Einen neuen Wirkstoff zur Behandlung der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) in einer kleinen Studie mit 98 Teilnehmern erfolgreich getestet. Der neue Wirkstoff mit dem dem Kürzel ZPL-3893787 reduzierte demnach innerhalb von acht Wochen den Anteil veränderter Hautstellen – unter anderem mit Rötungen, Bläschen und Kratzspuren – um durchschnittlich 50 Prozent.

Bei dem getesteten Wirkstoff handelt es sich um einen Histamin-H4-Rezeptor-Blocker. H4-Rezeptoren wurden erstmals im Jahr 2000 beschrieben. Sie finden sich vor allem auf Zellen des blutbildenden Systems und des Immunsystems und sind an allergischen Reaktionen beteiligt. „Labor- und In-vivo-Ergebnisse im Mausmodell, die wir seit 2005 kontinuierlich veröffentlichen, sprachen dafür, dass der H4-Rezeptor eine interessante Zielstruktur für die Behandlung der Neurodermitis ist“, berichtet Professor Dr. Thomas Werfel, MHH-Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, in einer einer Pressemitteilung der MHH. In einem nächsten Schritt soll ZPL-3893787 in weiteren Studien untersucht werden.

Welche therapeutischen Optionen zur Behandlung von Patienten mit atopischer Dermatitis bereits heute zur Verfügung stehen, erfahren die Teilnehmer des pharmacon Meran im Vortrag „Update atopische Dermatitis“ von Professor Dr. Jens-Malte Baron. Das Programm des pharmacon ist bereits jetzt hier einsehbar.

Der Link zur Studie: Werfel, Thomas et al., Efficacy and safety of the histamine H4 receptor antagonist ZPL-3893787 in patients with atopic dermatitis