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Renale Denervation: Neue Studienergebnisse

Nach negativen Studienergebnissen war die renale Denervation (RDN) zunächst in Verruf geraten, doch neue Studien, die auf einer Pressekonferenz der Deutschen Hochdruckliga (DHL) in Berlin vorgestellt wurden, zeigen nun ein anderes Bild. Das berichtete die Pharmazeutische Zeitung (PZ) online.

Danach zeigen Studien des SPYRAL-HTN-Studienprogramms, die zum Teil noch laufen, dass der Effekt der RDN dem eines medikamentösen Blutdrucksenkers vergleichbar ist. »Von Vorteil ist jedoch, dass der Blutdruck durch die RDN dauerhaft gesenkt wird, auch in den frühen Morgenstunden, in denen sich bekanntermaßen die meisten Herz-Kreislauf-Ereignisse zutragen. Auch Wirkstoffschwankungen, etwa beim Vergessen einer Dosis des Blutdrucksenkers, sind kein Thema«, sagte Professor Dr. Joachim Weil von den Sana Kliniken Lübeck.

In der früheren Studie hatte nach sechs Monaten kein Unterschied beim systolischen 24-Stunden-Blutdruck zwischen einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe bestanden, die nur mit einer Scheinoperation behandelt worden war. An der Studie habe es jedoch Kritik gegeben, denn der fehlende Effekt könnte der Ungeübtheit der Operateure geschuldet gewesen sein: Viele Behandler hatten nur eine einzige RDN durchgeführt.

Weil die entsprechenden Studienergebnisse erst nach Veröffentlichung der aktuellen Leitlinie publiziert worden seien, gebe es dort lediglich eine Klasse-III-Empfehlung für das Verfahren. Die Kostenübernahme der circa 5000 Euro für einen solchen Eingriff sei daher momentan noch eine Einzelfallentscheidung der Krankenkassen. »Die Studienergebnisse sind aber bisher positiv und wenn sich diese Ergebnisse bestätigen, wird die renale Denervation einen festen Platz im Therapiealltag einnehmen«, ist Weil überzeugt.

Um aktuelle Studienergebnisse und zeitgemäße Therapien geht es auch auf dem pharmacon in Schladming, dessen Programm bereits jetzt online zur Verfügung steht.

Renale Denervation: Neue Studienergebnisse2018-12-05T15:00:17+00:00

PZ-Pharmastellen wieder mit Jobbörse auf dem pharmacon

Apothekenleiter, die neue Mitarbeiten suchen und Apotheker, die sich beruflich neu orientieren möchten, können ihr Anliegen erneut auf dem pharmacon in Schladming präsentieren, denn die PZ-Pharmastellen, der Stellenmarkt der Pharmazeutischen Zeitung (PZ), werden dort erneut mit einem Stand vertreten sein.

Wer einen neuen Mitarbeiter oder eine neue Stelle sucht, kann seine Anzeige sowohl im Vorfeld des pharmacon bis 15. Januar in PZ 3 bei der Anzeigenabteilung – Telefon 06196/928-220-  als auch auf dem pharmacon direkt am Stand der Pharmastellen aufgeben. Sie erhalten 15% Sonderrabatt und zusätzlich wird Ihre Anzeige am Schwarzen Brett des Standes zu finden sein.

Besuchen Sie den Stand der PZ-Pharmastellen im Foyer und nutzen Sie ihn als Kontaktforum für Ihre Karriereplanung.

PZ-Pharmastellen wieder mit Jobbörse auf dem pharmacon2018-12-03T09:13:06+00:00

Koronare Herzkrankheit: Viele Diabetes-Patienten unterschätzen ihr Risiko

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes wissen nicht, dass sie ein deutlich erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) haben. Das geht aus einer Untersuchung der International Diabetes Federation (IDF) und Novo Nordisk hervor. Insgesamt wurden in mehr als 130 Ländern insgesamt 12.695 Menschen mit der Stoffwechselerkrankung befragt.

