Leberzirrhose ist nicht gleich Leberzirrhose. Das verdeutlichte Professor Dr. Joachim Labenz (Foto) auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Meran. Wie der Ärztliche Direktor des Jung-Stilling-Krankenhauses in Siegen informierte, besteht im Stadium der kompensierten Leberzirrhose durch eine gute Therapie noch die Chance auf eine gewisse Rückbildung. Die Ein-Jahres-Mortalität liege zwischen 1 und 3 Prozent. Bei einer dekompensierten Leberzirrhose sei eine Rückbildung dagegen nicht mehr möglich und sie bedeute für die Betroffenen eine deutliche Verschlechterung der Prognose. Die Ein-Jahres-Mortalität liege in diesem Stadium bei bis zu 57 Prozent.

Wichtig ist es also, dieses Stadium zu verhindern und Dekompensations-fördernde Faktoren zu vermeiden, so der Gastroenterologe. Zu Letzteren zählten Infektionen, gewisse Medikamente, chirurgische Eingriffe und Alkoholkonsum. Wie Labenz informierte, zeigt eine Untersuchung aus Skandinavien, dass sich drei Viertel der Zirrhose-Patienten bei Erstdiagnose der Erkrankung bereits im dekompensierten Stadium befinden. «Ein Screening auf stumme Zirrhosen in Deutschland wäre daher sehr wünschenswert.» Zudem kritisierte er, dass im Gesundheitscheck Check-up 35 kein Leberwert kontrolliert wird. (ss)

04.06.2018 l PZ
Foto: PZ/Alois Müller