete dies als starkes Signal auch an die Politik, sich endlich zu einem Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimittel durchzuringen: „ Während die Versandapotheken derzeit mit Boni und Gewinnspielen um Kunden buhlen, setzen die bereits tätigen und künftigen Kolleginnen und Kollegen offenkundig auf heilberufliche und pharmazeutische Kompetenz. Hier in Meran erhalten sie von herausragenden Referenten wertvolle Kenntnisse auch zu komplexen Krankheiten und deren Arzneimitteltherapie. Wir Apotheker wissen, dass sich die hochstehende Arzneimittelversorgung unserer Kunden rund um die Uhr nur mit bestmöglicher Beratung bei der Arzneimittelabgabe sicherstellen lässt. Dafür setzen wir auch gerne unsere Freizeit für Fortbildung ein!“

Neben dem erstklassigen wissenschaftlichen Programm bot der 55. Internationale Fortbildungskurs für praktische und wissenschaftliche Pharmazie der Bundesapothekerkammer in Meran zudem beste Möglichkeiten für den fachlichen und persönlichen Austausch zwischen Apothekerinnen und Apothekern aller Altersstufen. Der pharmacon Meran trägt damit dazu bei, die Vernetzung innerhalb des Berufes und des Gesundheitsystems insgesamt voranzutreiben. Für Metin Ergül ist dies ein weiterer Grund für den stetig wachsenden Erfolg des Kongresses. Der Geschäftsführer der Avoxa GmbH hat unter anderem deshalb mit seinem Kongressteam auch in diesem Jahr wieder ein attraktives Rahmenprogramm für die vortragsfreien Zeiten zusammengestellt.

Die Eröffnungsrede von Alexander Graf Lambsdorff, dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments und  Vorstandsmitglied der Organisation Atlantik-Brücke e. V., war bereits ein erster Höhepunkt. Der ausgebildete Diplomat informierte die Teilnehmer über drängende Probleme der EU wie den Umgang mit dem Brexit, den Beziehungen zum neuen US-Präsidenten Donald Trump und der Frage, wie es zwischen der EU und der Türkei weiter geht.  Die weiteren Angebote reichten vom klassischen Konzert mit den Preisträgern des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert über Exkursionen bis hin zu geführten E-Bike-Touren und dem morgendlichen pharmacon Lauftreff. „Ein weiteres Highlight war einmal mehr die pharmacon Dance Night am Mittwoch, die mit 250 Teilnehmern hoch oben auf Meran 2000 stattfand und bereits am Montag wieder komplett ausgebucht war. Unterstützt wurde das Rahmenprogramm von den Unternehmen QuintilesIMS (Konzert) sowie ADG (Dance Night). Ausgebucht war schließlich auch die begleitende Ausstellung, bei der sich die Apothekerinnen und Apotheker eine Woche lang darüber informieren konnten, welche Unterstützung ihre Partner aus Industrie und Dienstleistungsunternehmen ihnen für die Erfüllung ihrer Aufgaben bieten können.

Dr. Andreas Kiefer, Metin Ergül und die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der Bundesapothekerkammer sind davon überzeugt, dass diese Ergebnisse auch sehr gute Voraussetzungen dafür bieten, auch die internationalen Fortbildungskongresse des nächsten Jahres erfolgreich zu gestalten. Zum pharmacon Meran 2018 treffen sich Apothekerinnen und Apotheker aus ganz Deutschland in Meran vom 27. Mai bis 1. Juni 2018. Knapp fünf Monate vorher, nämlich vom 14. bis 19. Januar 2018, findet der pharmacon 2018 in Schladming statt.

 

Starkes Bekenntnis zu heilberuflicher Kompetenz 2017-10-12T11:16:09+00:00

Hauttumore und Sonnenschutz: Kleidung statt Creme!

Kinder schützt man am besten durch Kleidung vor Sonnenschäden, während Sonnencremes in der Prävention von melanozytären Nävi im Kindesalter versagen. Studien hierzu präsentierte auf dem pharmacon in Meran Teresa Amaral vom Zentrum für Dermatoonkologie der Universitäts-Hautklinik Tübingen, die den Vortrag in Vertretung für PD Dr. Thomas Eigentler, ebenfalls Tübingen, hielt. Inzidenzraten aus Australien stützen dies: Dort nehmen anders als in Deutschland unter anderem durch konsequente Schulung bereits von Kindern die Hautkrebs-Inzidenzraten ab.

Mit mehreren Missverständnissen müsse man aufräumen, führte Amaral aus. So komme es nicht erst bei einem Sonnenbrand zu einer Schädigung der Haut. UV-Strahlung wirkt sowohl als Initiator als auch als Promotor. So löst sie durch Bildung von Thymidin-Dimeren Mutationen aus. Außerdem knockt sie das Tumor-Suppressorgen p53 aus und wirkt so als Promotor. Beide gemeinsam tragen zur Entstehung von Krebs bei. Die Bräunung der Haut sei ein Indikator für Mutationen, so Amaral weiter.

Sie plädierte für klare Botschaften, um die Bevölkerung für die möglichen Gefahren zu sensibilisieren. So gewährten Sonnenschutzmittel beim Sonnenbaden keinen Schutz vor der Entstehung von Hautkrebs. Bei der nicht-absichtlichen Sonnenexposition schützten sie in Kombination mit anderen Schutzmaßnahmen wie Sonnenhut und -brille sowie bedeckender Kleidung. Der Schutzfaktor von Sonnencremes spiele zudem eine falsche Sicherheit vor, warnte Amaral. Er setze ausreichende Wirkspiegel in der Haut voraus, die üblicherweise nicht erreicht werden.

Hauttumore und Sonnenschutz: Kleidung statt Creme! 2017-05-26T14:18:18+00:00

Drug Targeting: Langer Atem und kleine Schritte

So wichtig und wünschenswert es ist, Arzneistoffe gezielt an ihren Wirkort zu bringen, um Wirkungen zu optimieren und/oder Nebenwirkungen zu minimieren, so schwierig ist es auch. Dies wurde im Vortrag von Professor Dr. Achim Göpferich, Regensburg, deutlich.

Fenestrierte Endothelien, kleine Lücken im Endothel, könnten eine Möglichkeit darstellen. Sie gibt es in verschiedenen Organen, etwa in den Nieren und in der Netzhaut des Auges, aber auch in Leber, Milz und Knochen. In der Behandlung der diabetischen Nephropathie oder der diabetischen Retinopathie besteht ein großer Bedarf, so Göpfert. Bis zum Jahr 2030 erwartet man eine Steigerung der Zahl der Diabetiker auf bis zu 366 Millionen Patienten weltweit. Ein Drittel von ihnen entwickle eine Nephropathie. Zielstruktur ist das Mesangium, deren Zellen eine „Housekeeping-Funktion“ für die glomerulären Kapillaren besitzen. Mesangialzellen regulieren den Turnover der gleichnamigen Matrix und spielen bei der diabetischen Nephropathie eine herausragende Rolle. Es gebe erste hoffnungsvolle Ansätze, resümierte Göpfert, doch für weitere Entwicklungen benötige man ein vertieftes biologisches Verständnis.

Drug Targeting: Langer Atem und kleine Schritte 2017-05-26T14:08:50+00:00