Sie zeigt: Obwohl viele Betroffene akute Risikofaktoren aufwiesen, schätzen nicht wenige ihr persönliches KHK-Risiko als gering ein. Zu den Risikofaktoren für eine KHK gehören unter anderem Hypertonie und schlecht eingestellte Blutzuckerwerte. „Die Ergebnisse der Studie bestätigen unsere Befürchtungen hinsichtlich der globalen Verbreitung von Diabetes und seiner Folgeerkrankungen“, sagte IDF-Präsident Professor Dr. Nam H. Cho in einer Pressemitteilung. „Das Wissen um die Risiken von Diabetes ist weiterhin kläglich gering. Es mangelt zudem an der Aufklärung über die mit Diabetes verbundenen gesundheitlichen Komplikationen.“

Kardiovaskuläre Erkrankungen bilden den Schwerpunkt des kommenden pharmacon in Schladming. Das Kongressprogramm ist bereits jetzt online verfügbar.

Koronare Herzkrankheit: Viele Diabetes-Patienten unterschätzen ihr Risiko2018-12-05T15:00:53+00:00

Bluthochdruck: Europäische Hypertonie-Leitlinie 2018

Ab welchen Werten gilt ein Blutdruck als zu hoch? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, ob sie in Europa oder in den USA gegeben wird. Während die US-amerikanischen Fachgesellschaften in ihrer aktuellen Leitlinie den Grenzwert für Hypertonie auf einen Blutdruck von 130/80 mmHg gesenkt haben, empfiehlt die in diesem Jahr erschienene Europäische Leitlinie eine Therapie ab einem Blutdruck von 140/90 mmHG.

Gesonderte Empfehlungen gelten für bestimmte Patientengruppen. So sollten etwa Patienten mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko bereits ab einem Blutdruckwerten ab 135–139/85–89 mmHG eine antihypertensive Therapie erhalten. Bei Patienten über 80 Jahren sollte eine Blutdruck senkende Therapie erst bei einem systolischen Blutdruck von mindestens 160 mmHG neu begonnen werden.

Als Ziel einer antihypertensiven Therapie definieren die europäischen Fachgruppen eine Absenkung des Blutdrucks auf Werte unter 140/90 mmHG für alle Patienten. Auch eine Untergrenze gibt es jetzt: Auf Werte unter 120/70 mmHG sollte ein Blutdruck nicht gesenkt werden.

Mehr zu diesem aktuellen Thema gibt es auf dem pharmacon in Schladming unter anderem im Vortrag Leitliniengerechte Therapie der Hypertonie von Professor Dr. Martin Middecke und im Seminar von Dr. Ralf Goebel : Hypertonie-Management in der Apotheke.

Zum Programm des pharmacon geht hier.

Bluthochdruck: Europäische Hypertonie-Leitlinie 20182018-11-28T12:48:14+00:00

Am Puls der Pharmazie

Auch die 49. Internationale Pharmazeutische Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer im Januar 2019 hält wie in jedem Jahr spannendes und für Ihre Arbeit in der Apotheke relevantes Wissen bereit:

Die Pharmakotherapie kardiovaskulärer Erkrankungen wird auf dem pharmacon Schladming vom 20. bis zum 25. Januar 2019 im Mittelpunkt stehen. In praxisnahen Seminaren und inspirierenden Vorträgen werden die anwesenden Referenten über wichtige Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Therapie- und Interventionsmöglichkeiten informieren.

Abgerundet werden die Vorträge und Seminare von einem niveauvollen Rahmenprogramm. Von der urigen Hüttenparty mit gemeinsamer Rodel-Tour bis zum Bankabend der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG mit Tatort-Gerichtsmediziner Joe Bausch ist hier für jede Menge Abwechslung gesorgt.

Am Puls der Pharmazie2018-11-21T16:48:24+00:00

Erlebnisbericht pharmacon Meran – Umgeben von Bergen und engagierten Apothekern

Warum nahm ich an dem Kongress teil? Ich habe von Kolleginnen und Kollegen nur Gutes von der pharmacon gehört. Sie waren von der Veranstaltung in Schladming von Grund auf begeistert. Und so kam es, dass ein Kollege für mich die Internetseite zum Gewinnspiel öffnete und wir glücklicherweise die Teilnahme an dem Kongress gewannen. Eine Kollegin die leider nicht gewann, lies es sich dennoch nicht entgehen an dieser Konferenz teilzunehmen und kaufte sich ein Ticket.

