Meran

Melanom: Muttermale an Armen und Beinen zählen

Wer viele Muttermale an den Armen oder Beinen aufweist, hat ein erhöhtes Risiko, an einem malignen Melanom oder einem Basalzellkarzinom zu erkranken. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlicht wurde, wie die Deutsche Krebsgesellschaft online berichtet.

Personen mit mindestens 15 Muttermalen erkrankten demnach fast dreimal häufiger an einem Melanom und knapp eineinhalbmal häufiger an einem Basalzellkarzinom als Personen, die kein Muttermal aufwiesen. Die Melanome traten dabei nicht nur an den Gliedmaßen auf, sondern auch in anderen Körperregionen. Für das Plattenepithelkarzinom fand sich ein solcher Zusammenhang nicht.

Da die Zahl der Muttermale auf Angaben der Teilnehmer beruht und nicht auf einer medizinischen Untersuchung, raten die Autoren der Studie bei der Interpretation der Ergebnisse zu Zurückhaltung. Dennoch könne – auch im Zusammenhang mit den Ergebnissen früherer Studien – davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Muttermale ein aussagekräftiger und klinisch leicht zu bestimmender Parameter für das Basalzellkarzinom- und das Melanomrisiko in allen Körperregionen darstelle.

Über die Fortschritte in der Behandlung von Präkanzerosen, Melanom und Basaliom informiert in ihrem Vortrag Professor Dr. Dorothee Nashan auf dem pharmacon in Meran. Das Programm des Kongresses ist bereits jetzt hier einsehbar.

Der Link zur Studie: Wei EX et al. Extremity nevus count is an independent risk factor for basal cell carcinoma and melanoma, but not squamous cell carcinoma. Journal of the American Academy of Dermatology 2019, 80(4):970-8

Melanom: Muttermale an Armen und Beinen zählen2019-04-16T13:18:52+02:00

Neurodermitis:  H4-Rezeptor-Blocker erfolgreich getestet

Einen neuen Wirkstoff zur Behandlung der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) in einer kleinen Studie mit 98 Teilnehmern erfolgreich getestet. Der neue Wirkstoff mit dem dem Kürzel ZPL-3893787 reduzierte demnach innerhalb von acht Wochen den Anteil veränderter Hautstellen – unter anderem mit Rötungen, Bläschen und Kratzspuren – um durchschnittlich 50 Prozent.

Bei dem getesteten Wirkstoff handelt es sich um einen Histamin-H4-Rezeptor-Blocker. H4-Rezeptoren wurden erstmals im Jahr 2000 beschrieben. Sie finden sich vor allem auf Zellen des blutbildenden Systems und des Immunsystems und sind an allergischen Reaktionen beteiligt. „Labor- und In-vivo-Ergebnisse im Mausmodell, die wir seit 2005 kontinuierlich veröffentlichen, sprachen dafür, dass der H4-Rezeptor eine interessante Zielstruktur für die Behandlung der Neurodermitis ist“, berichtet Professor Dr. Thomas Werfel, MHH-Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, in einer einer Pressemitteilung der MHH. In einem nächsten Schritt soll ZPL-3893787 in weiteren Studien untersucht werden.

Welche therapeutischen Optionen zur Behandlung von Patienten mit atopischer Dermatitis bereits heute zur Verfügung stehen, erfahren die Teilnehmer des pharmacon Meran im Vortrag „Update atopische Dermatitis“ von Professor Dr. Jens-Malte Baron. Das Programm des pharmacon ist bereits jetzt hier einsehbar.

Der Link zur Studie: Werfel, Thomas et al., Efficacy and safety of the histamine H4 receptor antagonist ZPL-3893787 in patients with atopic dermatitis

Neurodermitis:  H4-Rezeptor-Blocker erfolgreich getestet2019-04-16T13:15:06+02:00

Abwechslung ist Programm

Der Fortbildungskongress Pharmacon in Meran lässt sich auf folgende kurze Formel bringen: 4 plus 1 plus 1 – vier Tage strammes Vortragsprogramm, ein Tag für besondere Themen und ein Tag für Fortbildung im Freien. Doch damit ist längst nicht alles erfasst.

