Studie: Rauchstopp lohnt sich immer

Studie: Rauchstopp lohnt sich immer

Rauchen erhöht das Risiko unter anderem für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Patienten wird daher stets ein Rauchstopp empfohlen. Doch der Rauchverzicht geht häufig mit einer Gewichtszunahme einher, die ihrerseits das Risiko für zahlreiche Erkrankungen erhöht. Dass Patienten trotzdem profitieren, zeigt eine aktuelle Studie, auf die die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in einer Pressemitteilung hinweist.

So legen Ex-Raucher durchschnittlich vier bis fünf Kilo zu, wenn sie konsequent auf die Zigarette verzichten. „Lange Zeit war unklar, ob dieser Effekt den Gewinn an Lebenszeit, der durch den Rauchstopp erzielt wird, teilweise wieder zunichtemacht“, sagte Professor Dr. med. Claus Vogelmeier, Pneumologe und Direktor an der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Marburg. Diese Bedenken könne die aktuelle Studie jedoch zerstreuen. Unabhängig von der Gewichtszunahme lag das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, bei allen Ex-Rauchern deutlich niedriger als bei denjenigen Teilnehmern, die weiterhin zur Zigarette griffen. Lediglich bei einer sehr kleinen Zahl von Teilnehmern, die sechs Jahre nach dem Rauchstopp eine sehr starke Gewichtszunahme von mehr als 18 Kilogramm zu verzeichnen hatten, näherte sich das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, allmählich wieder dem von Immer-Noch-Rauchern an.

„Als Fazit bleibt festzuhalten: Ein Rauchstopp lohnt sich immer“, sagte auch DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Ulrich R. Fölsch aus Kiel. Dies gelte auch für andere internistische Erkrankungen wie Rheuma und Magen-Darm-Leiden, die bei rauchenden Patienten häufig deutlich stärker ausgeprägt seien. Um den Gesundheitsgewinn auch wirklich auszuschöpfen, können Strategien für einen Rauchstopp ohne massive Gewichtszunahme die Betroffenen motivieren und die positiven Effekte unterstützen.

Originalpublikation:
Yang Hu et. al.: Smoking Cessation, Weight Change, Type 2 Diabetes, and Mortality; N Engl J Med 2018; 379:623-632-
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa1803626

Um aktuelle Studienergebnisse geht es auch auf dem pharmacon in Schladming, dessen Programm  bereits online zur Verfügung steht.

2019-01-16T10:19:54+00:00