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Renale Denervation: Neue Studienergebnisse

Nach negativen Studienergebnissen war die renale Denervation (RDN) zunächst in Verruf geraten, doch neue Studien, die auf einer Pressekonferenz der Deutschen Hochdruckliga (DHL) in Berlin vorgestellt wurden, zeigen nun ein anderes Bild. Das berichtete die Pharmazeutische Zeitung (PZ) online.

Danach zeigen Studien des SPYRAL-HTN-Studienprogramms, die zum Teil noch laufen, dass der Effekt der RDN dem eines medikamentösen Blutdrucksenkers vergleichbar ist. »Von Vorteil ist jedoch, dass der Blutdruck durch die RDN dauerhaft gesenkt wird, auch in den frühen Morgenstunden, in denen sich bekanntermaßen die meisten Herz-Kreislauf-Ereignisse zutragen. Auch Wirkstoffschwankungen, etwa beim Vergessen einer Dosis des Blutdrucksenkers, sind kein Thema«, sagte Professor Dr. Joachim Weil von den Sana Kliniken Lübeck.

In der früheren Studie hatte nach sechs Monaten kein Unterschied beim systolischen 24-Stunden-Blutdruck zwischen einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe bestanden, die nur mit einer Scheinoperation behandelt worden war. An der Studie habe es jedoch Kritik gegeben, denn der fehlende Effekt könnte der Ungeübtheit der Operateure geschuldet gewesen sein: Viele Behandler hatten nur eine einzige RDN durchgeführt.

Weil die entsprechenden Studienergebnisse erst nach Veröffentlichung der aktuellen Leitlinie publiziert worden seien, gebe es dort lediglich eine Klasse-III-Empfehlung für das Verfahren. Die Kostenübernahme der circa 5000 Euro für einen solchen Eingriff sei daher momentan noch eine Einzelfallentscheidung der Krankenkassen. »Die Studienergebnisse sind aber bisher positiv und wenn sich diese Ergebnisse bestätigen, wird die renale Denervation einen festen Platz im Therapiealltag einnehmen«, ist Weil überzeugt.

Um aktuelle Studienergebnisse und zeitgemäße Therapien geht es auch auf dem pharmacon in Schladming, dessen Programm bereits jetzt online zur Verfügung steht.

Renale Denervation: Neue Studienergebnisse2018-12-05T15:00:17+00:00