Drei Schwerpunktthemen gibt es beim diesjährigen 57. Pharmacon in Meran: Erkrankungen der Haut und deren Behandlung, häufige Erkrankungen des Urogenitaltrakts und deren Therapien — ein Vortrag zum Thema eingeschränkte Nierenfunktion und Arzneimitteltherapiesicherheit darf hier nicht fehlen — und der große Bereich der Hormone. Insgesamt können 18 Vorträge und zwei Seminare besucht werden.

Der Fortbildungskongress Pharmacon in Meran bietet seinen Teilnehmern jedoch stets auch eine erweiterte Perspektive. Um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) geht es in der Eröffnungsveranstaltung. Als Keynote-Speaker konnte Professor Dr. Rüdiger Buchkremer, Direktor des Instituts für IT-Management und Digitalisierung (ifid) an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management, gewonnen werden. Künstliche Intelligenz eröffnet vielfältige Möglichkeiten, aber auch Fragen: Was können wir aus der Systemmedizin lernen? Wie kann KI die Kommunikation zwischen Patienten, Ärzten und Apothekern verändern? Nicht zuletzt muss auch über ethische Aspekte und Datenschutz gesprochen werden.

Des Weiteren erhalten die Kongressteilnehmer neben den Schwerpunktvorträgen aktuelle Informationen zu innovativen Arzneistoffen, Wirkstoffkandidaten in der Pipeline, Versorgungsforschung in der Dermatologie und zur Arbeitsweise der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Fortbildung in wunderschöner Umgebung, aber nur den Kongresssaal gesehen? Abhilfe schaffen drei Veranstaltungen am vortragsfreien Donnerstag. Unter fachkundiger Führung geht es bei zwei botanisch-wissenschaftlichen Exkursionen wahlweise auf den Schlandersberg oder in die Passerschlucht. Festes Schuhwerk und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht. Gemütlicher geht es beim Tagesausflug »Passeiertal, Sterzing & Brixen« zu. Für Mutige gibt es je eine geführte Rafting-Tour für Einsteiger und für Fortgeschrittene. Doch nicht nur Mut und Abenteuerlust sind hier gefragt, denn Teamgeist steht an erster Stelle.

Klassische Musik gibt es am Montagabend. Dann gehört die Bühne des Kurhauses begabten jungen Künstlern: dem Violin-Duo Clara Shen und Katharina Strepp und dem Klavier-Duo Ilia Antoniadis und Levent Geiger. Für ausgelassene Unterhaltung ist am Donnerstag gesorgt: Dann geht es mit der Seilbahn zur Pharmacon Dance Night auf 2000 Meter Höhe, zu Networking, landestypischen Speisen und Getränken, toller Musik und jeder Menge gute Laune.

Was den Pharmacon Jahr für Jahr zu etwas Besonderem macht, sind nicht zuletzt seine Besucher. Denn in Meran treffen sich Pharmazeuten vieler Generationen: von Noch-Studierenden über Jung-Apotheker und Apotheker mit jahrelanger Berufserfahrung bis hin zu Apothekern im Ruhestand. Sie alle vereint die Liebe zu einem aspektreichen und anspruchsvollen Beruf, zu wissenschaftlicher Fortbildung und zum kollegialen Austausch. Erfahrungswissen aus der Apothekenpraxis und aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft kommen in Meran zusammen.

Kommen lohnt sich
Der Fortbildungskongress Pharmacon Meran findet vom 26. bis 31. Mai 2019 statt. Tickets, Informationen und das vollständige Programm sind zu finden unter www.pharmacon.de. Der Vorverkaufspreis für die Ticketbuchung gilt noch bis zum 26. April 2019.