Der Kongress: Die 22. pharmacon fand im beeindruckenden Kurhaus im Herzen der Meraner Innenstadt statt. Alles war von Grund auf sehr gut organisiert und strukturiert. Vom Abholen der Konferenztaschen mit vielen Broschüren und dem Konferenzprogramm, über die Kaffeepausen bis hin zum Verteilen der Stempel für die Teilnahme an jedem Vortrag lief alles einwandfrei ab. Auf Rückfragen und Wünsche wurde direkt eingegangen. In den Vorräumen stellten sich Firmen und Unternehmen vor und berieten zu Themen wie Versicherungen, freie Radikale, Apotheker ohne Grenzen, Fachbücher, Designe und vieles mehr.

Die Vorträge: Die gehaltenen Vorträge waren allesamt auf einem sehr hohen Niveau. Das diesjährige Hauptaugenmerk lag auf den Themen: Autoimmunerkrankungen, Lungen- sowie Lebererkrankungen. Das Interesse an den Vorträgen wurde durch rege Interaktion des Auditoriums mit den Rednern bekundet. So wurde die Möglichkeit Fragen zu den jeweiligen Vorträgen zu stellen nur allzu gern genutzt um noch weitere detailliertere Antworten zu den spannenden Themen zu erhalten. Dies führte zu einem guten fachlichen Austausch in angenehmer Atmosphäre.

Tipp/was ich mir für die nächste pharmacon vornehmen: Da die Vorträge auf einem fachlich wirklich hohem Niveau stattfinden und es um die neuen Errungenschaften und aktuelle Leitlinien Therapien geht, ist es wichtig sich mit den Basics auszukennen. Die Grundlagen werden wenn nur kurz angerissen. Es ist also ratsam sich vor der Veranstaltung noch einmal mit den entsprechenden Themen zu beschäftigen damit die Grundlagen aufgefrischt sind und man sich vollkommen unbeschwert auf die lehrreichen Vorträge einlassen kann.

Rahmenprogramm: Angeboten wurde jeweils in den Mittagpausen eine kostenfreie ausführliche Stadtführung. Dabei ging es über die Geschichte Südtirols und speziell Merans als Kurort. Besonders wurde auch auf die Architektur und die Kunst alter Meister eingegangen.

Ein Highlight neben den interessanten Vorträgen war die pharmacon Dance Night auf der atemberaubenden Lokation des Panorama Bistros Meran 2000. Mit der Seilbahn ging es 2.000 Meter in die Höhe. Natürlich garantierte dies einen grandiosen Ausblick über das Tal; sowohl bei Tageslicht, wie auch später in der Nacht. Die Band „Eine Band namens Wanda“ lockte dabei alle Kollegen mit abwechslungsreicher Musik auf die Tanzfläche. Ein wirklich gelungener Abend, der allen Beteiligten viel Freude und neue Bekanntschaften bereitete.

Donnerstag, am 5. Tag, war Zeit für Exkursionen. Verschiedene Wanderungen und Führungen unter anderen zu den Dolomiten wurden angeboten. Eine Kollegin und ich entschieden uns für das Abendteuer Rafting. Mehreren Großraumtaxen fuhren uns zum Startpunkt an der Passer. Mit Neoprenanzug, Helm und Paddel ging es nach einem ausführlichen Sicherheitstraining mit praktischen Übungen in die Boote. Nach einer Stunde flussabwärts über viele Wellen und Walzen, hielten wir an einer flacheren Stelle um zu schwimmen und Rettungsübungen zu absolvieren. Vorher und Nachher Fotos sowie ein Film über das ganze Erlebnis gab es als Beweis für zuhause dazu.

Der Kongress und das Wiedersehen alter Bekannter, Kollegen und Kommilitonen war ein unvergessliches Erlebnis, welches man nicht verpassen sollte. So ist es ein Treffen von dieses Mal fast 1000 fachinteressierten und engagierten Apothekern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland gewesen. Auch das knüpfen neuer Kontakte ist hier sehr gut mögliche. So trafen wir, die in der pharmazeutischen Technologie in Marburg promovieren, Kollegen des selben Fachgebiets aus Erlangen. Ein enger Forschungsaustausch mit gegenseitigem Besuch der Institute wurde besprochen. Das wird definitiv nicht die letzte pharmacon gewesen sein, an der wir teilnahmen. Das nächste Hotel ist bereits ausgesucht und eine fortlaufende Tradition sich bei der pharmacon in Meran wieder zu sehen, ist beschlossen.

