Neue Arzneimittel vor der Zulassung

Mindestens 30 neue Arzneistoffe könnten 2019 in Deutschland zugelassen werden. Das gab der Verband forschender Pharma-Unternehmen Anfang des Jahres in einer Pressmitteilung bekannt. In seinem Vortrag auf dem pharmacon in Meran stellt Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt am Main, wichtige Wirkstoffe vor.

Professor Schubert-Zsilavecz, welches der möglichen neuen Arzneimittel könnte für die Beratung in der Apotheke besonders wichtig beziehungsweise erklärungsbedürftig werden?

Im Jahr 2019 werden wir die Zulassung neuer Antibiotika sehen. Nach Jahren der Stagnation in diesem Bereich ist das eine sehr erfreuliche Botschaft, die es zu kommunizieren gilt. Die optimierte Anwendung dieser neuen Antibiotika setzt eine profunde Beratung in der Apotheke voraus, weshalb es sich lohnt, sich mit den neuen Wirkstoffen auseinanderzusetzen.

Und welcher Wirkstoff könnte aus wissenschaftlicher Sicht der interessanteste werden?

Mit der zu erwartenden Zulassung von Larotrectinib etablieren wir ein innovatives Konzept zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Bei diesem Arzneistoff handelt es sich um einen TRK(Tropomyosin-Rezeptor-Kinase)-Inhibitor, der auf die Behandlung von Krebserkrankungen mit einer sogenannten NTRK-Genfusion abzielt, einem insgesamt seltenen Treiber für Krebs, der jedoch bei vielen verschiedenen Tumorarten auftreten kann. Mit diesem Wirkstoff werden Tumore zukünftig nach ihrem genetischen Profil und nicht nach ihrer Lokalisation im Körper behandelt werden.

Ist auch ein Blick in die fernere Zukunft möglich? Wo lassen erste Studienergebnisse auf spannende Neuerungen hoffen?

Schon heute zeichnet sich ab, dass Zell- und Gentherapeutika zukünftig einen festen Platz in der Therapie finden werden. Im Rahmen meines Vortrages werde ich ein in Deutschland entwickeltes Arzneimittel (Obnitix®) vorstellen, das auf mesenchymalen Stammzellen beruht und für die Behandlung von Patienten mit akuter Abstoßungsreaktion nach allogener Stammzelltransplantation (steroid-refraktäre aGVHD oder therapierefraktäre aGVHD ) eingesetzt wird.