Beitrag erschienen in Pharmazeutischer Zeitung / 04.04.2019
Foto: PZ/Alois Müller

Abwechslung ist Programm2019-04-10T17:10:06+02:00

Die perfekte Kombination für neue Kontakte: pharmacon und PZ Pharmastellen

Apothekenleiter, die neue Mitarbeiter suchen oder Apotheker und PTA, die sich beruflich verändern möchten, können ihr Anliegen wieder auf dem pharmacon in Meran präsentieren. Das mittlerweile bewährte Portal PZ-Pharmastellen, der Stellenmarkt der Pharmazeutischen Zeitung (PZ), ist dort erneut mit einem Stand vertreten.

Wer einen neuen Mitarbeiter, eine Urlaubsvertretung oder eine neue Stelle sucht, kann seine Anzeige sowohl im Vorfeld des pharmacon bis  21. Mai in PZ 21 bei der Anzeigenabteilung – Telefon 06196/928-220-  als auch auf dem pharmacon direkt am Stand der Pharmastellen aufgeben. Sie erhalten 15% Sonderrabatt und zusätzlich wird Ihre Anzeige am Schwarzen Brett des Standes zu finden sein.

Die perfekte Kombination für neue Kontakte: pharmacon und PZ Pharmastellen2019-04-08T11:20:45+02:00

Neue Arzneimittel vor der Zulassung

Mindestens 30 neue Arzneistoffe könnten 2019 in Deutschland zugelassen werden. Das gab der Verband forschender Pharma-Unternehmen Anfang des Jahres in einer Pressmitteilung bekannt. In seinem Vortrag auf dem pharmacon in Meran stellt Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt am Main, wichtige Wirkstoffe vor.

Professor Schubert-Zsilavecz, welches der möglichen neuen Arzneimittel könnte für die Beratung in der Apotheke besonders wichtig beziehungsweise erklärungsbedürftig werden?

Im Jahr 2019 werden wir die Zulassung neuer Antibiotika sehen. Nach Jahren der Stagnation in diesem Bereich ist das eine sehr erfreuliche Botschaft, die es zu kommunizieren gilt. Die optimierte Anwendung dieser neuen Antibiotika setzt eine profunde Beratung in der Apotheke voraus, weshalb es sich lohnt, sich mit den neuen Wirkstoffen auseinanderzusetzen.

Und welcher Wirkstoff könnte aus wissenschaftlicher Sicht der interessanteste werden?

Mit der zu erwartenden Zulassung von Larotrectinib etablieren wir ein innovatives Konzept zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Bei diesem Arzneistoff handelt es sich um einen TRK(Tropomyosin-Rezeptor-Kinase)-Inhibitor, der auf die Behandlung von Krebserkrankungen mit einer sogenannten NTRK-Genfusion abzielt, einem insgesamt seltenen Treiber für Krebs, der jedoch bei vielen verschiedenen Tumorarten auftreten kann. Mit diesem Wirkstoff werden Tumore zukünftig nach ihrem genetischen Profil und nicht nach ihrer Lokalisation im Körper behandelt werden.

Ist auch ein Blick in die fernere Zukunft möglich? Wo lassen erste Studienergebnisse auf spannende Neuerungen hoffen?

Schon heute zeichnet sich ab, dass Zell- und Gentherapeutika zukünftig einen festen Platz in der Therapie finden werden. Im Rahmen meines Vortrages werde ich ein in Deutschland entwickeltes Arzneimittel (Obnitix®) vorstellen, das auf mesenchymalen Stammzellen beruht und für die Behandlung von Patienten mit akuter Abstoßungsreaktion nach allogener Stammzelltransplantation (steroid-refraktäre aGVHD oder therapierefraktäre aGVHD ) eingesetzt wird.