Autor und Foto: Julia Janina Schüer, 29 Jahre, Marburg

Erlebnisbericht pharmacon Meran – Umgeben von Bergen und engagierten Apothekern2018-11-02T11:22:17+00:00

Erlebnisbericht von dem diesjährigen pharmacon in Meran, Silke Bruckmeir

Nach Meran zum pharmacon 2018 fuhr ich mit fünf weiteren jungen Kolleginnen aus Mannheim. Wir hatten alle das Glück, beim Gewinnspiel der PZ gewonnen zu haben und so fieberten wir einer interessanten Woche in Meran entgegen.

Es hat schon eine lange Tradition, dass der pharmacon jährlich in Meran stattfindet und so hat der Fortbildungskongress auch für die Stadt selbst eine besondere Bedeutung, da er in seiner Größe (mehr als 900 Gäste) und Kontinuität der Veranstaltung eine Sonderstellung einnimmt, wie die Präsidentin der Kurverwaltung überschwänglich während der Eröffnungsveranstaltung betonte.

Das Fortbildungsprogramm hatte in diesem Jahr mehrere Schwerpunkte, mit den Themen Autoimmun-, Atemwegs- und Lebererkrankungen. Darunter waren ausgezeichnete Vorträge, die entweder unser pharmazeutisches Wissen auffrischten oder uns neue Arzneimittel und Therapieansätze näher brachten.

Besonders unterhaltsam, da gut durchdacht und erfrischend vorgetragen, waren die als Rollenspiel vorgetragenen Fachgespräche zwischen jungen Approbierten und deren erfahrenen Kollegin zur Lösung arzneimittelbezogener Probleme bei Atemwegserkrankungen.

Wenn es einen Vortrag gab, der mir persönlich nicht vollends zusagte, so war es der (politische) Festvortrag am Eröffnungstag. Hier war für mich und meine jungen KollegInnen der Begeisterungssturm, den dieser Vortrag bei vielen älteren KollegInnen auslöste nicht ganz nachvollziehbar. Vermutlich lag es aber am mangelnden Verständnis der inflationär verwendeten (politischen) Fach- und Fremdwörter – die einen Vortrag generell nicht unbedingt besser machen.

Unser Fortbildungswille kam bei den insgesamt sehr interessanten pharmazeutischen Fachvorträgen jedoch voll auf seine Kosten.

Zwischen den Vorträgen blieb genug Zeit, um Meran und die nähere Umgebung zu erkunden. Als besonders lohnenswerte Ziele hervorheben möchte ich die Therme Meran, die Gärten von Schloss Trautmannsdorf sowie eine Sessellift-Fahrt nach Dorf Tirol. Immer mal wieder trafen wir zufällig auf weitere Kongressteilnehmer, was zu netten Gesprächen auch außerhalb des Kurhauses führte.

Dem Austausch unter

Kollegen diente auch die pharmacon Dance Night, das absolute Highlight des Rahmenprogramms: Mit der Seilbahn ging es hinauf zu Meran 2000, von wo aus man (prinzipiell bei gutem Wetter) einen wunderbaren Blick ins Tal genießt.

Das Regenwetter tat der Stimmung keinen Abbruch und so verbrachten ApothekerInnen aller Generationen einen ausgelassenen Abend bei Lasagne, regionalem Wein und mitreißender Livemusik der „Band namens Wanda“. Umso besser, dass der nächste Tag (Fronleichnam) der Erholung dienen konnte bzw. für Ausflüge abseits der Vorträge zur freien Verfügung stand.

Mein besonderer Dank gilt der Avoxa-Mediengruppe, die erneut jungen Pharmazeuten über die Ausschreibung des Gewinnspiels die Teilnahme ermöglicht hat und dadurch wesentlich zum Bekanntheitsgrad des Kongresses auch in der jüngeren Generation beiträgt.

Für mich war es bereits der zweite Besuch des pharmacon in Meran (und sicher nicht der letzte). Wo sonst lässt sich Fortbildung und Erholung besser verbinden, als in der traumhaften Umgebung von Südtirol (Italien).