 

 

 

Neue Arzneimittel vor der Zulassung2019-03-06T15:39:12+02:00

Meran 2019: Die drei Themenschwerpunkte

Erkrankungen der Haut bilden in diesem Jahr den Schwerpunkt der ersten beiden Kongresstage des pharmacon in Meran – und das aus gutem Grund, denn auch in der Apotheke nimmt die Beratung von Patienten mit Hauterkrankungen einen breiten Raum ein. Das liegt nicht nur an der großen Zahl der Betroffenen und ihrem häufig hohen Leidensdruck. „Das größte Organ des menschlichen Körpers verändert sich mit den Lebensjahren – auch dies gilt es in der Therapie zu berücksichtigen“, erläutert Professor Dr. Rolf Daniels, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesapothekerkammer und Moderator des Kongresses. „Neben häufigen und wichtigen Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis, chronischem Pruritus und Hautkrebs geht es daher auch um Kinderdermatologie und um pharmazeutisch-technologische Fragen.“

Verschiedene Erkrankungen des Urogenitaltraktes stehen im Mittelpunkt der Vorträge am Kongress-Dienstag: An diesem Tag geht es um Harnwegsinfektionen und Antibiotika, um Erkrankungen der Prostata und ihre Behandlung, aber auch um die Anpassung von Therapien bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Auch diese Themen decken ein breites Beratungsspektrum in der Apotheke ab: von der Information zu Erkrankungen über die Möglichkeiten der Selbstmedikation bis hin zu diffizilen Medikationsfragen.

Hormone als wichtige Botenstoffe des Körpers bilden beim diesjährigen pharmacon in Meran den dritten Kongress-Schwerpunkt. Auf dem Programm stehen dabei unter anderem eine Neubewertung der Hormontherapie in den Wechseljahren, die Bedeutung der Gestagene bei der Kontrazeption und „das verkannte Hormon“ Vitamin D – allesamt Themen, die derzeit sowohl in der Fachwelt als auch unter medizinischen Laien intensiv und mitunter kontrovers diskutiert werden.

Meran 2019: Die drei Themenschwerpunkte2019-04-10T17:23:07+02:00

Erlebnisbericht pharmacon Meran – Umgeben von Bergen und engagierten Apothekern

Warum nahm ich an dem Kongress teil? Ich habe von Kolleginnen und Kollegen nur Gutes von der pharmacon gehört. Sie waren von der Veranstaltung in Schladming von Grund auf begeistert. Und so kam es, dass ein Kollege für mich die Internetseite zum Gewinnspiel öffnete und wir glücklicherweise die Teilnahme an dem Kongress gewannen. Eine Kollegin die leider nicht gewann, lies es sich dennoch nicht entgehen an dieser Konferenz teilzunehmen und kaufte sich ein Ticket.

Der Kongress: Die 22. pharmacon fand im beeindruckenden Kurhaus im Herzen der Meraner Innenstadt statt. Alles war von Grund auf sehr gut organisiert und strukturiert. Vom Abholen der Konferenztaschen mit vielen Broschüren und dem Konferenzprogramm, über die Kaffeepausen bis hin zum Verteilen der Stempel für die Teilnahme an jedem Vortrag lief alles einwandfrei ab. Auf Rückfragen und Wünsche wurde direkt eingegangen. In den Vorräumen stellten sich Firmen und Unternehmen vor und berieten zu Themen wie Versicherungen, freie Radikale, Apotheker ohne Grenzen, Fachbücher, Designe und vieles mehr.

Die Vorträge: Die gehaltenen Vorträge waren allesamt auf einem sehr hohen Niveau. Das diesjährige Hauptaugenmerk lag auf den Themen: Autoimmunerkrankungen, Lungen- sowie Lebererkrankungen. Das Interesse an den Vorträgen wurde durch rege Interaktion des Auditoriums mit den Rednern bekundet. So wurde die Möglichkeit Fragen zu den jeweiligen Vorträgen zu stellen nur allzu gern genutzt um noch weitere detailliertere Antworten zu den spannenden Themen zu erhalten. Dies führte zu einem guten fachlichen Austausch in angenehmer Atmosphäre.

Tipp/was ich mir für die nächste pharmacon vornehmen: Da die Vorträge auf einem fachlich wirklich hohem Niveau stattfinden und es um die neuen Errungenschaften und aktuelle Leitlinien Therapien geht, ist es wichtig sich mit den Basics auszukennen. Die Grundlagen werden wenn nur kurz angerissen. Es ist also ratsam sich vor der Veranstaltung noch einmal mit den entsprechenden Themen zu beschäftigen damit die Grundlagen aufgefrischt sind und man sich vollkommen unbeschwert auf die lehrreichen Vorträge einlassen kann.

Rahmenprogramm: Angeboten wurde jeweils in den Mittagpausen eine kostenfreie ausführliche Stadtführung. Dabei ging es über die Geschichte Südtirols und speziell Merans als Kurort. Besonders wurde auch auf die Architektur und die Kunst alter Meister eingegangen.

Ein Highlight neben den interessanten Vorträgen war die pharmacon Dance Night auf der atemberaubenden Lokation des Panorama Bistros Meran 2000. Mit der Seilbahn ging es 2.000 Meter in die Höhe. Natürlich garantierte dies einen grandiosen Ausblick über das Tal; sowohl bei Tageslicht, wie auch später in der Nacht. Die Band „Eine Band namens Wanda“ lockte dabei alle Kollegen mit abwechslungsreicher Musik auf die Tanzfläche. Ein wirklich gelungener Abend, der allen Beteiligten viel Freude und neue Bekanntschaften bereitete.

Donnerstag, am 5. Tag, war Zeit für Exkursionen. Verschiedene Wanderungen und Führungen unter anderen zu den Dolomiten wurden angeboten. Eine Kollegin und ich entschieden uns für das Abendteuer Rafting. Mehreren Großraumtaxen fuhren uns zum Startpunkt an der Passer. Mit Neoprenanzug, Helm und Paddel ging es nach einem ausführlichen Sicherheitstraining mit praktischen Übungen in die Boote. Nach einer Stunde flussabwärts über viele Wellen und Walzen, hielten wir an einer flacheren Stelle um zu schwimmen und Rettungsübungen zu absolvieren. Vorher und Nachher Fotos sowie ein Film über das ganze Erlebnis gab es als Beweis für zuhause dazu.

Der Kongress und das Wiedersehen alter Bekannter, Kollegen und Kommilitonen war ein unvergessliches Erlebnis, welches man nicht verpassen sollte. So ist es ein Treffen von dieses Mal fast 1000 fachinteressierten und engagierten Apothekern aus der Schweiz, Österreich und Deutschland gewesen. Auch das knüpfen neuer Kontakte ist hier sehr gut mögliche. So trafen wir, die in der pharmazeutischen Technologie in Marburg promovieren, Kollegen des selben Fachgebiets aus Erlangen. Ein enger Forschungsaustausch mit gegenseitigem Besuch der Institute wurde besprochen. Das wird definitiv nicht die letzte pharmacon gewesen sein, an der wir teilnahmen. Das nächste Hotel ist bereits ausgesucht und eine fortlaufende Tradition sich bei der pharmacon in Meran wieder zu sehen, ist beschlossen.

Autor und Foto: Julia Janina Schüer, 29 Jahre, Marburg

Erlebnisbericht pharmacon Meran – Umgeben von Bergen und engagierten Apothekern2018-11-02T11:22:17+02:00

Erlebnisbericht von dem diesjährigen pharmacon in Meran, Silke Bruckmeir

Nach Meran zum pharmacon 2018 fuhr ich mit fünf weiteren jungen Kolleginnen aus Mannheim. Wir hatten alle das Glück, beim Gewinnspiel der PZ gewonnen zu haben und so fieberten wir einer interessanten Woche in Meran entgegen.

Es hat schon eine lange Tradition, dass der pharmacon jährlich in Meran stattfindet und so hat der Fortbildungskongress auch für die Stadt selbst eine besondere Bedeutung, da er in seiner Größe (mehr als 900 Gäste) und Kontinuität der Veranstaltung eine Sonderstellung einnimmt, wie die Präsidentin der Kurverwaltung überschwänglich während der Eröffnungsveranstaltung betonte.

Das Fortbildungsprogramm hatte in diesem Jahr mehrere Schwerpunkte, mit den Themen Autoimmun-, Atemwegs- und Lebererkrankungen. Darunter waren ausgezeichnete Vorträge, die entweder unser pharmazeutisches Wissen auffrischten oder uns neue Arzneimittel und Therapieansätze näher brachten.