Autor: Silke Bruckmeier, Mannheim
Foto: PZ/privat

Erlebnisbericht von dem diesjährigen pharmacon in Meran, Silke Bruckmeir2018-11-02T11:22:51+00:00

Leberzirrhose kann reversibel sein

Leberzirrhose ist nicht gleich Leberzirrhose. Das verdeutlichte Professor Dr. Joachim Labenz (Foto) auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Meran. Wie der Ärztliche Direktor des Jung-Stilling-Krankenhauses in Siegen informierte, besteht im Stadium der kompensierten Leberzirrhose durch eine gute Therapie noch die Chance auf eine gewisse Rückbildung. Die Ein-Jahres-Mortalität liege zwischen 1 und 3 Prozent. Bei einer dekompensierten Leberzirrhose sei eine Rückbildung dagegen nicht mehr möglich und sie bedeute für die Betroffenen eine deutliche Verschlechterung der Prognose. Die Ein-Jahres-Mortalität liege in diesem Stadium bei bis zu 57 Prozent.

Wichtig ist es also, dieses Stadium zu verhindern und Dekompensations-fördernde Faktoren zu vermeiden, so der Gastroenterologe. Zu Letzteren zählten Infektionen, gewisse Medikamente, chirurgische Eingriffe und Alkoholkonsum. Wie Labenz informierte, zeigt eine Untersuchung aus Skandinavien, dass sich drei Viertel der Zirrhose-Patienten bei Erstdiagnose der Erkrankung bereits im dekompensierten Stadium befinden. «Ein Screening auf stumme Zirrhosen in Deutschland wäre daher sehr wünschenswert.» Zudem kritisierte er, dass im Gesundheitscheck Check-up 35 kein Leberwert kontrolliert wird. (ss)

04.06.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller

 

Leberzirrhose kann reversibel sein2018-06-06T11:41:17+00:00

Round-Table-Gespräch: Universitätswissen trifft auf Expertise

Der Pharmacon Meran wartete dieses Jahr mit einem neuen Format auf. In einem Round-Table-Gespräch sensibilisierten eine praxiserfahrene Apothekerin und drei Jung-Approbierte anhand von Fallbeispielen für arzneimittelbedingte Probleme bei der Therapie von Atemwegserkrankungen.

«Ähnlich Sherlock Holmes kann auch in der Apotheke nur durch mehrmaliges Nachhaken und Kombinieren die Ursache gefunden werden und dem Kunden optimal geholfen werden» sagte Dr. Hiltrud von der Gathen (Foto rechts) aus Recklinghausen. Sie nenne es, das Spinnen zu Lernen, so die Apothekerin in Anlehnung an das Weben eines Spinnennetzes. So lasse sich manchmal auch eine eher skurrile Ursache ausmachen, wie das erste Fallbespiel zeigte: «Ich kann nicht schlafen», berichtete ein männlicher Patient in der Apotheke. Zudem klagte er über vermehrten Husten in der Nacht und einen schnelleren Puls. Ein Blick in die Medikationsdatei zeigte, dass der Patient Asthmatiker ist. So bekommt er unter anderem Salbutamol, Budesonid und Theophyllin.

In einer Art Rollenspiel wiesen von der Gathen und die drei jungen Offizinapotheker Melissa Lubjuhn aus Reken, Steffen Schmidt aus Haltern am See und Rebekka Wiggers aus Münster auf die jeweiligen potenziellen Probleme hin. So können Salbutamol und Theophyllin Tachykardien und Schlafstörungen verursachen. Budesonid stehe im Zusammenhang mit Husten, Atemnot und Heiserkeit. Die vier Apotheker zeigten nach und nach auf, welche potenziellen arzneimittelbezogenen Probleme auf den ersten und zweiten Blick auszumachen sind. Sie wiesen dabei unter anderem hin auf eine fehlerhafte Anwendung, auf suboptimale Dosierungen, auf Empfehlungen der Leitlinien sowie auf die Vereinbarkeit von Evidenz und Erfahrung. Dass selbst manchmal ein dritter Blick vonnöten ist, machte das Fallbeispiel deutlich. Denn nur das intensive Nachfragen der Apotheker brachte die eigentliche Ursache ans Licht. Der Kunde machte derzeit eine Diät mit schwarzem Pfeffer und das darin enthaltene Piperin hemmt den Theophyllinabbau, was wiederum die Beschwerden wie Schlaflosigkeit und schnellen Puls verursachte. «Es ist wichtig, in viele Richtungen zu denken und sich nicht mit dem Offensichtlichen zufrieden so geben», sagte von der Gathen.