Besonders unterhaltsam, da gut durchdacht und erfrischend vorgetragen, waren die als Rollenspiel vorgetragenen Fachgespräche zwischen jungen Approbierten und deren erfahrenen Kollegin zur Lösung arzneimittelbezogener Probleme bei Atemwegserkrankungen.

Wenn es einen Vortrag gab, der mir persönlich nicht vollends zusagte, so war es der (politische) Festvortrag am Eröffnungstag. Hier war für mich und meine jungen KollegInnen der Begeisterungssturm, den dieser Vortrag bei vielen älteren KollegInnen auslöste nicht ganz nachvollziehbar. Vermutlich lag es aber am mangelnden Verständnis der inflationär verwendeten (politischen) Fach- und Fremdwörter – die einen Vortrag generell nicht unbedingt besser machen.

Unser Fortbildungswille kam bei den insgesamt sehr interessanten pharmazeutischen Fachvorträgen jedoch voll auf seine Kosten.

Zwischen den Vorträgen blieb genug Zeit, um Meran und die nähere Umgebung zu erkunden. Als besonders lohnenswerte Ziele hervorheben möchte ich die Therme Meran, die Gärten von Schloss Trautmannsdorf sowie eine Sessellift-Fahrt nach Dorf Tirol. Immer mal wieder trafen wir zufällig auf weitere Kongressteilnehmer, was zu netten Gesprächen auch außerhalb des Kurhauses führte.

Dem Austausch unter

Kollegen diente auch die pharmacon Dance Night, das absolute Highlight des Rahmenprogramms: Mit der Seilbahn ging es hinauf zu Meran 2000, von wo aus man (prinzipiell bei gutem Wetter) einen wunderbaren Blick ins Tal genießt.

Das Regenwetter tat der Stimmung keinen Abbruch und so verbrachten ApothekerInnen aller Generationen einen ausgelassenen Abend bei Lasagne, regionalem Wein und mitreißender Livemusik der „Band namens Wanda“. Umso besser, dass der nächste Tag (Fronleichnam) der Erholung dienen konnte bzw. für Ausflüge abseits der Vorträge zur freien Verfügung stand.

Mein besonderer Dank gilt der Avoxa-Mediengruppe, die erneut jungen Pharmazeuten über die Ausschreibung des Gewinnspiels die Teilnahme ermöglicht hat und dadurch wesentlich zum Bekanntheitsgrad des Kongresses auch in der jüngeren Generation beiträgt.

Für mich war es bereits der zweite Besuch des pharmacon in Meran (und sicher nicht der letzte). Wo sonst lässt sich Fortbildung und Erholung besser verbinden, als in der traumhaften Umgebung von Südtirol (Italien).

Autor: Silke Bruckmeier, Mannheim
Foto: PZ/privat

Erlebnisbericht von dem diesjährigen pharmacon in Meran, Silke Bruckmeir2018-11-02T11:22:51+02:00

Leberzirrhose kann reversibel sein

Leberzirrhose ist nicht gleich Leberzirrhose. Das verdeutlichte Professor Dr. Joachim Labenz (Foto) auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Meran. Wie der Ärztliche Direktor des Jung-Stilling-Krankenhauses in Siegen informierte, besteht im Stadium der kompensierten Leberzirrhose durch eine gute Therapie noch die Chance auf eine gewisse Rückbildung. Die Ein-Jahres-Mortalität liege zwischen 1 und 3 Prozent. Bei einer dekompensierten Leberzirrhose sei eine Rückbildung dagegen nicht mehr möglich und sie bedeute für die Betroffenen eine deutliche Verschlechterung der Prognose. Die Ein-Jahres-Mortalität liege in diesem Stadium bei bis zu 57 Prozent.

Wichtig ist es also, dieses Stadium zu verhindern und Dekompensations-fördernde Faktoren zu vermeiden, so der Gastroenterologe. Zu Letzteren zählten Infektionen, gewisse Medikamente, chirurgische Eingriffe und Alkoholkonsum. Wie Labenz informierte, zeigt eine Untersuchung aus Skandinavien, dass sich drei Viertel der Zirrhose-Patienten bei Erstdiagnose der Erkrankung bereits im dekompensierten Stadium befinden. «Ein Screening auf stumme Zirrhosen in Deutschland wäre daher sehr wünschenswert.» Zudem kritisierte er, dass im Gesundheitscheck Check-up 35 kein Leberwert kontrolliert wird. (ss)

04.06.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller

 

Leberzirrhose kann reversibel sein2018-06-06T11:41:17+02:00

Round-Table-Gespräch: Universitätswissen trifft auf Expertise

Der Pharmacon Meran wartete dieses Jahr mit einem neuen Format auf. In einem Round-Table-Gespräch sensibilisierten eine praxiserfahrene Apothekerin und drei Jung-Approbierte anhand von Fallbeispielen für arzneimittelbedingte Probleme bei der Therapie von Atemwegserkrankungen.

«Ähnlich Sherlock Holmes kann auch in der Apotheke nur durch mehrmaliges Nachhaken und Kombinieren die Ursache gefunden werden und dem Kunden optimal geholfen werden» sagte Dr. Hiltrud von der Gathen (Foto rechts) aus Recklinghausen. Sie nenne es, das Spinnen zu Lernen, so die Apothekerin in Anlehnung an das Weben eines Spinnennetzes. So lasse sich manchmal auch eine eher skurrile Ursache ausmachen, wie das erste Fallbespiel zeigte: «Ich kann nicht schlafen», berichtete ein männlicher Patient in der Apotheke. Zudem klagte er über vermehrten Husten in der Nacht und einen schnelleren Puls. Ein Blick in die Medikationsdatei zeigte, dass der Patient Asthmatiker ist. So bekommt er unter anderem Salbutamol, Budesonid und Theophyllin.

In einer Art Rollenspiel wiesen von der Gathen und die drei jungen Offizinapotheker Melissa Lubjuhn aus Reken, Steffen Schmidt aus Haltern am See und Rebekka Wiggers aus Münster auf die jeweiligen potenziellen Probleme hin. So können Salbutamol und Theophyllin Tachykardien und Schlafstörungen verursachen. Budesonid stehe im Zusammenhang mit Husten, Atemnot und Heiserkeit. Die vier Apotheker zeigten nach und nach auf, welche potenziellen arzneimittelbezogenen Probleme auf den ersten und zweiten Blick auszumachen sind. Sie wiesen dabei unter anderem hin auf eine fehlerhafte Anwendung, auf suboptimale Dosierungen, auf Empfehlungen der Leitlinien sowie auf die Vereinbarkeit von Evidenz und Erfahrung. Dass selbst manchmal ein dritter Blick vonnöten ist, machte das Fallbeispiel deutlich. Denn nur das intensive Nachfragen der Apotheker brachte die eigentliche Ursache ans Licht. Der Kunde machte derzeit eine Diät mit schwarzem Pfeffer und das darin enthaltene Piperin hemmt den Theophyllinabbau, was wiederum die Beschwerden wie Schlaflosigkeit und schnellen Puls verursachte. «Es ist wichtig, in viele Richtungen zu denken und sich nicht mit dem Offensichtlichen zufrieden so geben», sagte von der Gathen.

Analog spielten die vier Apotheker noch zwei weitere Fallbeispiele zu Allergie beziehungsweise Heuschnupfen und grippalem Infekt durch. Beim fachlichen Austausch traf pharmazeutisches Universitätswissen auf die pharmazeutische Expertise einer praxiserfahrenen Kollegin. Von dieser Konstellation profitieren alle Beteiligten – zu guter Letzt der Kunde. Das neue Format stieß beim Auditorium auf große Zustimmung.

04.06.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller

Round-Table-Gespräch: Universitätswissen trifft auf Expertise2018-06-06T11:41:17+02:00