Analog spielten die vier Apotheker noch zwei weitere Fallbeispiele zu Allergie beziehungsweise Heuschnupfen und grippalem Infekt durch. Beim fachlichen Austausch traf pharmazeutisches Universitätswissen auf die pharmazeutische Expertise einer praxiserfahrenen Kollegin. Von dieser Konstellation profitieren alle Beteiligten – zu guter Letzt der Kunde. Das neue Format stieß beim Auditorium auf große Zustimmung.

04.06.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller

Round-Table-Gespräch: Universitätswissen trifft auf Expertise2018-06-06T11:41:17+00:00

pharmacon Meran knackt 900er Marke

Meran/Eschborn, 01.06.2018 – Mit mehr als 900 aktiven sowie angehenden Apothekerinnen und Apothekern als Teilnehmer konnte der heute (Freitag) zu Ende gegangene pharmacon Meran eine Rekordmarke knacken. Unter den zahlreichen neuen Kongressbesuchern waren dabei viele jüngere Apotheker, Pharmazeuten im Praktikum und Pharmaziestudierende. Eine Woche lang drehte sich im Kurhaus am Fuße der Alpen in den sehr gut besuchten Vorträgen und Seminaren alles um die Schwerpunktthemen Autoimmunerkrankungen, Atemwegserkrankungen und Leber. Daneben standen neue Arzneimittel, Cannabis und die innovative Ansätze in der Biomedizin auf dem Programm.

Dr. Andreas Kiefer freute sich nicht nur über die große Anzahl an Kongressteilnehmern. „Unser Ziel, auch viele junge Kolleginnen und Kollegen für den pharmacon zu begeistern, ist einmal mehr aufgegangen“, erklärte der Präsident der Bundesapothekerkammer. In diesem Zusammenhang wies Kiefer besonders auf das neue Fortbildungsformat des Round-Table-Gespräches zur Medikationsanalyse hin, das auch beim Auditorium auf große Zustimmung stieß. Dr. Hiltrud von der Gathen beleuchtete hier gemeinsam mit drei jungen Offizinapothekern konkrete Fallbeispiele im Hinblick auf arzneimittelbezogene Probleme bei der Therapie von Atemwegserkrankungen. Beim fachlichen Austausch traf pharmazeutisches Universitätswissen auf die pharmazeutische Expertise einer praxiserfahrenen Kollegin.

Schon die Eröffnungsveranstaltung begann mit einem Highlight. In seinem Keynote-Vortrag, gefolgt von Standing Ovations, zog Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio eine Bilanz über den Zustand des Westens, der sich durch die eigenwilligen Wege der USA und des Vereinigten Königreiches in einer Krise befindet. Der ehemalige Bundesverfassungsrichter ließ dabei allerdings keine Untergangsstimmung aufkommen. Er warb vielmehr für einen konzeptionellen Aufbruch der Europäischen Union.

Auch beim Rahmenprogramm des pharmacon gab es Neuerungen, die bei den Teilnehmern sehr gut ankamen. Sowohl die pharmacon Dance Night als auch die neu ins Programm aufgenommene Rafting-Tour waren bereits lange im Vorfeld ausgebucht. Aber auch Bewährtes kam nicht zu kurz. So stießen die beiden botanisch-wissenschaftlichen Exkursionen auch mit neuer Exkursionsleiterin wieder auf große Begeisterung der Teilnehmer. Die Avoxa freut sich als Ausrichter des pharmacon zudem über die ebenfalls ausgebuchte Ausstellung. Petra Lutz, die bei der Avoxa den Geschäftsbereich Messen und Kongresse leitet, dankte zudem den Sponsoren IQVIA für die Unterstützung des Konzertabends sowie der ADG und der Fattoria La Vialla für die der Dance Night.

Dr. Andreas Kiefer und Avoxa-Geschäftsführer Metin Ergül sind sich sicher, dass die pharmacon-typische Mischung aus einem hervorragenden wissenschaftlichen Angebot und der Möglichkeit zum Networking in den Kongresspausen sowie während des Rahmenprogramms auch in Zukunft aufgehen wird. Und das gilt sowohl für den nächsten pharmacon in Meran (26. bis 31. Mai. 2019) als auch für den Winter-pharmacon, der vom 20. bis 25. Januar 2019 in Schladming stattfinden wird.

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

pharmacon Meran knackt 900er Marke2018-09-19T09:34:41+00:00